Landtagswahl 2021

Was Heilbronner zur alten, neuen Koalition sagen

Heilbronn/Stuttgart  Was denken die Leute von fünf weiteren Jahren mit einer möglichen grün-schwarzen Landesregierung in Baden-Württemberg? Wir haben Passanten in der Heilbronner Innenstadt gefragt.

Von Julian Ruf
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Der Mechatroniker Maximilian Frey aus Heilbronn sieht die Umweltpolitik der Grünen skeptisch. Eine Ampel-Koalition wünscht er sich nicht.

Foto: Julian Ruf

Die grünen Wahlsieger und die CDU im Land sind am Donnerstag in die Koalitionsverhandlungen gestartet. Geplant ist eine Wiederauflage des alten Regierungsbündnisses in Baden-Württemberg. Ein großes Streitthema bei den Verhandlungen werden die Finanzen sein, denn die Corona-Krise brachte neue Schulden in Milliardenhöhe mit sich. Zugeständnisse möchte die CDU in Sachen Klimaschutz machen. Baden-Württemberg soll zum führenden "Klimaschutzland" ausgebaut werden, hieß es im Vorfeld.

Wenig Veränderung erwartet

Im Allgemeinen wird wenig Veränderung erwartet, aber man setzt große Hoffnung auf den Umweltschutz. So kann man die gemischten Reaktionen auf eine Umfrage unserer Zeitung in der Heilbronner Innenstadt zusammenfassen.

"Wir haben augenblicklich so viel mit der Pandemie zu tun. Erst nachdem diese bewältigt ist, wird sich im Ländle vielleicht etwas tun", meint Ilse Kappler. Die Rentnerin ist nicht sehr zuversichtlich, was den Umstieg auf alternative Energien anbelangt. "Kretschmann hat viel für Baden-Württemberg getan, aber bei der Umwelt geraten wir von einem Loch ins andere. Ich erhoffe mir von der neuen Regierung eher eine Rentenerhöhung und die Sanierung unserer Straßen", fügt sie hinzu.

 

Bessere Behandlung für Pflegekräfte

Der Mechatroniker Maximilian Frey hat ebenfalls verhaltene Erwartungen an die neue grün-schwarze Koalition. "Es wird sich nur wenig tun in der Umweltpolitik. Die Grünen sind hier bereits seit zehn Jahren an der Macht und viel verändert hat sich nicht", meint der 25-Jährige. "Ich wünsche mir von der neuen Regierung in Zukunft vor allem eine bessere Behandlung der Pflegekräfte. Menschen im öffentlichen Dienst müssen mehr gefördert werden", erklärt er. Einer alternativen Koalition aus Grünen, SPD und FDP erteilt er eine Absage. "Eine Ampel-Koalition wäre für mich auch nicht wünschenswert. Wir brauchen eher neue und junge Gesichter, anstatt der altbekannten Politiker."

"Da die Regierungsparteien nicht wechseln, wird sich im Allgemeinen nicht viel ändern", sagt auch die pensionierte Lehrerin Karin Merkle. "Kretschmann hat seine Sache aber bisher gut gemacht", findet sie. Für den Klimaschutz hat sie jedoch viel höhere Erwartungen. "Es wurde versprochen, dass Baden-Württemberg zum Klimaschutzland mit bis zu 1000 neuen Windrädern werden soll. Eine Solarpflicht auf privaten Neubauten soll ebenfalls kommen, was ich begrüßen würde." Für eine Ampel-Koalition sieht Merkle keine Zukunft. "Diese Frage stellt sich für mich gar nicht, da ich keine Ampel-Koalition erwartet habe. Ich glaube aber auch nicht, dass diese besser wäre", fügt sie ergänzend hinzu.

Konstrunktive Zusammenarbeit

Eine ähnliche Meinung vertritt David Kappes, ein gelernter Betriebswirt. "Nein, es wird sich mit einer neuen beziehungsweise alten Koalition wenig verändern", ist er sich sicher. "Ich erhoffe mir allerdings eine konstruktive Zusammenarbeit der Regierungsparteien und somit die Sicherung des Wohlstandes in unserem Bundesland." Beim Thema Umweltschutz ist er sehr zuversichtlich. "Ich denke, dass die Regierung die in der letzten Legislaturperiode ergriffenen Maßnahmen fortsetzen und zu einem positiven Ergebnis führen wird. Eine Koalition aus Grünen, SPD und FDP wünsche ich mir nicht."


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