Nimmermüder Forscher

Arnold Scheuerbrandt aus Grombach hat sich als Kenner des Kraichgaus bleibenden Ruf erworben

Nimmermüder Forscher
Ausgezeichneter Heimatkundler: Arnold Scheuerbrandt.Foto: Maurhoff

Bad Rappenau Spontaner kann eine Antwort kaum kommen: "Nein!", sagt Dr. Arnold Scheuerbrandt aus Grombach auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, seine nimmermüden heimatkundlichen Forschungen jemals aufzugeben. Natürlich nicht. Zu groß ist das Interesse des 72-Jährigen. Unlängst ist er von Kultusminister Helmut Rau mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg geehrt worden.

Früh fasziniert "Das freut einen schon", gesteht der bekannte Autor, fügt aber bescheiden hinzu: "Ich bin eher der Typ, der im Hintergrund arbeitet." Hintergründiges hat ihn schon seit eh und je interessiert. Das liegt nicht zuletzt an seiner Leidenschaft und Profession, der Geographie. "Das ist eine oberflächliche Wissenschaft", scherzt Scheuerbrandt und spielt damit auf die Erforschung der Erdoberfläche an, aber auch darauf, dass Jünger jener Wissenschaft zumindest Grundkenntnisse aus vielen verwandten Gebieten haben müssen.

Inspirierendes Vorbild war Scheuerbrandt schon immer der Naturforscher Alexander von Humboldt; bereits in seinen Berliner Kindertagen folgte er auf der Landkarte der Spur berühmter Forschungsreisender. Und in Mosbach beschrieb Scheuerbrandt in der Schülerzeitung Tintenklecks schon früh seinen Berufswunsch: Geograph. Das wurde er denn auch, und zwar als akademischer Oberrat an der Universität Heidelberg. Exkursionen führten ihn um den halben Planeten.

Die Heimatforschung lief zwar während seines aktiven Berufslebens bis 2002 als Steckenpferd eher nebenbei, war Scheuerbrandt jedoch nie nebensächlich. Nach Grombach verschlagen hat es ihn wegen seiner Frau Felicitas, die Ende der 60er Jahre von Heidelberg hierher wechselte und an der damaligen Volksschule unterrichtete.

Fleißiger Autor Nicht von ungefähr kommt es, dass Scheuerbrandt auch über Grombach viel geschrieben hat. Aber natürlich nicht nur. Weit über 50 Publikationen in Zeitschriften, Bücher, ausführliche Beiträge, etwa im Bad Rappenauer Heimatboten, begründen den Ruf Scheuerbrandts als Kenner der Geschichte der Geographie und der Menschen der Region. Schon seit vielen Jahren gehört er auch dem Heimatverein Kraichgau an und hat zahlreiche Vorträge gehalten. Dass Scheuerbrandt sein Grombach nie aus den Augen verliert, wird in dem Bad Rappenauer Ortsteil spätestens mit Erscheinen des Heimatbuchs Anfang 2010 deutlich.

Derzeit ist er dabei, die Seitengestaltung zu überwachen. Aus seiner Feder stammen Texte über die Ortsherren, den Orts- und die Flurnamen, die Geschichte der Kirchen und der Burg. 700 Seiten wird das Werk umfassen. Etwa die Hälfte der Texte hat Scheuerbrandt verfasst.