Nach dem Aufbau Ost fordert Hauk den Ausbau Südwest

Bad Rappenau - Auf dem Kreisparteitag der Christdemokraten in Bad Rappenau mahnt Peter Hauk beim Bund eine gerechte Verteilung der Investitionsmittel an. Der neue CDU-Fraktionschef plädiert beim Kreisparteitag mittelfristig für eine Stadtbahn im Jagsttal.

Von Peter Boxheimer

Nach dem Aufbau Ost fordert Hauk den Ausbau Südwest
Fordert mehr Verkehrsinvestitionen im Südwesten: Peter Hauk.Foto: Boxheimer

"Das Geld muss dorthin fließen, wo die Räder rollen." Es sind klare Worte, die der neue Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion zur Verkehrspolitik spricht. Auf dem Kreisparteitag der Christdemokraten in Bad Rappenau mahnt Peter Hauk beim Bund eine gerechte Verteilung der Investitionsmittel an − und findet damit den Beifall der Basis.

Solidarität

Dass Baden-Württemberg hier zu kurz kommt, belegt der Fraktionschef mit Zahlen. Nur zehn Prozent der Verkehrsausgaben sind in den vergangenen fünf Jahren in den Südwesten geflossen − und das bei einem Bevölkerungsanteil von 13 Prozent und einem Verkehrsaufkommen, das bei 18 Prozent liegt. Deshalb hält es Hauk für dringend erforderlich, dass "nach dem Aufbau Ost jetzt der Ausbau Südwest und West kommt". Er appelliert an die Solidarität. Auch in den neuen Bundesländern müsse man lernen, dass nicht immer das Füllhorn ausgeschüttet werden könne.

Verkehrsinvestitionen im Land sind für den Mappus-Nachfolger auch eine Frage des Klimaschutzes: "Wenn der Verkehr stockt, wird CO2 im Übermaß produziert." Die A 6 sieht Hauk mittlerweile auf einem guten Weg, doch andere Autobahnabschnitte hätten noch den Standard der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Für ein Transitland seien dies schlichtweg unerträgliche Zustände. Als Beispiele führt der Fraktionssprecher die A 5 südlich von Baden-Baden, die A 8 zwischen Karlruhe und Pforzheim sowie den Albaufstieg an.

Europa-Strecke

Auch Schieneninvestitionen hält Hauk für wichtig. Dass die Schnellbahntrasse Stuttgart − Ulm ein notwendiges Projekt sei, bezweifle außerhalb der Landeshauptstadt niemand mehr. "Es ist die Ost-West-Verbindung in Europa schlechthin", verdeutlicht der frühere Agrarminister. Der Abschnitt über die Alb sei Teil einer transkontinentalen Hochgeschwindigkeitsstrecke, die von Paris bis Budapest und im Endausbau bis zum Schwarzen Meer reiche.

Dringend ist nach Hauks Auffassung auch der Ausbau des Personennahverkehrs außerhalb der Ballungsräume. Ausdrücklich nennt er hier die Region Heilbronn, wo in den vergangenen Jahren zu wenig geschehen sei. Und ausdrücklich spricht er sich mittelfristig für eine Verlängerung der Stadtbahn Nord von Bad Friedrichshall nach Möckmühl und Osterburken aus − ganz im Gegensatz zum Landratsamt.

Warum, verdeutlicht der Politiker aus dem Neckar-Odenwald-Kreis auf Nachfrage: "Das macht Sinn, weil man in Osterburken einen Knoten hat." Dort endet die aus Heidelberg und Mosbach kommende Linie 1 der S-Bahn Rhein-Neckar.