Unaufdringlich und voller Leben

Eppingen - Für ihre Herzlichkeit und Offenheit ist sie bekannt: Die Malerin Rut Hanselmann aus Heilbronn hat viele Freunde in der Kunstszene. Die Eppinger Rathausgalerie zeigt bis Freitag, 25. Februar, 22 ihrer jüngsten Arbeiten, "reife Früchte einer Persönlichkeit, die sich ein Leben lang mit Kunst auseinandersetzt", so Vernissageredner und Kunsterzieher Karl-Heinz Ohr aus Heilbronn.

Von Susanne Walter

Eppingen - Für ihre Herzlichkeit und Offenheit ist sie bekannt: Die Malerin Rut Hanselmann aus Heilbronn hat viele Freunde in der Kunstszene. Sie beobachten teils seit Jahrzehnten ihr Wirken mit Bewunderung. Auch Künstlerkollegen finden Gefallen an ihren Stillleben, die nur auf den ersten Blick in dieses Genre zu passen scheinen, und an ihren Landschaftsdarstellungen.

Persönlich

Die Eppinger Rathausgalerie zeigt bis Freitag, 25. Februar, 22 ihrer jüngsten Arbeiten, "reife Früchte einer Persönlichkeit, die sich ein Leben lang mit Kunst auseinandersetzt", so Vernissageredner und Kunsterzieher Karl-Heinz Ohr aus Heilbronn. Das Foyer des Eppinger Rathauses ist bei der Vernissage wieder einmal voll besetzt. Dabei ist die 83-jährige Rut Hanselmann nicht der Typ, der sich in Besucherzahlen sonnt. Viel lieber geht sie mit einzelnen, ins persönliche Gespräch vertieft, durch ihre Werkschau mit dem Titel "Landschaften, Stillleben, abstrakte Bilder".

Früher, da sei sie zum Malen rausgegangen in die Natur. Aber später, mit kleinen Kindern, da war es einfacher, sich zu Hause ein Motiv aufzubauen. So kam sie zum Stillleben. Den Menschen selbst bildet die Malerin, die einst als Töpferin begann, kaum ab, wohl aber die Dinge, die ihn umgeben, den Stuhl etwa, auf dem er gerade noch gesessen hat, oder die Blumenvase auf seinem Tisch. Typisch Stillleben? Weit gefehlt. "Karg bleibt die Malerin zwar in ihrer Motivauswahl. Reich dafür wird sie in der Orchestrierung durch die Bewegung der Linie, den Rhythmus der Struktur, die Feinheit der farbigen Tonwerte. Gerade deshalb sind ihre Werke voll Leben und kein Stillleben, auch wenn hier niemand lärmt", kommentiert Redner Karl-Heinz Ohr.

Farbenfroh

Intimität und Zurückhaltung prägen die Landschaften. Rut Hanselmann malt Dörfer, Häuser, denen sie sich unaufdringlich nähert. "Es sind Landschaften des Lichts und der Farbe. Landschaften, die uns vertraut scheinen, ohne dass wir benennen könnten, wo sie sich genau befinden. Sie erzählen präzise von Frühling, Sommer, Herbst und Winter, von Luft und Duft", so der Eppinger Museumsleiter Peter Riek im Ausstellungskatalog.