Woran der Patient Qualität erkennt

Bad Rappenau Sozial-Staatssekretär Dieter Hillebrand stellt Spezialheft Rehabilitation vor

Von Steffan Maurhoff

Wo kann man nach der Operation kuren? Bad Rappenau ist einer der Gesundheits-Standorte im Land. Patienten finden im neuen Spezialheft Informationen über Struktur, Bedeutung und Qualität der Rehabilitation im Südwesten.Foto: Steffan Maurhoff

Bad Rappenau - Wer weiß, wonach er fragen muss, kann sich gezielter informieren. Dieser Gedanke steht hinter dem Spezialheft Rehabilitation, das Sozial-Staatssekretär Dieter Hillebrand (CDU) am Donnerstag im Rahmen einer Arbeitstagung der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg auf der Landesgartenschau vorstellte. „Das Spezialheft stellt eine wertvolle Hilfe dar“, so Hillebrand.

Checkliste Wer operiert wurde und zur Nachbehandlung und Genesung in eine Klinik muss, sollte als mündiger Patient vorher genau nachfragen können: Gibt es in dieser Klinik überhaupt einen Facharzt für meine Erkrankung? Werde ich auch am Wochenende behandelt? Ich reise an – und wann beginnt die Therapie? Wie ist das Essen in der Klinik? Eine Checkliste in dem Spezialheft soll helfen, eine geeignete Rehabilitationseinrichtung zu finden.

Gute Prognosen Staatssekretär Hillebrand zeichnete in Bad Rappenau ein optimistisches Bild von der Zukunft der Reha-Einrichtungen im Land. Als Teil der Gesundheitswirtschaft würden sie überproportional von der künftig verstärkten Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und dem demographischen Wandel profitieren. Schon heute stelle die Gesundheitswirtschaft mit 450 000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern die beschäftigungsstärkste Branche im Land dar.

„Laut Prognosen verdoppelt sich in den nächsten 20 Jahren das Volumen der Gesundheitswirtschaft nahezu.“ Der Bad Rappenauer Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen konnte sich allerdings die Anmerkung nicht verkneifen, dass diesen Aussichten voraussichtlich gleich bleibende Budgets in der Reha gegenüberstehen.

Fakt ist: Es wird mehr Patienten geben, und die wollen Qualität. Was diese ausmacht, wird in dem Spezialheft aufgedröselt: Strukturqualität beschreibt fachliche, apparative, technische, räumliche und personelle Ausstattung. Prozessqualität nimmt Abläufe bei Diagnostik und Therapie unter die Lupe. Und schließlich zählt die Qualität des Behandlungsergebnisses. Die Noten, die befragte Patienten den Kliniken im Land insgesamt gesehen ausstellten, sind recht ordentlich.

Doch das heiße nicht, dass sich die Reha-Einrichtungen im Land beruhigt zurücklehnen können, befand Hillebrand. Gerade in der Gesundheitswirtschaft nehme der Wettbewerbsdruck zu. Im Wettbewerb um Patienten komme es daher immer mehr auf zwei Dinge an: Vernetzung und Qualität. Baden-Württemberg als Bäderland biete für beides mit dem Gesundheitsforum, einem Netzwerk der wichtigsten Akteure des Gesundheitswesens im Land, Unterstützung an. Die Arbeitsgruppe Qualitätssicherung dieses Forums hat auch das soeben erschienene Spezialheft erarbeitet.

Das Spezialheft kann beim Sozialministerium bezogen oder unter www.gesundheitsforum-bw.de abgerufen werden.


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