Landtagswahl 2021

Susanne Bay siegt mit deutlichem Vorsprung im Wahlkreis Heilbronn

Heilbronn  Mit 30 Prozent löst Susanne Bay von den Grünen wieder das Ticket in den Landtag. Thomas Strobl (CDU) verliert dagegen Stimmen.

Von unserer Redaktion
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Das ist der Hammer“, freut sich Wahlsiegerin Susanne Bay (Grüne) über ihr sehr gutes Abschneiden: „Das ist ein Ergebnis, das auf vielen Schultern ruht.“ Sie ist den Tränen nahe, als sie anmerkt: „Ich hätte nie damit gerechnet, dem Innenminister so viele Stimmen wegzunehmen. Ich habe mit einem knappen Ausgang gerechnet. “

Dass die CDU im Wahlkreis stagnierte, führt die Politikerin darauf zurück, dass „ich nie positive Aussagen vernommen habe“. Mit dem Selbstbewusstsein der Siegerin sagt Bay (56): „Das Ergebnis zeigt, dass ich in den letzten fünf Jahren nicht alles schlecht gemacht habe.“

Strobl gratuliert

„Zunächst gratuliere ich Susanne Bay aus ganzem Herzen. Sie ist auf Platz 1, ich auf Rang 2. Da gibt es kein vertun“, gesteht Thomas Strobl (CDU, 60) seine Niederlage ein. Bei so einem Gesamtergebnis für die Grünen habe die CDU keine Chance gehabt, den stets schwierigen Wahlkreis Heilbronn zu gewinnen. Ein kleiner Trost ist Strobl, dass er das 2016-er Ergebnis minimal verbessern konnte.

Wunden lecken bei der AfD

„Begeistert bin ich nicht über das Abschneiden der AfD“, gesteht Michael Seher. Jetzt gelte es zunächst, die Wunden zu lecken und zu analysieren, warum es so schlecht gelaufen ist: „Ich habe alles gegeben. Beim nächsten Mal werden wir es besser machen.“ Ein Grund für das schlechte Abschneiden der AfD ist für den 61-Jährigen der hohe Anteil an Briefwählern.“ 


„Dass es eine enge Kiste wird war klar, dass es aber so gekommen ist, ist schlimm“, sagt Rainer Hinderer (58) von der SPD, der sein Landtagsmandat verloren hat. Er führt dies „auf die Zuspitzung ums Direktmandat“ in Heilbronn zurück. „Hätte ich die drei Prozent, die Susanne Bay gewonnen hat, wäre ich noch drin.“ „Nicht ganz so schlimm“ sehe es für die SPD landesweit aus, wo sie aus der Wahl vor AfD und FDP wohl als dritte Kraft hervorgehe.

Zitterpartie für die FDP

Für Nico Weinmann (FDP) wird der Wahlabend zur Zitterpartie. Er liegt mit 12,3 Prozent über dem Landesschnitt seiner Partei. Kommt er in den Landtag? Gegen 23 Uhr war es weiter unklar. Mit welcher Regierung es weitergeht? Weinmann sieht den Ball im Feld der Grünen. Eigentlich sieht er die grün-schwarze Koalition mit dem Wählervotum abgewählt. Die klare Alternative: eine Ampelkoalition.

Ein kleiner Grund zur Freude

Marlene Neumann (33) freut sich, dass sie das Linken-Ergebnis verbessern konnte. Sie nimmt es als Bestätigung und Ermutigung, sich weiter in der Regional- und Kommunalpolitik einzubringen. Bedauerlich sei die geringe Wahlbeteiligung. „Ob das Corona-Verdruss ist?“ Sie wünscht sich eine Ampel-Regierung, „weil dann die CDU weg wäre und die SPD nicht weit von unseren Zielen ist: Soziales, Bildung, Kitas und so weiter“. 

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