Professioneller Vertrieb für Palmbräu (04.08.08)

Eppingen - Bei Palmbräu hat eine neue Zeitrechnung begonnen: Seit Juli hat mit Mario Heider der Vertriebsleiter des Schwetzinger Mehrheitsgesellschafters Weldebräu in Personalunion die Verantwortung für den Verkauf des Eppinger Gerstensafts übernommen. Dem Unternehmen soll mit einer professionelleren Verkaufsorganisation und einem strafferen Vertrieb wieder zurück auf die Beine geholfen werden. Hinter den Kulissen der Traditionsbrauerei brodelt es: „Was ist los bei Palmbräu?“, fragt die Gewerkschaft NGG in einem Flugblatt.

Dem Eppinger Traditionsunternehmen soll mit einer professionelleren Verkaufsorganisation und einem strafferen Vertrieb wieder zurück auf die Beine geholfen werden.

Eppingen/Heilbronn - Bei Palmbräu hat eine neue Zeitrechnung begonnen: Seit Juli hat mit Mario Heider der Vertriebsleiter des Schwetzinger Mehrheitsgesellschafters Weldebräu in Personalunion die Verantwortung für den Verkauf des Eppinger Gerstensafts übernommen. „Wir müssen alle Anstrengungen bündeln“, sagt Heider. „Der Absatz muss sich wieder in die richtige Richtung bewegen. Aber wir sehen großen Chancen für Palmbräu“. Das Heilbronner Volksfest, das zurzeit läuft und von Palmbräu mit Festbier versorgt wird, ist Teil seiner Zukunftsstrategie.

Dem Eppinger Traditionsunternehmen, das von Welde-Inhaber Hans Spielmann nach der Palmbräu-Insolvenz im Jahr 2002 mehrheitlich übernommen wurde, soll mit einer professionelleren Verkaufsorganisation und einem strafferen Vertrieb wieder zurück auf die Beine geholfen werden. Denn der Markt ist eng – das zeigt die Tatsache, dass der Mannheimer Wettbewerber Eichbaum zurzeit massiv Personal abbaut. Nicht mit radikalen Schnitten bei den Kosten, sondern mit Investitionen in die Zukunft will der Vertriebsprofi Heider punkten. Und mit neuen Gebinden, die der Traditionsmarke neue Kunden bringen sollen.

Klassiker sollen bleiben

„Der erste Monat war sehr gut“, berichtet Heider und verspricht ab Herbst erste Innovationen und Neuerungen. „Das Sortiment wird vielleicht etwas kleiner, aber feiner werden“, sagt er. Die Klassiker sollen aber auf alle Fälle bleiben. Auch vom Lebensmittel- und vom Getränkefachhandel habe er schon positive Signale bekommen.

Werkzeug für den Umbau des Vertriebs ist eine neue Firma, die Palmbräu Eppingen GmbH. Sie gehört zu 100 Prozent den Welde-Eigentümern und wird von dort aus gesteuert – wenngleich mit Andreas Polster einer der beiden Palmbräu-Brüder als Geschäftsführer eingetragen ist. „Wir machen das, weil wir Palmbräu nach vorne bringen wollen“, betont Heider.

Angesichts solcher Veränderungen ist es kein Wunder, dass es hinter den Kulissen brodelt: „Was ist los bei Palmbräu?“, fragt die Gewerkschaft NGG in einem Flugblatt, das am Wochenende in die Redaktion geflattert ist. „Wir wollen Klarheit für die Zukunft der Menschen der Menschen bei Palmbräu“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Burkhard Siebert. Für nächste Woche, wenn das Volksfest vorbei ist, haben die Eppinger einen Gesprächstermin mit dem Betriebsrat anberaumt, an dem weitere Details besprochen werden sollen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen etwa 35 Mitarbeiter. „Nach außen hin verändert sich gar nichts“, beschwichtigt Georg Polster. „Wir bauen um, damit wir schlagkräftiger werden.“

Veranstaltungshalle?

Georg Polster ist für den Braubetrieb verantwortlich. „Wir produzieren und stellen die Logistik zur Verfügung“, erklärt er die neue Rollenverteilung im Unternehmen. Aus der Abfüllhalle, die seit zwei Jahren leer steht, will er ein Veranstaltungszentrum machen. „Wir wollen die Halle so herrichten, dass sie ihren Charakter behält.“ Die Genehmigung dafür steht aber noch aus.