Möbelrücken in der guten Stube

Eppingen - Der Marktplatz ist Eppingens gute Stube. Das Rathaus ist herausgeputzt, die Platzfläche gerichtet. „Der Teppich im Wohnzimmer ist ausgelegt“, sagt Oberbürgermeister Klaus Holaschke. Jetzt muss nur die Alte Post seine Funktion als Edelmöbel in Eppingens guter Stube zurückgewinnen.

Von Alexander Hettich

Möbelrücken in der guten Stube
Treiben die Sanierung voran (von links): Oberbürgermeister Klaus Holaschke mit den Projektentwicklern Manfred Gebert und Ewald Mack vor dem Fachwerkensemble der Alten Post am Eppinger Marktplatz.Foto: Alexander Hettich

Eppingen - Der Marktplatz ist Eppingens gute Stube. Das Rathaus ist herausgeputzt, die Platzfläche gerichtet. „Der Teppich im Wohnzimmer ist ausgelegt“, sagt Oberbürgermeister Klaus Holaschke. Jetzt muss nur die Alte Post seine Funktion als Edelmöbel in Eppingens guter Stube zurückgewinnen. „Wir sind sehr zuversichtlich“, sagt Manfred Gebert vom Projektenwickler Gebert und Mack, der das historische Fachwerkensemble sanieren und als Wohn- und Geschäftsgebäude vermarkten will.

Zwei Millionen

„Das ist ein sehr wichtiges Projekt für die Stadt“, unterstrich Holaschke gestern, als im Rathaus die Modernisierungsvereinbarung für die Gebäude Brettener Straße 2 und 2a unterzeichnet wurde. Der Komplex geht auf das 16. Jahrhundert zurück und trägt wegen einer früheren Nutzung den Beinamen Alte Post. Die Kommune hatte auf ein Vorkaufsrecht verzichtet und privaten Investoren das Feld überlassen. Auch andere Verwendungen für das Fachwerkjuwel in bester Zentrumslage waren im Gespräch gewesen. Ob Volkshochschule oder Stadtbücherei an den Marktplatz ziehen könnten, sei geprüft und als unrealistisch verworfen worden, erläuterte der OB. Rund zwei Millionen Euro sollen in die Häuser mit dem markanten Doppelgiebel investiert werden. „Das“, so Holaschke, „hätte die öffentliche Hand niemals stemmen können.“

Caféwirt gefunden

Jetzt müssen die Projektentwickler die Vermarktung stemmen und sehen sich trotz des trüben wirtschaftlichen Umfelds auf einem guten Weg. „Wir haben schon Reservierungen“, vermeldet Gebert, der sich vom Fertigstellungstermin Ende des Jahres verabschiedet hat. Jetzt ist ein Baubeginn im Sommer angepeilt, ein Jahr später könnte alles fertig sein. Eppingen unterstützt das Projekt laut Holaschke mit einem sechsstelligen Betrag. Insbesondere mit dem Argument großer Steuervorteile wollen die Heilbronner Projektentwickler bei Investoren punkten.

Vorgesehen sind mindestens fünf Wohnungen, dazu Büros oder Praxen. Auf der Rückseite ist ein Aufzug geplant, auch ein Blockheizkraftwerk soll integriert werden. Ein Betreiber für das Café im Erdgeschoss sei schon gefunden, erläuterte Gebert, die Café-Terrasse auf dem Marktplatz soll mit rund 50 Plätzen bestuhlt werden.

Weiteres Projekt

Positive Signale senden die Beteiligten auch bei einem anderen Vorhaben: Die Stuttgarter Gesellschaft Nanz und Partner Immobilienmanagement will das Diakonat in der Petersgasse zum Wohn- und Geschäftsgebäude umbauen. Auch die AOK soll dort ein Domizil finden. In den vergangenen Monaten hat sich wenig getan. „Wir gehen davon aus, dass das in diesem Jahr funktioniert“, geht Nanz-und-Partner-Geschäftsführer Jürgen Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung von einem baldigen Start aus. Im Sommer 2007 hatte die Stadt den historischen Bau für 128 000 Euro an die Stuttgarter verkauft. Bei der Diskussion im Gemeinderat war von einem Baubeginn im Frühjahr 2008 die Rede gewesen. Diesen Zeitplan habe man aber selbst nie ausgegeben, schränkt Fischer ein.

Die Projektentwickler Gebert und Mack stellen ihr Konzept für die Alte Post bei einem Informationstag am Samstag, 28. März, von 11 bis 14 Uhr vor Ort vor.