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Kfz-Zulassungsdienste: Alles aus einer Hand

Öffnungszeiten beachten, Tag planen, Papiere suchen, Schilder besorgen, Nummer ziehen - warten. Für Zulassung oder Ummeldung eines Autos kann viel Zeit draufgehen. Dienstleister können das übernehmen.

Von Claudius Lüder, dpa
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Lesezeit 2 Min
Kfz-Zulassungsdienste
Vielen Wegen aus dem Weg gehen: Wer das Zulassen seines Autos nicht selbst erledigen mag, kann dafür spezielle Dienstleister beauftragen.  Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa/dpa-tmn

Die Freude über ein neues Auto kann schnell einen Dämpfer kriegen - wenn es um die Zulassung geht. Der Gang zum Amt erfordert viel Geduld ist oft mit langen Wartezeiten verbunden. Besonders groß ist der Ärger, wenn am Ende auch noch etwas fehlt.

Eindeutig entspannter: dafür einen Kfz-Zulassungsdienst zu beauftragen, der die lästige Abwicklung übernimmt. Diese Dienstleister werden sehr oft von Autohäusern, Leasinggesellschaften oder anderen Flottenanbietern wie Autovermietungen beauftragt. Doch mittlerweile setzen auch immer mehr Privatkunden auf den Service.

«Vielen ist der Gang zur Zulassungsstelle zu zeitaufwendig oder einfach nicht planbar genug. Und einen ganzen Urlaubstag will auch nicht jeder opfern», sagt Holger Ippen von der «Auto Zeitung». Zwar würden seit der Coronapandemie noch deutlich mehr Zulassungsstellen auch feste Termine vergeben, doch auch hier seien die Vorlaufzeiten zum Teil sehr lang, so der Redakteur.

Laut Philipp Kroschke vom Kfz-Dienstleister Kroschke hat die Coronapandemie aber auch für eine verstärkte Nachfrage von Privatpersonen gesorgt: «Es gibt sehr viele Neukunden, die sich während der Pandemie nicht den Kontakten in einer Zulassungsstelle aussetzen wollten und die sich daher für einen Zulassungsdienst wie uns entschieden haben.»

Das Unternehmen ist mit rund 500 Niederlassungen Branchenführer in Deutschland und kommt eigenen Angaben zufolge pro Jahr auf rund eine Million Zulassungen. Die Konkurrenz ist groß. Laut Kroschke gibt es allein in Berlin gut 700 Anbieter.

Papiere abgeben und warten

Der Zulassungsdienst erhält die Papiere des Neufahrzeugs, inklusive einer Kopie des Ausweises und einer Versicherungsbestätigungsnummer, erklärt Ippen: «Der Kunde bekommt dann die fertigen Kennzeichen mit Siegeln zurück, die er nur noch an seinem Fahrzeug befestigen muss.»

Je nachdem, für welchen Dienst der Kunde sich entscheide, erfolge die Kommunikation und Übergabe der Dokumente auf dem Postweg oder persönlich. «Viele unserer Kunden buchen den Service inzwischen über das Internet», so Philipp Kroschke. «Sie können dann auch online verfolgen, wie es mit der Zulassung vorangeht.»

Die Hürden für die digitale Anmeldung sind hoch

Wer allerdings auf eigene Faust sein Auto online ummelden will, stößt nach wie vor vielerorts an Grenzen. «In der Theorie funktioniert die An-, Ab- und Ummeldung bereits seit Oktober 2019 vom Sofa aus», sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV). «In der Praxis jedoch ist die vom Bund initiierte internetbasierte Fahrzeugzulassung i-Kfz bei vielen Verwaltungen noch immer nicht möglich».

Und selbst dort, wo es möglich ist, seien die Hürden hoch. So müsse der Fahrzeugschein den dafür notwendigen Sicherheitscode beinhalten. Daneben ist ein Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion und ein Smartphone mit der Ausweis-App erforderlich.

Für die Kfz-Zulassungsdienste wird es also vorerst noch genug zu tun geben. Gleichwohl glaubt Holger Ippen, dass sich die Zahl der Anbieter drastisch verringern wird. «Aktuell ist das Angebot sehr groß und fast unübersichtlich - auch Verkehrsclubs und Versicherungen bieten das inzwischen an», sagt er.

Kunden sollten genau hinschauen, denn nicht jeder Anbieter halte auch, was er verspreche. «Mitunter werden Termine nicht eingehalten, zudem sollte man die Preisgestaltung hinterfragen», sagt Ippen.

Komplettpreis vs. Einzelposten

Die meisten Zulassungsdienste arbeiten mit Komplettpreisen und berechnen für eine normale Pkw-Zulassung zwischen 100 und 140 Euro. In dem Preis sind dann sowohl die Verwaltungsgebühren als auch die Kennzeichen, die komplette Abwicklung und der Versand enthalten. Die reine Dienstleistung schlägt zumeist mit 30 bis 40 Euro zu Buche.

Wer keine Expresszulassung beantragt, muss unter Umständen länger auf seine Papiere warten. Die Dauer einer Zulassung liege im Schnitt bei einer Woche, so Ippen. «Es hat aber schon Anbieter gegeben, die mit ihren Kundenaufträgen erst dann zur Zulassungsstelle gegangen sind, wenn sie mehrere Aufträge gesammelt hatten.» Hier hätten die Wartezeiten dann bei mehreren Wochen gelegen. Kunden sollten sich daher einen Termin bestätigen lassen beziehungsweise das Kleingedruckte beachten.

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