Mediziner mit ganzheitlichem Blick auf den Patienten

Bad Rappenau - Als Dr. Arnim Braun vor 22 Jahren mit der ärztlichen Leitung der Vulpius Klinik beauftragt wurde, hatte er keinerlei Bezug zu Bad Rappenau. 25 Kollegen aus ganz Deutschland hatten sich damals beworben, und Braun machte das Rennen. Heute, kurz vor seinem Ausscheiden als ärztlicher Direktor des renommierten Hauses, blickt er schmunzelnd zurück. „Es war einiges im Argen in der Klinik - und gerade das habe ich als Herausforderung empfunden.“

Mediziner mit ganzheitlichem Blick auf den Patienten
Respekt vor seinem Lebenswerk: Über Oscar Vulpius, den Begründer der Bad Rappenauer Traditionsklinik, hat Arnim Braun ein Buch geschrieben.Foto: privat

Bad Rappenau - Als Dr. Arnim Braun vor 22 Jahren mit der ärztlichen Leitung der Vulpius Klinik beauftragt wurde, hatte er keinerlei Bezug zu Bad Rappenau. 25 Kollegen aus ganz Deutschland hatten sich damals beworben, und Braun machte das Rennen. Heute, kurz vor seinem Ausscheiden als ärztlicher Direktor des renommierten Hauses, blickt er schmunzelnd zurück. „Es war einiges im Argen in der Klinik - und gerade das habe ich als Herausforderung empfunden.“

Kompetenzzentrum

Eine Herausforderung, die er in vielerlei Hinsicht gemeistert hat. Die Bilanz kann ihn mit Genugtuung erfüllen. Am Sonntag feiert der anerkannte Mediziner seinen 65. Geburtstag. Der Aufstieg der Vulpius Klinik, eines der traditionsreichsten Spitäler der Kurstadt, lässt sich an der Zahl der eingepflanzten künstlichen Gelenke ablesen: 1988 wurden jährlich 80 Endoprothesen implantiert, 2008 waren es 1400 Gelenkersatz-Operationen. Damit ist die Vulpius Klinik in Deutschland zu den zehn führenden Kompetenzzentren für Endoprotheseimplantationen im Bereich des Hüft- und Kniegelenks geworden. Professor Braun gehört zum Lehrkörper der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, und durch diese Verbindung wurde die 1998 nach DIN EN ISO 9001 zertifizierte Vulpius Klinik 1999 akademisches Lehrkrankenhaus der Uni. Braun wurde in Mecklenburg geboren. Das Studium führte ihn nach Heidelberg und Wien. Die Dissertationsarbeit schrieb er am Kernforschungszentrum Karlsruhe über ein strahlentherapeutisches Thema. Assistenzarztjahre folgten an der Universität Heidelberg, am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz und am Groote Schuur Hospital in Kapstadt sowie am Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus Wien, die fachorthopädische Ausbildung durchlief Braun in Heidelberg.

Chinesische Medizin

Ein Stipendium des Bundesgesundheitsministeriums führte ihn 1997 nach China ans Institut für traditionelle chinesische Medizin in Nanking. Braun ist nicht nur in der westlichen Schulmedizin zuhause und sagt beim ganzheitlichen Blick auf den Patienten: „Wir dürfen nicht nur das Röntgenbild sehen.“

In wenigen Monaten wird Dr. Michael Clarius, derzeit in der Endoprothetik der Universität Heidelberg, die Nachfolge Brauns antreten. Danach möchte der Jubilar nur noch tun, was ihm Freude bereitet: etwas Reitsport, Golf, Reisen, vielleicht eine privatärztliche Sprechstunde - und Arbeit in einem Missionskrankenhaus in Peru. Damit knüpft er nahtlos an seine wohltätige Arbeit im Berufsleben an. Zahlreiche mittellosen Menschen hat er unentgeltlich operiert, auf seinen Reisen viel Leid gesehen: „Es gibt viele arme Menschen. Ihnen zu helfen, ist mir ein Bedürfnis.“