Landtagswahl 2021

SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch über Schulentwicklung und Vereinsförderung

Neckarsulm  Vor der Landtagwahl besichtigt SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch zusammen mit Klaus Ranger, Kandidat im Wahlkreis Neckarsulm, den Schul- und Vereinsstandort, der vielen als Vorbild taugt. Denn bei der Digitalisierung der Schulen drückt Neckarsulm aufs Tempo.

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Genossen an der Wiese, auf der die Stadt Neckarsulm eine neue Schule errichten wird: Spitzenkandidat Andreas Stoch (links) mit Klaus Ranger.

Foto: Simon Gajer

Der Wahlkampf hat seine Tücken. Coronabedingt fallen beim SPD-Spitzenkandidaten Andreas Stoch die Großveranstaltungen aus, aber die Szene für Fotos und Videos muss trotzdem stimmen: Das mitgeschleppte SPD-Fähnchen hält aber dem Wind in Neckarsulm nicht stand und landet erst einmal auf dem Boden.

Das ZDF-Kamerateam, das den Kandidaten so in Szene setzen will, damit etwas von Neckarsulm zu erkennen ist, hat es auch nicht leicht: So dicht vor der Wahl sind Drehs im Aquatoll, wohin es auch geht, tabu. Aber Andreas Stoch ist in seinem Element. Ob Vereinsförderung oder Schullandschaft, auf jede Frage hat er Antworten parat. Mit Klaus Ranger, Kandidat im Wahlkreis Neckarsulm, schaut sich Stoch in einer Stadt um, die für viele als Vorbild taugt.

Die Digitalisierung an den Schulen ist fast umgesetzt

Bei der Digitalisierung der Schulen drückt Neckarsulm aufs Tempo. Weit vor Corona haben sich Stadt und Schulen auf den Weg gemacht, die Digitalisierung voranzutreiben. Die Schulen sind mittlerweile ans Breitbandnetz angeschlossen, in wenigen Wochen soll tatsächlich alles umgesetzt sein. Andreas Stoch, ehemals Kultusminister, sieht hier ein ermutigendes Beispiel. Die Verantwortlichen hätten die Digitalisierung angepackt, sagt er. "Die Schulen sind ein Stück weiter", lobt er den Neckarsulmer Weg.

Kritik am Verhalten der Kultusministerin

Beim Thema Digitalisierung kann er sich eine Spitze gegen die grün-schwarze Landesregierung mit der Unionskultusministerin Susanne Eisenmann nicht ersparen. Von einem Kompetenzwirrwarr spricht er. Bürokratische Hindernisse, betont er, müssten abgebaut werden. Doch das gelinge eben nur, wenn man sich vor Ort umhöre. Susanne Eisenmann, sagt Andreas Stoch, arbeite aber nur in einer Blase und kommuniziere nicht mehr mit Mitarbeitern und Betroffenen.

Dass es auch ohne Bürokratie gehen kann und schnelle Erfolge möglich sind, habe das Land bei den Corona-Hilfen für die Schulen gezeigt: Andreas Stoch berichtet vom Besuch in Weinsberg, wo ihm berichtet wurde, dass Schul-Tablets tatsächlich zwei Wochen nach Bestellung angekommen seien. Medienentwicklungspläne mussten nicht mehr vorab ein-, sondern konnten nachgereicht werden.

Vereine sollen ermutigt werden, die Corona-Hilfen auch abzurufen

Neckarsulm ist beim Sport spitze, doch SPD-Landeschef Stoch liegen nicht nur die Sportler am Herzen. Die ganze Vereinslandschaft hat er im Auge. 25 Millionen Euro an Förderung habe das Land zur Verfügung gestellt, aber das Geld würde kaum abgerufen. "Wir müssen die Vereine dazu bringen, dass sie die Hilfen annehmen."

Bei der Förderung der Sportstätten muss es schneller gehen

Klaus Ranger, auch Vorsitzender des Sportkreises in Stadt und Landkreis Heilbronn, kennt die Situation in den Klubs. "Ihnen fehlt viel Geld." Durch die Pandemie hörten Mitglieder auf, Beiträge seien weg. "Doch der Betrieb muss weitergehen", sagt Klaus Ranger, der auch für die SPD im Gemeinderat Neckarsulm sitzt. Ein wichtiges Thema für ihn sind die Baukostenzuschüsse, auf die vor allem Tennis-, Schützen- und Reitvereine angewiesen seien. Das Ziel sei, dass das Land solche Projekte mit 30 Prozent unterstützt. Seit Jahren liege man darunter. Schneller müsse das Verfahren gehen, in denen die Vereine das Geld erhalten. Zwischen der Finanzzusage und der eigentlichen Überweisen durch das Land können zwischen vier und fünf Jahren liegen. Zu lange, findet Klaus Ranger: Bei den Vereinen gehe es um Summen in sechsstelliger Höhe.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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