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Würmer machen Sportplatz unbespielbar – Kleingartach setzt auf Kunstrasenlösung

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Eppingen bekundet Interesse an Bundesförderung für Kleingartacher Sportplatz. Der ist aufgrund von Wümern den Winter über unbespielbar. Das soll sich bald ändern. Kommt jetzt ein Kunstrasenplatz?


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Kleingartach hofft, seinen Sportplatz mit Hilfe eines neuen Kunstrasen-Belags ganzjährig nutzen zu können. Ein Förderprogramm des Bundes könnte dies möglich machen. Stadtverwaltung und Gemeinderat haben eine entsprechende Interessenbekundung auf den Weg gebracht.

Von Oktober bis März ist der Sportplatz in Eppingen-Kleingartach (Landkreis Heilbronn) mehr oder weniger unbespielbar. So schätzt Ortsvorsteher Andreas Oechsner die Lage ein. Schuld seien Würmer, die den Rasen und dessen Untergrund immer weiter aushöhlen, den Belag auf diese Weise aufweichen.

So lange ist schon bekannt, dass der Sportplatz in Kleingartach ein Problem hat

Bekannt ist das Problem laut Oechsner seit 2017, seit zwei Jahren ist es allerdings akut geworden. Würmer, die den Boden durchlüften: Was Gärtner und Landwirte erfreut, ist für ein Spielfeld ein absolutes No-Go. Saisonal müssen Jugendteams deshalb auf umliegende Fußballplätze in Niederhofen und Stetten ausweichen. Genutzt wird der Platz in der Heuchelbergstraße vor allem vom TSV Kleingartach. Auch die SG Stetten-Kleingartach sowie Schule und Kindergärten nutzen die Rasenfläche für Sport. Der Platz stammt aus den 70er Jahren, seitdem sei er nicht grundlegend erneuert worden, erinnert der Ostvorsteher. Für Kleingartach sei eine ganzjährige Bespielbarkeit wichtig.

Im Winter unbespielbar? Nun soll Kleingartachs Sportplatz einen Kunstrasenbelag erhalten.
Foto: Jörg Kühl
Im Winter unbespielbar? Nun soll Kleingartachs Sportplatz einen Kunstrasenbelag erhalten. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg

Deshalb gibt es jetzt Hoffnung für den Kleingartacher Rasenplatz

Nun lässt das Bundesprogramm „Sanierung Kommunaler Sportstätten“, mit 333 Millionen Euro unterfüttert, Hoffnung aufkeimen. Verwaltung und Gemeinderat der Stadt Eppingen hatten im Rahmen des Programms zum Jahresende Interessenbekundungen zur Sanierung des Hallenbads sowie der Hellberghalle auf den Weg gebracht. In der Gemeinderatssitzung vom 13. Januar wurde nun ganz kurzfristig noch eine Förderskizze für das Kleingartacher Spielfeld nachgelegt, Termin war der 15. Januar.

In Kleingartach geplant ist ein Normalspielfeld mit den Maßen 109 Mal 70 Meter: robust, wetterfest und deutlich belastbarer als der bisherige Naturrasen. Das Spielfeld soll die Engpässe beseitigen, die gerade in den Herbst- und Wintermonaten regelmäßig bei Training und Spielbetrieb entstehen: Matsch, Frost und Sperrzeiten setzen dem Sportbetrieb enge Grenzen. Mit dem Kunstrasen soll sich das grundlegend ändern.

Was die Sanierung des Kleingartacher Sportplatzes kostet

Der Kunstrasenplatz sei daher weit mehr als ein Bauprojekt, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Die Aufwertung gilt als wichtige Investition in die Vereinsarbeit, die Jugendarbeit und in ein verlässliches Bewegungsangebot für den gesamten Stadtteil. „Eine Riesenchance für Kleingartach und Eppingen“, freut sich Ortsvorsteher Andreas Oechsner. Auch die seit Jahren bestehende Spielgemeinschaft mit dem Schwaigerner Stadtteil Stetten soll durch die verbesserte Infrastruktur langfristig gesichert werden.

Für die Herstellung der Außenanlage werden rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen Baunebenkosten von etwa 170 000 Euro. Insgesamt belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten damit auf rund 1,5 Millionen Euro. Ein Teil der Finanzierung ist bereits angestoßen. Beim Regierungspräsidium Stuttgart wurde ein Antrag auf kommunale Sportstättenbauförderung gestellt, der bei positiver Entscheidung rund 120 000 Euro einbringen könnte. Das neu aufgelegte Bundesprogramm finanziert bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Für finanzschwache Kommunen wie Eppingen sind sogar Zuschüsse von bis zu 75 Prozent möglich.

Das ist der Zeitplan für die Sanierung des Kleingartacher Sportplatzes

Über die Eppinger Projekte entscheidet der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags voraussichtlich bis Ende Februar. Fällt die Entscheidung positiv aus, schießt die Stadtverwaltung ausführliche Anträge hinterher. Die Umsetzung des Kunstrasenplatzes wäre bis spätestens 2030 möglich. Finanziell ist das Vorhaben bereits im aktuellen Haushaltsplan berücksichtigt: Für dieses Jahr sind 400 000 Euro eingeplant, für 2027 zusätzlich eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 1,1 Millionen Euro.

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