Drachen treffen ist nicht einfach

Wollenberger Bowhunters holen Leute aus ganz Süddeutschland zusammen

Von Nicole Theuer

Drachen treffen ist nicht einfach
Sieht leichter aus als es ist: Das Schießen mit Holzbogen ist für die Teilnehmer des Hüffenhardter Turniers eine echt Herausforderung.Foto: Franz Theuer

Hüffenhardt - Einem Ferienlager gleicht die Wiese neben dem Hüffenhardter Bogensportgelände. Zahlreiche Zelte sind aufgebaut, die Gäste des Sommerwettbewerbs der Woolhill Bowhunters aus Wollenberg haben dem schlechten Wetter getrotzt und sich schon am Freitag häuslich in den rollenden Wohnungen eingerichtet.

Lagerleben Rund um das Freigelände parken eine Vielzahl an Campingwagen. Österreicher campen neben Sportlern aus Bayern, Westfalen und Rheinländer genießen die Nachbarschaft mit echten Schwaben. "Unser Haupteinzugsgebiet ist Süddeutschland", erzählt Dirk Leucht. Schnell wird klar, die Jagdbogensportler sind eine eingeschworene Gemeinschaft, man kennt sich, man schätzt sich und sitzt gerne zusammen. "Ein paar hundert Kilometer Anreise sind gar nichts", meint Werner Gigler, "die fährt man einfach, um befreundete Vereine zu besuchen und dem Sport nachzugehen."

Der Schwabe ist ohne Gepäck angereist, "aber jetzt fahre ich nach Hause und hole meine Campingsachen", hat er am Samstagnachmittag beschlossen. "Wir sind einfach eine eingeschworene Gemeinschaft, die auch die Geselligkeit pflegt." Dementsprechend entspannt sitzt Gigler mit seinen Jagdkameraden am Tisch. "Man meldet sich an und dann werden die Gruppen vor Ort zusammengestellt", ergänzt Werner Gigler noch.

Birgit Poppe ist die einzige Dame in der Gruppe und zum zweiten Mal in Hüffenhardt dabei. "Es ist einfach fantastisch", gerät die Norwegenfreundin ins Schwärmen. "Es ist beeindruckend, mit welcher Fantasie und Liebe die Vereinsmitglieder die Ziele aufgestellt und die Tiere gestaltet haben." Vor allem ein Drache hat es der Rheinländerin angetan. "Der ist einfach großartig." Geschossen wird mit Pfeil und Bogen auf nachgebaute Tiere, es gibt noch einen Waran, Bären, Wildschweine, Hasen oder auch Echsen.

Fairness "Der Spaß ist schon wichtig, aber natürlich ist es auch eine sportliche Herausforderung", so beschreibt Dirk Leucht den Parcours mit 28 Zielen. "Die Teilnehmer kennen die Entfernungen nicht, es wird bergauf und bergab geschossen."

Aus diesem Grund sind die Gastgeber als Teilnehmer auch außen vor. "Das wäre einfach unfair, wenn wir mitschießen würden, denn schließlich kennen wir unseren Parcours." Während um die Mittagszeit viele Schützen in einen heftigen Regenguss kommen, findet vor dem Schützenhaus das Glücksschießen statt. Auf einer Zielscheibe sind mehrere Luftballons auf einer Wippe befestigt und es gilt, möglichst mit dem ersten Schuss zu treffen.