Berlin (dpa)
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Deutsche gehen sparsamer mit Energie um

Wegen der steigenden Energiepreise versuchen viele Menschen in Deutschland ihren Verbrauch zu senken. Vor allem bei Heizen und Warmwasser ist die Bereitschaft zum Sparen hoch. Das zeigt eine Umfrage.

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Dusche
Viele Menschen in Deutschland versuchen, beim Heizen oder beim Warmwasserverbrauch Energie einzusparen.  Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Menschen in Deutschland gehen angesichts der gestiegenen Preise laut einer Umfrage bewusster mit Energie für die Wärmeversorgung um. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Von 1200 befragten Menschen gaben demnach mehr als drei Viertel (77 Prozent) an, dass sie in den vergangenen Monaten ihr Verhalten geändert und versucht haben, beim Heizen oder beim Warmwasserverbrauch Energie einzusparen. Nur etwa jeder Fünfte (19 Prozent) gab an, sein Verhalten nicht verändert zu haben.

Expertin sieht noch hohes Einsparpotenzial

«Aufgrund des Angriffskrieges auf die Ukraine und der steigenden Energiepreise hat unser Umgang mit Energie noch mal an Bedeutung gewonnen», sagte BDEW-Chefin Kerstin Andreae. «In fast jedem Haushalt gibt es noch Möglichkeiten, Energie einzusparen.»

Laut Umfrage nannten rund zwei Drittel (67 Prozent) als Hauptmotivation für den sparsameren Umgang mit Energie die gestiegenen Kosten. Rund jeder Fünfte (19 Prozent) spart aus Gründen des Umweltschutzes, den Ukraine-Krieg nannten 5 Prozent als Hauptgrund.

Die meisten Befragten haben mehrere Maßnahmen ergriffen, um Energie beim Heizen und Warmwasser zu sparen. Rund jeder Zweite gab an, die Raumtemperatur gesenkt (56 Prozent), beim Verlassen des Hauses verstärkt auf eine heruntergedrehte Heizung geachtet (52 Prozent) oder weniger Räume beheizt zu haben (48 Prozent). Weniger oder kürzer duschen und mehr Stoßlüften sind weitere Maßnahmen. 13 Prozent haben programmierbare Thermostate an ihren Heizkörpern montiert.

Habeck wirbt mit neuer Kampagne für das Energiesparen

Mit einer neuen Kampagne unter dem Motto «80 Millionen gemeinsam für den Energiewechsel» wirbt Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) für das Energiesparen. «Machen Sie mit», warb Habeck zur Vorstellung der Kampagne am Freitag in Berlin. «Wer Energie spart, hilft, dass Deutschland unabhängiger von russischen Importen wird und tut was fürs Klima.»

Geplant sind Anzeigen auf digitalen Anzeigetafeln etwa an Bahnhöfen, im Internet und in sozialen Netzwerken. Hinzu kommen eine Telefon-Hotline und Veranstaltungen. Das Motto bezieht sich auf die Einwohnerzahl Deutschlands, wo nach Angaben des Statistischen Bundesamts zuletzt 83,2 Millionen Menschen lebten. Die Kampagne richtet sich aber ebenso an Unternehmen.

Regelmäßig das Eisfach abtauen und Duschkopf wechseln

Die Preise für fossile Energie seien derzeit enorm hoch, so Habeck. «Gerade im Herbst werden viele Menschen deutlich höhere Heizrechnungen bekommen als sonst. Allein schon deshalb ist Energiesparen dringend notwendig, und ich weiß, dass viele schon schauen, wo sie etwas einsparen können, gerade, wenn sie ohnehin auf jeden Cent achten müssen.» Tipps und Hinweise sollten das so leicht wie möglich machen. «Regelmäßig das Eisfach abtauen, Duschkopf wechseln oder in Büros die Beleuchtung auf LED umstellen - das senkt den Verbrauch. Und wenn viele das machen, bringt das in der Summe wirklich was.»

Der Appell zum Energiesparen wird unterstützt von einer Reihe von Organisationen, darunter Kommunalverbände, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, Umwelt- und Verbraucherschützern.

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