Freunde der Jagd und des stolzen Hörnerklangs

Die Jagdhornbläser Kraichgau-Steinsberg machen mit ihren Erfolgen von sich reden - Norbert Breusch liebt das Instrument

Von Karoline Beck

Freunde der Jagd und des stolzen Hörnerklangs
Freunde der Jagd und des stolzen Hörnerklangs

Fotos, Auszeichnungen und Zeitungsberichte zieren die Wände seines Arbeitszimmers. Ergänzt wird die Sammlung von Instrumenten - vor allem Hörnern. Norbert Breusch zeigt auf ein Foto: „Das war auf der Tingstätte in Heidelberg. Da hatten wir etwa 7000 Zuhörer.“ Ein anderes Bild zeigt die Bläsergruppe in einem Fernsehstudio. „Das war 1985 beim SWF. Wir waren auch häufig beim Kurpfalzradio eingeladen.“ Weitere Fotos zeigen schmuck gekleidete Männer in prächtigen Kirchen - die Jagdhornbläser Kraichgau-Steinsberg. „Wir hatten viele Auftritte im gesamten deutschsprachigen Raum“, berichtet Breusch. „Die große Hubertusmesse haben wir unter anderem im Freiburger Münster, im Linzer Dom und im Fraumünster in Zürich aufgeführt.“ Dreimal schon waren die Jagdhornbläser Landesmeister, und im vergangenen August holten sie sich in Regensburg den Titel des Deutschen Vizemeisters.

So viel Erfolg gelingt nur mit der richtigen Einstellung, einer großen Portion Können und Leidenschaft für das ausgefallene Instrument. Und davon hat der smarte musikalische Leiter der Jagdhornbläser genug. Er bezeichnet sich als Kraichgauer, obwohl er vor 63 Jahren in Meschede im Sauerland geboren wurde. „Mein Vater stammt aber aus der Gegend, und ich bin gerne wieder in seine Heimatregion zurück gekommen“, erzählt er. Von seinem Vater, der Berufsjäger, Forstwart und Büchsenmacher war, hat er auch die Liebe zur Jagd geerbt.

Sieben Jahre nach der Jagdprüfung kam Norbert Breusch zur Bläserei. 1972 hat er die ersten Töne auf dem kleinen Jagdhorn gelernt. Aufmerksam wurde er durch einen Kollegen von den Jagdhornbläsern. Nach sieben Jahren wechselte er zu den Kurpfälzer Jagdhornbläsern in Heidelberg. Bereits nach zwei Jahren war er im neuen Bläserkreis der erste Hornist. Dort lernte er Reinhold Stief kennen. Eine tiefe Freundschaft verband Breusch mit dem Begründer der deutschen Parforcemusik und Komponist vieler bedeutender Stücke - darunter die Hubertusmesse. „Ohne ihn wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin“, gesteht Breusch.

Nach dem Tod Stiefs leistete Breusch viel musikalische Entwicklungshilfe in Hohenlohe und dem Odenwald. Vor neun Jahren hat er die Jagdhornbläser Kraichgau-Steinsberg übernommen. „Ich habe das Stief’sche Wissen“, meint er augenzwinkernd. „Meinen Erfolg baue ich auf fünf Begriffe auf: Demokratie, Transparenz, Vorbildfunktion, Motivation und Disziplin.“

Sorgen macht ihm der Nachwuchsmangel. Der Altersdurchschnitt der Jagdhornbläser Kraichgau-Steinsberg liegt bei 61 Jahren. „Leider wollen die jungen Jäger viel schießen, große Geländewagen fahren, aber sich nicht gerne verpflichten und die Tradition pflegen.“ Nebenbei schreibt der passionierte Jäger und Musiker Artikel für die Jagdzeitschrift „Pirsch“ und komponiert gelegentlich. Darunter ist die Kraichgau-Fanfare, die schon häufig gespielt wurde. Ein weiteres Hobby von ihm sind die uralten Jagdlieder, die er zu Gitarrenbegleitung singt und pfeift. Gerne gibt er bei Veranstaltungen, die er mit viel Charme moderiert, eines seiner Gedichte zum Besten.

Seit einem Monat ist Norbert Breusch Rentner. Für die Zukunft wünscht er sich Gesundheit, damit er noch lange die Musik, die Jagd, Freundschaften und Kameradschaften pflegen und natürlich mit seinem Wachtelhund Lauser in sein Jagdrevier ins Rautal gehen kann.