Dieffenbacher auf Rekordjagd

Eppingen - Die Rekordjagd bei Dieffenbacher geht weiter: Trotz Krise hat der Eppinger Maschinen- und Anlagenbauer die Umsatzerlöse im vergangenen Jahr erneut gesteigert. Das gab Geschäftsführer Wolf-Gerd Dieffenbacher bei der Bilanzpressekonferenz in der Kraichgauer Firmenzentrale am Mittwoch bekannt.

Von Werner Tewes

Dieffenbacher auf Rekordjagd
Trotz Krise haben die Eppinger ihren Umsatz deutlich steigern können. Allerdings sind hierfür vor allem Zukäufe verantwortlich. Im ersten Halbjahr 2009 übernahm Dieffenbacher die Mehrheit an einer Firma aus Schanghai.Foto: Dieffenbacher

Eppingen - Die Rekordjagd bei Dieffenbacher geht weiter: Trotz Krise hat der Eppinger Maschinen- und Anlagenbauer die Umsatzerlöse im vergangenen Jahr erneut gesteigert. Das gab Geschäftsführer Wolf-Gerd Dieffenbacher bei der Bilanzpressekonferenz in der Kraichgauer Firmenzentrale am Mittwoch bekannt. "Wir sind bisher relativ gut durch die Krise gekommen", so der Unternehmenschef.

Deutliches Plus

Der Umsatz der Dieffenbacher-Gruppe, die vor allem Pressen für die Holzindustrie herstellt, ist 2009 um zehn Prozent auf 323 Millionen Euro gewachsen − der Höchstwert in der inzwischen 137-jährigen Geschichte des Kraichgauer Familienunternehmens. Die konzernweite Mitarbeiterzahl kletterte um knapp 670 auf jetzt 1689 Beschäftigte − ebenfalls Rekord.

Das Ergebnis, das Dieffenbacher traditionell nicht in Zahlen veröffentlicht, sei "überaus positiv" gewesen. So hat das Unternehmen sein Eigenkapital um sechs Millionen auf 59 Millionen Euro stärken können. Zum Vergleich: Die Gesamtbranche hat laut dem Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ein äußerst schwieriges Jahr hinter sich, mit einem durchschnittlichen Umsatzeinbruch von 40 Prozent.

Rückschläge

Eitel Sonnenschein in Eppingen? Nicht ganz. Denn die Zahlen geben nur einen Teil der Wirklichkeit wieder. Die Aufträge bei den Eppingern haben in der Regel eine Abwicklungsdauer von rund zwei Jahren. Dieffenbacher hat 2009 von Aufträgen profitiert, die in den Jahren 2007 und 2008 eingegangen sind. In der ersten Hälfte 2009 ging der Auftragseingang laut Management hingegen spürbar zurück. Die Kunden haben die Wirtschaftskrise gespürt, die Investitionsfreude flaute ab. Unternehmenschef Dieffenbacher spricht von Auftragsstornierungen und einer "schwierigen Zeit". Die Folge: Abbau von Stundenkonten, Kurzarbeit. Obwohl sich die Auftragslage in den vergangenen sechs Monaten wieder gebessert hat, arbeiten auch jetzt noch Teile der Belegschaft kurz.

Die steigenden Kennzahlen sind daneben noch dem Umstand geschuldet, dass Dieffenbacher auch in der Rezession expandiert hat: Firmen wurden zugekauft, unter anderem hat sich Dieffenbacher die Mehrheit an einen 600-Mann-Betrieb in China gesichert. Aber auch in andere Bereiche hat man investiert. Statt die geplante Halle am Hauptsitz zu errichten, hat Dieffenbacher Geld in die Forschung gesteckt. Neue Produkte sind so zur Marktreife gelangt: Energieanlagen etwa, in denen Holzabfälle verfeuert und zu Strom verarbeitet werden.

Gute Aussicht

Für 2010 kalkuliert Dieffenbacher ein "ähnliches Niveau" wie 2009. Finanzchef Volker Kitzelmann rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 300 Millionen im schlechtesten und 350 Millionen Euro im besten Fall. Im ersten Quartal 2010 betrug der Auftragseingang bereits 100 Millionen Euro. Personalabbau soll es keinen geben. "Eher stocken wir noch auf", so Kitzelmann.

Geschäftsbereiche

Das stärkste Geschäftsfeld ist die Holzplattentechnik. In diesem Bereich stellt Dieffenbacher Maschinen und Anlagen für die holzverarbeitende Industrie her. 80 Prozent des Umsatzes wurden 2009 hier erwirtschaftet. Der zweite Bereich ist die Umformtechnik. Darunter fallen Maschinen zur Metallumformung – zum Beispiel für die Automobilindustrie. 20 Prozent der Erlöse wurden hier erwirtschaftet. Die Umformtechnik hat laut Management stärker unter der Krise gelitten als die Holzplattentechnik.