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Influencerin Tina von tinabambiiina gibt einen Einblick hinter die Kulissen ihres Berufs

Ein Beruf, der mehr erfordert als schöne Fotos und Reisen: Stimmt-Schreiberin Milea hat sich mit Tina (@tinabambiiina) über ihr Influencer-Dasein unterhalten.

Von Milea Erzinger
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Lesezeit  3 Min
Tinas Themen-Schwerpunkte auf Instagram liegen auf Ernährung, Fitness und Reisen. Seit rund sechs Jahren ist sie auf der Fotoplattform aktiv. Fotos: privat

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie das Leben hinter den Kulissen eines Influencers aussieht? Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, habe ich mit Tina (Instagram: tinabambiiina) gesprochen. Die 33-Jährige, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen will, lebt in Nürnberg, hat zwischenzeitlich auch mal in Heilbronn gewohnt, und ist seit rund sechs Jahren auf Instagram unterwegs. Ihre Reichweite mit ihren bereits mehr als 270 000 Followern hat sie mit Hilfe von Fitness- Rezepten aufgebaut. „Angefangen hat alles damit, dass meine beste Freundin und ich einiges an gesunden Gerichten ausprobiert haben“, erzählt Tina. „Letztendlich hat meine Freundin mich dazu motiviert, mich bei Instagram anzumelden, um dort gemeinsam nach Inspirationen für Rezepte zu schauen.“

Nach einiger Zeit entschloss sich Tina dazu, Bilder von Gebäck und Co. auf der Plattform zu teilen. „Besonders überrascht war ich, als ich bereits nach circa sechs Monaten 1000 Follower hatte.“ Neben Instagram arbeitet die 33-Jährige hauptberuflich als Bürokauffrau. Nachdem sie ihr Fachabitur im Bereich Wirtschaft und Verwaltung erfolgreich absolviert hatte, machte sie ihre Ausbildung zur Bürokauffrau und jobbte nebenher in einem Modegeschäft.

Als ihre Karriere als Influencerin anfing zu boomen, kündigte sie ihren Nebenjob. „Das wäre mir sonst zu viel geworden“, räumt Tina ein. Als Bürokauffrau arbeitet sie trotzdem noch: „Ich bin eher ein Sicherheitsmensch. Ich möchte ein geregeltes Einkommen im Monat haben und nicht auf Kooperationen angewiesen sein.“

Früher Hobby, jetzt Einkommensquelle: Rund 274 000 Menschen folgen der 33-jährigen Tina auf der Fotoplattform Instagram.

Hinter einem Influencer-Alltag steckt viel mehr als nur in die Kamera zu lächeln und schöne Outfits zu zeigen. Oftmals wird dieser Beruf enorm unterschätzt, weiß Tina aus Erfahrung. „Die Menschen sehen nicht, dass Influencer nie frei haben. Wir arbeiten sowohl unter der Woche, als auch am Wochenende oder im Urlaub“, erzählt die gelernte Bürokauffrau.

"Mehr als ein Fulltime-Job"

„Der Alltag eines Influencers ist mehr als ein Fulltime- Job. Auch wenn es für Außenstehende nicht danach aussieht, dreht sich bei uns alles um die sozialen Medien. Wir müssen Content shooten, uns Bildunterschriften überlegen und zahlreiche Nachrichten beantworten.“ So gesehen arbeitet Tina rund um die Uhr. Im Alltag gibt es somit viele Höhen und Tiefen. „Alles unter einen Hut zu bringen, ist wohl am schwersten“, gibt Tina zu. „Außerdem stellen auch die Lichtverhältnisse im Winter eine große Hürde dar“, ergänzt sie schmunzelnd. „Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, ist es bereits dunkel.“ Unterstützung bekommt Tina weder von einem Management noch von ihrer Familie. Einzig ihre Freunde und ihr Freund helfen ihr dabei, Bilder zu shooten. 

Ein großer Bestandteil im Influencer-Alltag sind unter anderem Kooperationen mit Firmen. „Die Kooperation mit Fitone hat mir bisher am meisten Spaß gemacht“, erzählt die 33-Jährige. „Ich war das Gesicht der Fitnessstudio-Kette, habe Messen besucht, mit Leuten Bilder gemacht und mir die ganzen Studios angeschaut.“ Wichtig zu erwähnen, ist hierbei jedoch auch, dass Tina diese Events an ihren 30 Tagen Urlaub nimmt.

So laufen Kooperationen ab

Und wie läuft so eine Kooperation ab? „Im ersten Schritt schickt der Kunde einem meistens per Mail eine Anfrage. Wenn sie mir gefällt, lasse ich mir die Produkte zusenden, um sie zu testen. Wenn dann alles stimmt, bekomme ich von der Firma ein Briefing mit allen Informationen wie beispielsweise Code, Swipe-up-Link oder den Ablauf zugeschickt. Bei manchen Firmen ist es sogar so, dass die Story vorher eingeschickt und freigegeben werden muss“, erklärt Tina. Für einige Kooperationen werden nicht nur Bilder im gewohnten Umfeld, sondern auch mal aus ganz anderen Ländern gepostet. So hat Tina schon von manchen Leuten zu hören bekommen, sie sei dauernd im Urlaub. „Das sieht tatsächlich nur so aus“, sagt sie. „Ich habe auch nur 30 Tage Urlaub im Jahr, ich teile mir diese jedoch geschickt auf Brücken- und Feiertage auf und koste diese dann voll aus.“

 Auch der Druck, immer liefern zu müssen, sei da, erklärt Tina. „Sieht man zum Beispiel einen tollen Sonnenuntergang im Urlaub, macht man automatisch ein Bild und lädt es in der Story hoch, um auch andere daran teilhaben zu lassen, anstatt den Moment einfach mal zu genießen.“ Eine andere Seite ist auch der Hass, mit welchem Tina sich glücklicherweise nicht allzu viel rumschlagen muss. „Ich biete den Hatern von vornherein keine Angriffsfläche. Poste ich ein Bild, auf welchem ich Bauchfalten oder ähnliches habe, schreibe ich dazu, dass das komplett menschlich ist. Somit gibt es keinen Grund, irgendwelche gehässigen Kommentare abzulassen."

Rat an junge Influencer 

An die Neulinge unter den Influencern hat Tina folgenden Appell: „Bleibt immer an euren Träumen dran, seid aktiv auf Instagram und postet am besten jeden Tag einen Beitrag oder eine Story. Wichtig ist jedoch, dass ihr einen Mehrwert bieten könnt und, dass ihr authentisch bleibt und euch nicht verbiegt, um Geld zu verdienen beziehungsweise Influencer zu werden.“ 


Stimmt! Die junge Redaktion



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