Kandidatenporträt
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Alexander Throm: Mit klarer Haltung nach Berlin

CDU-Kandidat Alexander Throm will Familien und innere Sicherheit stärken und im Wahlkreis Heilbronn das Direktmandat gewinnen.

Von Jürgen Paul
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Mit klarer Haltung nach Berlin
Die ersten Lebensjahre hat Alexander Throm in Obereisesheim verbracht. Auf dem Sportplatz des VfL Obereisesheim fühlt sich der frühere Mittelstürmer des Vereins auch heute noch pudelwohl. Foto: Dennis Mugler

Die Sturm- und Drangzeit ist vorbei. Nach 23 Jahren Kommunal- und Landespolitik, davon 14 Jahre als Vorsitzender der CDU-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat, ist Alexander Throm ein alter Hase im Politikgeschäft. "Mit 30 Jahren war ich ungestümer als jetzt mit 49", sagt der Christdemokrat, den Mitte der 1980er Jahre die Proteste gegen die amerikanischen Raketen auf der Heilbronner Waldheide in die Politik geführt haben − aber nicht auf der Seite der Friedensbewegung, sondern "als Kontrapunkt", wie Throm es ausdrückt. Schließlich ist er im Heilbronner Süden aufgewachsen und hat die Anwesenheit der Amerikaner immer als sehr angenehm empfunden.

Throms Leidenschaft für Politik hat nicht gelitten, sonst würde er sich kaum in seinem Heimatwahlkreis um das Direktmandat für den Bundestag bewerben. Seine Erfahrungen im politischen Betrieb haben Throm aber ruhiger und gelassener werden lassen, ohne dass er dabei seine Ziele aus den Augen verliert.

Dass die CDU bei Bundestagswahlen seit Anfang der 1970er Jahre in Heilbronn stets das Direktmandat geholt hat, ist ihm bewusst. Diese Tradition möchte Throm fortsetzen, einen Listenplatz hat er nicht. "Entweder direkt oder gar nicht", formuliert er seinen Anspruch. Eine Selbstverständlichkeit sei der Gewinn des Mandats aber keinesfalls, betont der Christdemokrat, auch wenn er im Wahlkampf "eine freundliche Stimmung" erlebe. Throm spricht von "Demut", die er entwickelt habe, nicht zuletzt wegen der Erfahrung bei der Landtagswahl 2016, als er der Grünen-Politikerin Susanne Bay unterlag und sein Abgeordnetenmandat abgeben musste. "Solch ein Ereignis muss man erst einmal verdauen", blickt Throm auf diese bittere Stunde zurück.

Selbsteinschätzung: "Bei mir weiß man, woran man ist"

Mit klarer Haltung nach Berlin

Die Lust an der Politik ist dem Rechtsanwalt freilich nicht abhanden gekommen. Mit "Stringenz und Penetranz" will er − so er denn das Mandat der Wähler bekommt − im Bundestag für seine Themen eintreten. "Sachlich, nüchtern, mit einer klaren Haltung" − so beschreibt Throm seinen politischen Stil. "Ich bin keiner, der allen alles verspricht", sagt er. "Aber bei mir weiß man, woran man ist."

Familienfreundlichkeit steht weit oben auf seiner Agenda. "Ich möchte jungen Menschen die Entscheidung für die Familie so leicht wie möglich machen", sagt der zweifache verheiratete Familienvater. Dazu gehören finanzielle Anreize ebenso wie der gebührenfreie Kindergarten, wie ihn Heilbronn bereits hat, sowie Generationengerechtigkeit in der Rente.

Auch für eine Stärkung der inneren Sicherheit tritt der Christdemokrat ein. Throm freut sich, dass das Thema in diesen unsicheren Zeiten wieder mehr geschätzt werde. "Es ist die erste Aufgabe des Staates, für die Sicherheit seiner Bürger zu sorgen", betont er. In der Flüchtlingspolitik, die in der Union heftig umstritten ist, nimmt er eine klare Haltung ein. Schutzbedürftigen müsse Deutschland Schutz gewähren. Aber jene, die keinen Anspruch auf Asyl haben, müssten das Land wieder verlassen. "Das hat auch etwas mit Gerechtigkeit zu tun", sagt Throm.

Verkehrsprobleme angehen

Mit klarer Haltung nach Berlin
Sein "erstes Pressefoto" zeigt Alexander Throm beim Sprung in die Ferien, erschienen am 21. Oktober 1977 in der Stimme.

Als direkt gewählter Abgeordneter möchte sich der Heilbronner im Bundestag für die Belange seiner Heimatregion einsetzen. Die enormen Verkehrsprobleme auf der Schiene und auf der Straße erforderten den Schulterschluss aller Beteiligten, um bestmögliche Lösungen für die Region zu erzielen. Hier sieht Throm noch viel Luft nach oben, etwa, wenn es darum geht, Fördergelder abzurufen.

Bei allem politischen Klein-Klein versucht Alexander Throm das große Ganze im Auge zu behalten. "Uns geht es so gut wie keiner anderen Generation vorher", stellt er fest. Freiheit, Frieden und Wohlstand seien keine Selbstverständlichkeit, sondern müssten immer wieder neu erarbeitet und verteidigt werden. Der CDU-Politiker spricht sich für eine deutliche Aufstockung der Entwicklungshilfe für Afrika aus − "sonst hat das angesichts des Bevölkerungswachstums dort dramatische Folgen für Deutschland und Europa".

 

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