Kandidatenporträt
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Christian von Stetten: Weiterführung der Stadtbahn ist Hauptaufgabe

Christian von Stetten will zum fünften Mal in Folge das Direktmandat im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Er betont seine Unabhängigkeit.

Von Thomas Zimmermann
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Weiterführung der Stadtbahn ist Hauptaufgabe
Christian von Stetten an seinem Lieblingsplatz auf der Terrasse des Panorama-Hotels in Waldenburg.Foto: Thomas Zimmermann

Die Politik ist Christian von Stetten quasi in die Wiege gelegt worden. Denn schon sein Vater Wolfgang von Stetten war von 1990 bis 2002 Bundestagsabgeordneter für die CDU im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Das Amt hat er praktisch seinem Sohn "vererbt", was gerne von seinen politischen Gegnern kritisiert wird.

"Ich habe immer das Direktmandat gewonnen, 2013 sogar mit 52,3 Prozent", stellt Christian von Stetten klar. "Das ist ein sensationell gutes Ergebnis. Dafür bin ich sehr dankbar", betont der 47-Jährige.

Dass er schon in der Grundschule Klassensprecher war, habe sein Interesse an der Politik geweckt, sagt Christian von Stetten. Mit 18 Jahren zog er bereits in den Ortschaftsrat seiner Heimatgemeinde Kocherstetten ein.

"Mir hat das immer Spaß gemacht. Es ist auch kein großer Unterschied zwischen dem Amt des Klassensprechers und des Bundestagsabgeordneten, es ist nur viel intensiver", so die erstaunliche Erkenntnis des Mannes, der sich als "leidenschaftlicher Politiker" bezeichnet.

Nicht immer einig mit den CDU-Freunden

Weiterführung der Stadtbahn ist Hauptaufgabe

An seiner Partei hat Christian von Stetten in den 15 Jahren der Bundestagszugehörigkeit jedoch nicht immer Freude gehabt, vor allem nicht in den vergangenen Jahren. In der Schulden- und Flüchtlingskrise vertritt er dezidiert eine andere Meinung als Bundeskanzlerin Angela Merkel und sagt das auch laut.

"Vor zwei Jahren gab es einige Akteure, die die Partei in eine andere Richtung drängen wollten. Dann wäre es nicht mehr meine Partei gewesen", betont der Künzelsauer. "Wir haben aber deutlich gemacht, das es kein Geld gibt für die Vergemeinschaftung der Schulden", so der CDU-Politiker.

"Als Hunderttausende von Menschen ohne Kontrolle und Registrierung über die deutsche Grenze marschiert sind, habe ich gemeinsam mit Wolfgang Bosbach und anderen klar gemacht, dass es so nicht geht", unterstreicht von Stetten. "Seit diesem Kursschwenk gewinnen wir auch wieder Wahlen", hebt der CDU-Politiker hervor.

Unabhängigkeit ist ihm wichtig

Weiterführung der Stadtbahn ist Hauptaufgabe
Der zwölfjährige Christian von Stetten mit einem Waldkauz auf der Schulter. Den Vogel hat der Politiker damals mit der Hand aufgezogen, nachdem die Eulenmutter verschwunden war.Foto:privat

Auch am 24. September will der Künzelsauer die Wahl − sprich das Direktmandat − gewinnen, das wäre das fünfte Mal in Folge. Damit hat man auch Gewicht in der Partei. Ein Ministeramt oder ein Amt im Bundesvorstand strebt von Stetten trotzdem nicht an.

Denn seine Unabhängigkeit will er sich auch in der kommenden Legislaturperiode bewahren. "Ich verstehe nicht, warum die Leute denken, ein Regierungsamt ist so wichtig. Als gut vernetzter Bundestagsabgeordneter kann man mehr Einfluss geltend machen und Projekte umsetzen und das hat in den vergangenen Jahren gut funktioniert", betont Christian von Stetten. "Ich bin mittelstandspolitischer Sprecher der Fraktion und Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU. In diesen Ämtern kann ich viel für die Region erreichen", versichert der 47-Jährige.

Ziel für die Region: Stadtbahn bis nach Gaisbach verlängern

Erreichen will er in der nächsten Legislaturperiode vor allem die Weiterführung der Stadtbahn bis Waldenburg und Künzelsau-Gaisbach. "Das ist mein Hauptprojekt im Bereich Infrastruktur in den nächsten Jahren", betont der Künzels-auer. Auch für den drei- oder vierspurigen Ausbau der B 19 will er in der nächsten Amtsperiode sorgen. Und als Ersatz für die Klinik in Künzelsau schwebt ihm "eine mobile Schlaganfalleinheit vor", die sich schnell um Notfälle kümmern kann.

Wie lange Christian von Stetten noch in der Politik bleiben will? "Ich denke da von vier Jahren zu vier Jahren", lautet seine Antwort. Dass ihn das Amt fasziniert, bestreitet er nicht, aber es gibt auch Schattenseiten, sagt er: "Dass man wenig Zeit für die normalen Dinge des Leben hat", ist eine davon.

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