Landtagswahl 2021

Voller Vorfreude und Spannung bei der Wahl-Premiere

Heilbronn  Besarta Hajra beschreibt ihre Gefühle und Hoffnungen vor der Landtagswahl, bei der sie erstmalig ihre Stimme abgeben darf. Die 18-Jährige erhofft sich mehr Jüngere und mehr Frauen in der Politik.

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Erstwählerin Besarta Hajra (18) vor dem Heilbronner Rathaus. Wenn dort am 14. März die Landtagswahl ausgezählt wird, fiebert sie daheim im Internet mit.

Foto: Andreas Veigel

Sie darf zum ersten Mal bei einer "großen Wahl" wie der Landtagswahl Mitte März ihre Stimme abgeben. "Ich freue mich drauf", sagt Besarta Hajra. Die 18-jährige Heilbronnerin, zum zweiten Mal in den Jugendgemeinderat gewählt, findet es wichtig, dass junge Leute wählen gehen. "Ich will mit entscheiden, wer da mit am Tisch sitzt, wer etwas zu sagen hat", sagt sie bestimmt.

Wie gehen junge Menschen an so einen Urnengang heran, wie bereiten sie ihre Entscheidung vor? Ganz unbedeutend ist die Schar der Erstwähler bei einer Landtagswahl nicht. In der Stadt Heilbronn sind rund 5200 im Verzeichnis registriert – immerhin 6,8 Prozent der gut 76.500 Wahlberechtigten.

In der Gastro ein bisschen Geld verdienen

Besarta Hajra hat gerade Fachabitur gemacht, verdient jetzt vor einem Studium erst mal ein bisschen Geld durch einen Gastronomie-Job, da sie bald eine Weltreise machen möchte. Immerhin rund 20 Wochenstunden kann sie derzeit trotz Lockdown im "Burgerheart" mitarbeiten. Es sei immer etwas zu tun.

Ganz am Anfang ist sie erst mal ins Internet gegangen, hat sich auf der Seite Landtagswahl in Baden-Württemberg erklären lassen, wie das mit der Stimme und den Wahlkreiskandidaten funktioniert. Sie hat Ehrgeiz: "Ich will mir alle Kandidaten ansehen." Auch wenn sie eine klare Tendenz hat, möchte die 18-Jährige eine Liste mit Pro und Contra zu jedem Kandidaten und ihren Parteien machen.

Sie möchte sehen, was zu ihrer Linie passt, schaut sich dazu auch Wahlprogramme an und diskutiert mit Freunden. "Es könnte ja sein, dass mich noch etwas anderes überzeugt."

Manche setzen sich nicht mit der Wahl auseinander

So viel Arbeit macht sich längst nicht jeder. Besarta Hajra hat viele junge Bekannte, die sich für Politik interessieren. Es gebe aber auch einen Teil, der eher vielleicht wählen geht oder die, die sich gar nicht mit dem Thema Wahl auseinandersetzen. Dabei gebe es viele Felder, die wichtig sind. Bildung und Bildungspläne nennt sie zuerst, weil sie findet, dass in der Schule wichtige Dinge gar nicht oder viel zu wenig behandelt werden. Politik und Wirtschaft zum Beispiel, was Steuern sind oder mehr als das klassische Mann-Frau-Schema in Sexualkunde.

Klima und Energie ist ihr wichtig, der öffentliche Nahverkehr sollte billiger werden. Den Corona-Lockdown akzeptiert sie, auch wenn der zweite härter als der erste sei. Sie pflegt ihre Großeltern, sagt, dass man vorsichtig sein müsse. Ihrer Meinung nach hätte man früher konsequenter vorgehen können.

Wahlplakate sprechen sie nicht so sehr an

Mit Blick auf die vielen Wahlplakate in der Stadt hat sie eine klare Haltung. Sie findet es gut, dass man dadurch den ersten Kontakt zu den Gesichtern der Kandidaten bekommt. Aber: Die kurzen Slogans sprechen sie gar nicht an. "Das ist eher Marketing." Sie will genauer wissen, wofür jemand steht.

Am Wahltag möchte die Jungwählerin ihre Stimme auf jeden Fall im Wahllokal abgeben. Weil sie dann sieht, dass sie in der Wahlurne ankommt. "Ich bin gespannt, wie es ausgeht", sagt die 18-Jährige. Sie hofft, dass mehr Jüngere an den Entscheidungen mitwirken – "und dass es mehr Frauen in der Politik gibt".

 

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Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.

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