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Die kleinen Parteien: Für die Natur oder nur zum Spaß

Sieben Kandidaten treten im Wahlkreis Heilbronn für die kleinen Parteien an. Ein Überblick.

Von Joachim Friedl
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Ihre Chance, am 24. September in den Bundestag gewählt zu werden, tendiert gegen null. Dennoch kandidieren im Wahlkreis Heilbronn eine Frau und sechs Männer. Nachfolgend stellen wir die einzelnen Kandidaten in der Reihenfolge vor, wie sie auf dem Stimmzettel aufgeführt sind. Die Daten stellten sie zur Verfügung. 

Für die Natur oder nur zum Spaß
Eduard Martin. Fotos: privat

Eduard Martin (57) ist von Beruf Diplom-Ingenieur und wohnt in Heilbronn. Er bezeichnet sich als "unabhängigen, parteilosen Direktkandidaten". Er tritt für die Bewegung Bürgerkandidaten.de an. "Die Bürgerkandidaten wollen direkte Mitwirkung in grundgesetzfreundlicher Weise in Deutschland etablieren", erklärt Martin. Die Bürgerkandidaten seien völlig unabhängig von Parteien und richteten ihre politischen Entscheidungen "alleine an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger" ihres Wahlkreises aus. Wichtigstes Ziel sei die Umwandlung der rein repräsentativen Demokratie in eine direkte Demokratie.

 

Für die Natur oder nur zum Spaß
Bernhard Keil

Dr. Bernhard Keil ist der Kandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei/Familie und Umwelt (ÖDP) im Wahlkreis Heilbronn. Der 40-jährige Doktor der Physik aus Möckmühl will sich vor allem für eine Politik einsetzen, "die der Sache dient und nicht der Profitgier weniger zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger." Die ÖDP biete hier eine Alternative, da sie als einzige Partei keine Firmenspenden annehme und somit von Lobbyisten unabhängig sei. Keil bezeichnete es als Skandal, wenn sich die etablierten Parteien zu großen Teilen aus Firmenspenden finanzierten und deren Abgeordnete erhebliche Einnahmen durch sogenannte Nebentätigkeiten erhielten. Keil, der auch Mitglied im Landesvorstand ist, will sich für regionale, gentechnikfreie Erzeugnisse und fairen Handel einsetzen.

 

Für die Natur oder nur zum Spaß
Niclas Keicher

Niclas Keicher, nach eigenen Worten "leidenschaftlicher Landschaftsgärtner" mit Wohnsitz in Heilbronn, kandidiert für Die Partei. Mit seinen 21 Jahren sieht er sich "auf jeden Fall ausdauernder als die konkurrierenden Kandidaten mit den blauen Pillen". Für eine Ehe habe er keine Zeit: "Ich bin mit der Partei und seinem stolzen Stimmvieh verheiratet", sagt er. Nach dem 24. September will Niclas Keicher Heilbronn unter dem Namen Dieter-Schwarz-Stadt als Weltstadt wiederbeleben. Warum der Heilbronner kandidiert: "Was gibt es Besseres im Lebenslauf als ein Bundestagsmandat?"

 

Für die Natur oder nur zum Spaß
Rita Renner

Rita Renner (58) ist von Beruf Krankenschwester und kandidiert für die Marxistisch-Leninistische-Partei Deutschlands (MLPD). Sie hat zwei Töchter und vier Enkelkinder und lebt seit drei Jahren mit ihrem Lebenspartner in Heilbronn. Empört reagiert sie auf die "wissentliche Zerstörung der Lebensgrundlagen durch das internationale Finanzkapital und ihre Profitwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Regierung", die Krise im Gesundheitswesen und die menschenverachtende Flüchtlingspolitik. Renner, die mit der ICOR-Brigade 2015 in Kobane am Aufbau eines Gesundheitszentrums mithalf, tritt für den echten Sozialismus ein, "weil große Aufgaben nur gemeinsam gelöst werden können".

 

Für die Natur oder nur zum Spaß
Sascha Krolzig

Sascha Krolzig ist 30 Jahre alt, wohnt in Bielefeld und tritt für die Partei Die Rechte an. Von Beruf sei er Diplom-Jurist. Der Kandidat behauptet: "Als Oppositioneller und politisch Verfolgter darf ich den Beruf des Rechtsanwalts nicht ausüben. Deshalb habe ich mich als Hochzeits- und Trauerredner sowie als Verleger einer Zeitschrift selbständig gemacht." In seiner Freizeit lese er viel, gehe wandern und reise gern. Kritisch sieht Sascha Krolzig die Einwanderung und die Arbeit "einer vollkommen unverantwortlich regierenden Politiker-Kaste". Die Rechte nenne sich, so Krolzig, nicht umsonst die "Abschiebe-Partei Nr. 1". Einwanderer ohne Bleiberecht müssten sofort abgeschoben werden.

 

Für die Natur oder nur zum Spaß
W. Marquardt

Werner Marquardt ist 58 Jahre alt, verheiratet und wohnt in Lauffen. Das Paar hat eine erwachsene Tochter. Unter dem Kennwort Querdenker in den Bundestag kandidiert der naturwissenschaftliche Fachübersetzer für Spanisch und Englisch als Einzelkandidat für die Erststimme. Der 1,95 Meter große Kandidat sagt von sich: "Ich habe eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung sowie Fachwissen als Studienrat für Chemie und Biologie. Meine Fähigkeit, mein unbedingter Drang, allen Dingen bis ganz auf den Grund zu gehen und dabei hartnäckig zu bleiben, wäre sicher überaus nützlich im Deutschen Bundestag."

 

Für die Natur oder nur zum Spaß
Alfred Burkhardt

Alfred Burkhardt, 1953 in Heilbronn geboren, ist von Beruf Stahlhochbauzeichner und Diplom-Bauingenieur. Zudem ist er seit 2016 eingetragener Energieeffizienz-Experte. Alfred Burkhardt wohnt in Kirchhausen und ist der Bruder des Neckargartacher Stadtrats Herbert Burkhardt. Er kandidiert für die Freien Wähler. 2016 trat er aus der CDU aus, weil die Regierung "permanent den Bürgerwillen missachtet und gegen geltendes Recht verstoßen hat". Sein Hobby ist, alte vorhandene Bausubstanz energetisch zu sanieren und zukunftsfähig zu gestalten.

 

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