Vulpius Klinik wieder aufgepäppelt

Bad Rappenau - Fachkrankenhaus hat Umsatz um 16 Prozent gesteigert – Verdoppelung im ambulanten Bereich

Von Peter Boxheimer

Nach wirtschaftlich schweren Jahren hat sich die Bad Rappenauer Vulpius Klinik wieder aufgerappelt. Umsatz- und Patientenzahlen sprechen Bände.Foto: Klinik

Bad Rappenau - Während die Branche unter Schließungen und Bettenabbau leidet, meldet die Vulpius Klinik ein strammes Wachstum. Zum dritten Mal in Folge hat das Bad Rappenauer Fachkrankenhaus seinen Umsatz in zweistelliger Höhe gesteigert. Er erreichte im vergangenen Jahr 18 Millionen Euro. Geschäftsführer Bernd G. Rathke nennt drei Gründe für die gelungene wirtschaftliche Kehrtwende des Unternehmens: Effizienzsteigerung, Patientennähe und Konzentration auf die medizinischen Kernkompetenzen.

Vor fünf Jahren sah es in dem Haus am Rappenauer Waldrand noch ganz anders aus. Erdrückende Schulden, rückläufige Belegzahlen und ein glückloser Geschäftsführer brachten die Klinik in ernsthafte Turbulenzen. Rathke: „Um wieder in den profitablen Bereich zu kommen, musste wir erst die Voraussetzungen schaffen, mehr Patienten behandeln zu können.“

Mehr Mediziner

Die Klinik erweiterte ihre Operationskapazitäten. Heute stehen drei Säle für stationäre und weitere zwei für ambulante Eingriffe zur Verfügung. Seit 2003 hat sich die Zahl der Ärzte verdoppelt; 21 Mediziner arbeiten im Haus. Gleichzeitig reduzierte sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patienten von 14 auf acht Tage. „Wir arbeiten sehr eng und effizient mit den Reha-Einrichtungen zusammen“, erläutert Verwaltungsleiter Joachim Off. „Da lässt sich einiges machen.“ Hier bewährt sich das Modell des Bad Rappenauer Wegs.

Stationär wurden im vergangenen Jahr 4408 Patienten in dem 135-Betten-Haus aufgenommen – 558 mehr als im Jahr zuvor. Im ambulanten Bereich haben sich die Behandlungszahlen sogar verdoppelt: von 2050 auf 4217 Kranke. Joachim Off: „Wir haben uns ganz schön reingehängt, um das zu erreichen.“

Kooperation

Enge Kontakte und Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten zahlen sich für die Klinik aus. „Viele haben ihre Lehre bei uns gemacht“, verdeutlicht der Verwaltungsleiter. Es gibt regelmäßige Fortbildungen und Newsletter, organisatorische Abläufe werden vereinfacht. Bei Patientenbefragungen bekam das Haus für seine ärztliche Betreuung die Note 1,41, für die Pflege gab es gar eine 1,32. Aus dieser Beurteilung schließt Geschäftsführer Rathke, dass „wir auf dem richtigen Weg sind“. Der Name Vulpius steht offenbar für Qualität.

212 Mitarbeiter beschäftigt die Klinik, die in den vergangenen drei Jahren beim Umsatz um 14, 16 und 16 Prozent zugelegt hat. 2008 ist eine erneute Steigerung auf 20 Millionen Euro geplant. Das Wachstum geht weiter: Für einen weiteren Operationsaal im ambulanten Bereich läuft der Bauantrag. Sobald die Genehmigung vorliegt, wird mit der Realisierung begonnen. Bereits im Spätherbst soll der neue OP in Betrieb gehen.