Hohenlohe
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Christian von Stetten, CDU, Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe

Vor 19 Jahren wurde Christian von Stetten erstmals direkt von den Hohenlohern in den Bundestag geschickt. Er will weitere fünf Jahre nach Berlin.

Yvonne Tscherwitschke
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Von der D-Jugend an hat Christian von Stetten 35 Jahre lang aktiv bei seinem Heimatverein SV Morsbach gespielt. Foto: Privat

Einen Termin mit Christian von Stetten (CDU) zu vereinbaren, das ist ungefähr so schwierig, wie in diesen Tagen eine pünktliche Bahn zu erwischen. Drei Verschiebungen später sind Ort und genaue Uhrzeit immer noch unklar. Hat was von Agentenfilm, bei dem die Koordinaten im letzten Moment kommen. Aber sicher ist: Es wird klappen. Schließlich gibt es keine Alternative.

Christian von Stetten nimmt so was sportlich. Dazu ist er viel zu sehr Routinier, um sich von Termindruck aus der Ruhe bringen zu lassen. Viel zu oft schon - immerhin nun das siebte Mal - betreibt er Wahlkampf für die CDU oder in eigener Sache. Wenn einer weiß, dass der Endspurt stressig wird, dann er. Schließlich ist er seit 19 Jahren im Bundestag. Kommen dann noch zusätzliche Sondersitzungen dazu, dann platzt der Terminkalender vollends aus allen Nähten.

Leidenschaftlicher Fußballer

Auf der Strecke bleiben die privaten Dinge, Familie und Fußball. Tatsächlich sei er vor vier Wochen das letzte und seit Corona einzige Mal auf dem Fußballplatz gewesen. Und zwar im Trikot des FC Bundestag. Es war das Vorbereitungsspiel für die Europameisterschaft der Parlamentarier. So wie Christian von Stetten der Lokalpolitik treu geblieben ist (nach wie vor ist er im Künzelsauer Gemeinderat und Hohenloher Kreistag), so hat er bis vor Corona in der Alt-Herren-Mannschaft der Morsbacher gekickt. "Doch seit der Pandemie hat es kein Training mehr gegeben", bedauert von Stetten.

Homeoffice neue Erfahrung

Dafür hat er in diesen Monaten wie viele andere auch deutlich mehr Zeit daheim verbracht und aus dem Homeoffice heraus seine Termine erledigt ("Schon krass, wenn das Smartphone am Abend sagt, dass man elfeinhalb Stunden Zeit damit verbracht hat"). Dafür konnte er in diesen Monaten aber auch mal am Morgen unterbrechen und die Kinder in den Kindergarten bringen. Ansonsten aber, ist er froh, sorgen seine Frau und seine Schwester dafür, dass in den Unternehmen alles läuft. Hauptberuflich Abgeordneter zu sein, das hat er schon bei seinem Vater so erlebt, geht nur, "wenn daheim eine starke Frau ist." Seine stehe als Unternehmerin mit zwei Kindern mit beiden Beinen im Leben und erkläre ihm des öfteren, welche Gesetze aus ihrer Sicht wenig Sinn machen.

Fleißiger Abgeordneter

Nur eine Sitzung, ist von Stetten stolz, habe er verpasst, seit er für Hohenlohe im - seiner Meinung nach viel zu großen - Bundestag ist. Das war der Tag, an dem er Alexander Gersts Flug ins All vom Weltraumbahnhof Baikonur aus mitverfolgen durfte.

(Umwelt)Technik findet von Stetten spannend. Wenn er Auto fährt, dann tankt er seit zwei Jahren Wasserstoff ("Vermutlich ist es das einzige Wasserstoffauto im Kreis"). Mit Abfallholz aus dem eigenen Wald wird die Burg beheizt. Seit zehn Jahren erzeugt seine Solaranlage Strom. Zum Umweltschutz gehört Infrastruktur. Deshalb ist ihm der Ausbau des Hohenloher Schienennetzes mit der Reaktivierung der Kochertalbahn ein Anliegen. Dafür setzt er sich ebenso vehement ein wie für den sechsspurigen Ausbau der A6. Die Finanzierung stehe schon lange, poltert er. Weil der Verkehrsminister vom Land in seinen Augen zu wenig Tempo gemacht habe, die Priorität bei Radwegen denn beim Autobahn-Ausbau gesetzt habe, sei die Verantwortung dafür nun beim Bund.

Zur Person

Christian von Stetten wurde am 24. Juli 1970 in Stuttgart geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Noch während des Betriebswirtschaftsstudiums machte er sich 1994 selbstständig und ist Gesellschafter der Stetten Bau GmbH und Technologie Holding Christian Stetten GmbH sowie Vorstandssvorsitzender der Schloß Stetten Holding AG. Seit 2002 ist er direkt gewählter Abgeordneter für Schwäbisch Hall - Hohenlohe. Er gehört dem Finanzausschuss an. Als Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) führt er die mit 163 Parlamentariern größte Gruppe seiner Fraktion. Seit 1994 ist er Kreisrat und Stadtrat in Künzelsau und seit 2014 Bürgermeister-Stellvertreter.

 

 
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