Heilbronn
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Die Heilbronner Band "On the Roof" und ihre Sicht auf die regionale Kulturszene

"In einer Band lernt man fürs Leben", ist On the Roof überzeugt. Warum es dann verhältnismäßig wenige Newcomer in der Heilbronner Musikszene gibt? Die fünf Musiker haben eine Theorie.

Von Lilli Zenth
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Lesezeit  2 Min

Kreative junge Menschen mit vielen Ideen und lauten Instrumenten: Das beschreibt die Heilbronner Band On the Roof, die sich 2014 gründete und sich aus Michel Schulze, Florian Arlt, Vanessa Binder, Sebastian Klug und Steffen Beurer zusammensetzt. Angefangen mit Auftritten auf Geburtstagen und Bandproben im Jugendzimmer, entwickelte sich die Band schnell zu einem Teil der lokalen Musik- und Kulturszene. Mittlerweile gibt es regelmäßige Auftritte und sogar eigene Lieder der Rockband zu hören.

On the Roof. Fotos: privat

Auch die Beziehung der Mitglieder untereinander hat sich über die Zeit verändert, und sie sind einander nun näher denn je, wie sie sagen. Ihre Band bezeichnen die fünf liebevoll als ihr gemeinsames Kind, mit dem sie aber nicht nur glänzende Momente wie Live-Auftritte, sondern auch Krisen und Meinungsverschiedenheiten untereinander erleben.

Warum man in einer Band fürs Leben lernt 

Nichtsdestotrotz sind sich alle einig, dass das kreative Arbeiten für die Jugend so wichtig ist wie kaum etwas anderes. In einer Band lernt man fürs Leben, und zwar nicht nur praktische Lektionen wie das Übernehmen von Verantwortung, Organisations- oder Konzentrationsfähigkeit. Die Jugendlichen bekommen auch ein tieferes Verständnis sowie ein besseres Vertrauen in sich selbst. Und sind wir mal ehrlich, wer kann das vor allem in seiner Jugend nicht gut gebrauchen?

Doch noch etwas anderes gibt einem die Musik mit auf den Weg: Sie kann für viele zur Sprache werden. Zur Sprache, die die Emotionen ausdrückt, für die es laut Bassist Steffen Beurer „keine Worte gibt”. Durch die Musik erschafft sich die Band eine eigene Welt, von der jeder ein Teil werden kann, sie verarbeiten Gefühle und Gedanken in Songtexten und bringen alles mit auf die Bühne. Musik kann Medizin sein, und die Bandmitglieder sind der Meinung, dass mehr junge Menschen von ihr profitieren sollten. Musik zu machen, heißt seinen Gedanken und Hoffnungen ganz wortwörtlich eine Stimme zu verleihen und seine Ängste und Befürchtungen und auch seine Wut laut in die Welt zu schreien.

Wie es um die Heilbronner Musikszene bestellt ist

"In einer Band lernt man fürs Leben."

Doch wenn es diese geniale Möglichkeit schon gibt, warum gibt es dann nicht viel mehr junge Newcomer in der doch recht familiären Heilbronner Musikszene? Die Zurückhaltung erklärt sich On the Roof vor allem mit den vielen Ressourcen, die für eine Bandgründung aufgebracht werden müssen.

Neben Geld für Instrumente, die Miete eines Proberaumes und für jegliches sonstiges Equipment sind zwei der Hauptaspekte auch Energie und Zeit, die bei den meisten Jugendlichen neben Schule, Job oder Studium und anderen Hobbies sowieso begrenzt ist. Doch sicher spielt auch mangelndes Selbstvertrauen und Vertrauen in die musikalischen Fähigkeiten eine entscheidende Rolle. Nicht jeder ist mit dem Privileg gesegnet, bereits von Kind an ein Instrument zu erlernen. Sich diese Fähigkeiten selbst beibringen zu können, erfordert wahnsinnig viel Willenskraft, Geduld und Selbstbewusstsein.

Rat an junge Musiker 

Doch die fünfköpfige Band gibt jungen Musikinteressierten trotzdem den Ratschlag, nicht aufzuhören und sich auf kein keinen Fall einschüchtern zu lassen. Man brauche junge Stimmen in der Musik, die uns sagen, was in ihnen vorgeht und wie die Welt für sie aussehen soll. Und wir brauchen kreative Köpfe und beste Freunde, die zusammen Musik machen, denn ohne junge Leute und neue Geschichten stirbt die Kulturwelt langsam aus. Also der dringende Hinweis von On the Roof an jeden Musiker: „Vernetzt euch untereinander, und sucht Menschen, mit denen ihr gerne Musik macht. Redet immer offen miteinander, und passt auch auf eure Freundschaft innerhalb der Band auf, weil es das ist, was wirklich zählt. Spaß geht immer über Karriere."


Stimmt! Die junge Redaktion



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