Landtagswahl 2021

So reagieren die Menschen im Kraichgau auf das Wahlergebnis der Landtagswahl

Kraichgau  Die Grünen haben erstmals das Direktmandat geholt, der Kandidat der SPD hat es hingegen nicht in den Landtag geschafft. Freude und Enttäuschung liegen nah beisammen.

Email

Im Wahlkreis Eppingen haben sich gleich vier Kandidaten durchgesetzt. Die Grünen sind zufrieden, die SPD ist enttäuscht vom Ergebnis.

Foto: Archiv/dpa

Das Ergebnis der Landtagswahlen hat auch direkten Einfluss auf die Region. In allen drei Wahlkreisen konnten sich die Kandidaten der Grünen durchsetzen und errangen die Direktmandate. Bei Robin Müller, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Bad Rappenauer Gemeinderat, ist die Freude am Tag nach der Wahl groß. "Das ist rundum gut gelaufen", sagt Müller auf Nachfrage.

Direkter Draht nach Stuttgart

Alle Bewerber hätten sich sehr engagiert, obwohl ein Wahlkampf in Corona-Zeiten alles andere als einfach sei. Wenn dann unterm Strich auch noch solch ein Ergebnis bei rauskomme, sei das "überragend". Die Direktmandate seien nicht selbstverständlich gewesen. "Das wäre auch nicht richtig gewesen, das wussten die drei", so der Jurist. Dass es jetzt einen direkten Draht nach Stuttgart gebe, sei sehr gut. Im Wahlkreis Eppingen haben es vier Kandidaten in den Landtag geschafft. Darüber freut sich auch der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Eppingen. "Es ist toll, dass wir durch ein Quartett in Stuttgart vertreten werden", sagt Steffen Kammerlander. Da bedeute, mehr Ansprechpartner zu haben, von denen er einige auch persönlich kenne. Dass es tatsächlich vier Bewerber schaffen, damit habe er allerdings im Vorfeld nicht gerechnet.

Enttäuschendes Ergebnis

Der Kandidat der SPD, Jens Schäfer, gehört nicht zu diesem Quartett. "Das ist sehr schade, denn Jens hat einen sehr guten Wahlkampf gemacht", erklärt Reinhard Ihle, Lehrer und Stadtrat in Eppingen. Das Ergebnis im gesamten Bundesland bezeichnet Ihle als "enttäuschend". Doch gegen einen Politiker wie Winfried Kretschmann anzukommen, sei eben nicht einfach. Dessen Strahlkraft sei außerordentlich. "Ich würde mich sehr freuen, wenn Jens weitermachen würde."

Tobias Müller, Vorsitzender des Angelvereins Ittlingen, sieht in dem Ergebnis eine Kehrtwende im Denken und Parallelen zu dem Stimmungsbild in seinem Heimatort: "Man merkt, dass den Menschen der Klimaschutz wichtig ist." Nicht nur in seinem eigenen Garten sehe er, was mit der Natur los sei. Auch der ökologische Zustand des Wassers in Elsenz und Hilsbach sei schlecht. Als Angler bekommt Müller das direkt mit. Dass die Grünen vor zehn Jahren ausschließlich wegen der Kernschmelze in Fukushima gewählt wurden, das sei durch die vergangenen zwei Wahlen widerlegt. "Man sieht, dass sie nicht nur deshalb dahin gespült wurden."


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

Kommentar hinzufügen