Es bleiben rote Zahlen - und die Hoffnung

Bad Rappenau: Gemeinderat steht geschlossen zu den defizitären Betrieben der Kur- und Klinikverwaltung und der BTB

Von Thomas Senger

Es bleiben rote Zahlen - und die Hoffnung

Gemütlich und entspannt sich zurücklehnen: Das können allenfalls die Besucher des Bad Rappenauer Hallenbads. (Foto: Steffan Maurhoff)

Mittlerweile zeichnet sich dank besserer Übernachtungszahlen im laufenden Jahr 2005 ein Silberstreif am Horizont ab, spricht auch Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen davon, dass die Kur auf dem Wege sei, die Krise hinter sich zu lassen.

Von unten nach oben durchgereicht werden die Ergebnisse der einzelnen Betriebe. Was Therapiezentrum, Kurklinik und Salinenklinik 2004 erwirtschafteten, war mit einem negativem Vorzeichen versehen. Über die Zwischenholding Schwärzberg Klinik liefen somit bei der Holding Kur- und Klinikverwaltung GmbH 813 000 Euro Verlust auf - ein weiterer dicker Brocken für die Stadt als Eigentümerin.

Denn unterm Strich muss sie weitere Summen abschreiben. Denn die Kommune hatte ja bereits auf Forderungen in Höhe von 2,8 Millionen verzichtet. Größte negative Einzelposten im vergangenen Jahr waren zum einen die Abschreibungen für die Rosentrittklinik (2,1 Millionen) sowie 700 000 Euro für den Sozialplan im Zuge der Reduzierung der Mitarbeiterzahlen.

"Immer wieder neu erschrocken" sei er, bekannte CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Hocher. Mit tiefer Sorge betrachte er die Bilanzen. Seit Jahren setze man auf Besserung, aber "wir glauben zurzeit nicht richtig daran". Ausdrücklich lobte die CDU jedoch die Leistungen von Geschäftsführung und Mitarbeitern.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Hans-Jürgen Thiel für die SPD. Besorgt sei auch seine Fraktion, "aber andererseits ein bisschen hoffnungsvoll". Denn die vorliegenden Zahlen würden eine Tendenz zum Besseren unterstreichen. Von einer "Schicksalsgemeinschaft" sprach Klaus Ries-Müller von der ÖDP: "Die Stadt braucht die Kurbetriebe als größten Arbeitgeber." Doch könne die Stadt "langfristig keine defizitären Kurbetriebe aus dem städtischen Haushalt mitfinanzieren". "Uns bleibt nur der steinige Weg, die Kurbetriebe weiter fit und effizienter für den harten Wettbewerb zu machen." Geschäftsführer Olaf Werner sowie dem Verwaltungsrat wurde Entlastung erteilt.

Ebenfalls ein teurer Kostgänger, und ebenfalls unverzichtbar nach Ansicht der Gemeinderäte: die Bad Rappenauer Touristik- und Bäder GmbH (BTB). Gut 2,3 Millionen Zuschuss war der Stadt das Engagement wert. Die BTB betreibt das Verkehrsamt, das Hallen- und das Freibad, die Gäste-Information sowie die Soleförderung und steuert die touristischen Aktivitäten der Stadt. "Wenig, wenig Einsparmöglichkeiten" gebe es, sinnierte Klaus Hocher. Regina Schulze (SPD) stimmte zu und ergänzte: "Die BTB bringt Lebensqualität für unsere Bürger und unterstützt die Kur." Neue Ideen forderte Klaus Ries-Müller - und eine Grundsatz-Entscheidung, ob man Wellness für Jedermann oder eine Exklusiv-Variante anbieten wolle. Die "mittelfristige" Hoffnung auf eine Reduzierung des Zuschussbedarfs äußerte Ulrich Schneider (Grüne). Er verwies anerkennend auch darauf, dass trotz des schlechteren Sommers die Vorjahreseinnahmen 2004 annähernd wieder erreicht worden seien. Einstimmig schließlich auch die Entlastung für BTB-Geschäftsführer Olaf Brüggemann und den Verwaltungsrat.


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