Schuttcontainer, Schilder und Schmierereien

Eppingen zwischen Baustellen und Bauprojekten

Von Peter Boxheimer

Ein Bauzaun und gefüllte Schutt container vor Gleis 1 räumen die letzten Zweifel aus. Im Eppinger Bahnhof haben tatsächlich die Renovierungsarbeiten begonnen. Im Westturm regieren die Handwerker. "Es bewegt sich endlich was", meint Pia Benz, Inhaberin des gleichnamigen Reisebüros, das künftig in dem Gebäude aus Großherzogs Zeiten residieren und die städtische Touristikinformation übernehmen wird. Sie hat inzwischen den Mietvertrag unterschrieben, rechnet aber nicht damit, vor Juni in die neuen Räume einziehen zu können. Was die Dauer der Bauarbeiten angeht, will sich die Bahn noch nicht festlegen. In die Maßnahme eingebettet ist die Verlegung des Stellwerks für die Stadtbahn - und da sind allerlei technische Detailfragen zu meistern.Das lässt Befürchtungen aufkommen: Die Arbeiten könnten sich wie die Planungs- und Genehmigungsphase hinschleppen. Die Eppinger hoffen, dass die Baustelle zumindest bis zum 125. Geburtstag der Kraichgaubahn geräumt sein wird. Ordnungsamtsleiter Manfred Staub will dafür aber nicht die Hand ins Feuer legen: "Bei der Bahn rechne ich mit allem." Peinlich wäre es zweifelsohne, wenn am 25. und 26. September Gerüste und Abdeckplanen die Jubiläumsgäste empfangen würden. Klar ist inzwischen, dass der offizielle Festakt - wie schon die Einweihung der Bahn und die 100-Jahr-Feier - in Eppingen begangen wird. In Vorbereitung ist ein großes Rahmenprogramm von der Dampfzugfahrt bis zur Ausstellung. Auch ein ICE soll an der Elsenz Station machen.Da sage noch einer, in den Ferien werde an einer Schule nicht geschafft. In der vorigen Woche hat die Adelshofener Baufirma Gomer den Umbau der Unterrichtsräume an der Eppinger Kaiserstraße vorangebracht. Fünf größere Klassenzimmer soll die Nordstadt-Grundschule nach den Sommerferien beziehen. Außerdem wechseln Rektor, Sekretariat und Lehrerzimmer in den Trakt, den früher die Sonderschüler benutzt haben. Erst einmal stehen jetzt Abbrucharbeiten an. Wände fallen, weil die Zimmer für die Erst- bis Viertklässler zu klein sind. Die reinen Baukosten summieren sich auf 143 000 Euro.Andernorts künden weiter nur Schilder von geplanten Baumaßnahmen. Der Wohnpark am Altstadtring lässt nach wie vor auf sich warten. Die Überlegungen des Rathauses, betreute Altenwohnungen beim Krankenhaus zu schaffen, haben die Baugesellschaft Hecker und Lachowitzer enttäuscht und zu einem Kurswechsel veranlasst. Sie hat das Projekt in zwei Abschnitte mit je zehn Wohnungen gesplittet. Außerdem sollen jetzt nicht nur betreuungsbedürftige Senioren angesprochen werden, sondern auch sonstige Interessenten, die sich Wohneigentum zulegen wollen. Dass die Zeiten für Investoren nicht leicht sind, zeigt auch die Baulücke bei der Post. Hier führt die Gesellschaft Mack-Blösch-Immobilien gerade Verhandlungen über größere Flächen. Verlaufen sie erfolgreich, könnte bald der Startschuss gegeben werden.Schilder sprechen Bände. An der El senzstraße wurde die Tafel demoliert, die auf die dortigen Gewerbebetriebe hinweist. Bei der alten Post haben Narren den Verkehrsspiegel beschmiert. Vandalismus - er ist ein Zeichen unserer Zeit.