Die Hoffnung bleibt, aber es gibt Zweifel

Kraichgau - Ende 2012 soll für die Kurstadt das neue Zeitalter im Nahverkehr anbrechen. Doch lässt sich der bisherige Stadtbahn-Fahrplan angesichts der erwarteten Finanzprobleme der Gemeinden halten? Die Bad Rappenauer Listenvertreter melden Zweifel an.

Von Peter Boxheimer

Die Hoffnung bleibt, aber es gibt Zweifel
Löst die Stadtbahn 2012 in Bad Rappenau die roten Triebwagen ab? Die Kommunalpolitiker hoffen es, setzen aber auch Fragezeichen.Foto: Archiv/Ulrike Plapp-Schirmer

Kraichgau - Ende 2012 soll für die Kurstadt das neue Zeitalter im Nahverkehr anbrechen. Doch lässt sich der bisherige Stadtbahn-Fahrplan angesichts der erwarteten Finanzprobleme der Gemeinden halten? Die Bad Rappenauer Listenvertreter melden Zweifel an.

Gefahr

„Das wäre mehr als oberpeinlich“, sagt Klaus Ries-Müller zu Überlegungen, das Schienenprojekt zu verschieben. 1992 sei das Konzept entwickelt und im Kreistag abgenickt worden: „Wenn wir es in 20 Jahren nicht schaffen, dann wahrscheinlich gar nicht mehr.“ Schließlich kriege Karlsruhe seine Tunnel und Stuttgart ein großes Loch, in das der Hauptbahnhof hineinkomme. Da gehe es um Hunderte von Millionen Euro. Insofern sieht Ries-Müller für die Heilbronner Stadtbahn Nord schon die Gefahr, dass „wir nicht rechtzeitig einen Knopf drankriegen“.

Als früherer Mitarbeiter kennt Ulrich Feldmeyer die Bahn und deren Tempo bei Baumaßnahmen aus dem Effeff. Deshalb würde es ihn „nicht wundern, wenn wir 2012 nicht fahren könnten“. Der GAL-Vertreter ist dafür, notfalls andere Projekte zurückzustellen, damit Bad Rappenau seinen Anteil für die neue Schienenverbindung aufbringen kann. Es gehe darum, vom Auto unabhängiger zu werden.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meint Klaus Hocher. Die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht, entschieden werde aber im Kreistag oder in Stuttgart. Dabei spiele auch die gesamtwirtschaftliche Situation eine Rolle. Hocher hat Bedenken, ob die neue Stadtbahnstrecke planmäßig fertig wird: „Es wäre schön, wenn wir sie 2012 kriegen würden. Aber wenn wir sie 2013 kriegen, ist es immer noch ein Gewinn.“

Missfallen

Regina Schulze gefallen diskutierte Verschiebungsoptionen überhaupt nicht. Das Projekt sei zukunftsweisend: „Bad Rappenau wird sich komplett anders entwickeln, wenn wir die Stadtbahn bekommen.“ Die SPD-Vertreterin nimmt hier die Erfahrungen im Weinsberger Tal als Beispiel. Mehr Baugebiete, mehr Ausflügler - die Kurstadt profitiere. „Wer ist früher zum Weihnachtsmarkt nach Öhringen gefahren? Keiner“, betont Schulze.

Für Rüdiger Winter wäre die Inbetriebnahme 2012 super. „Ich habe aber auch das Fragezeichen im Hinterkopf, weil ich weiß, wie die Bahn arbeitet“, räumt er ein. Angst, dass die Kurstadt ausblutet, weil alles nach Heilbronn fährt, hat der FDP-Rat nicht: „Eher kommen die Leute nach Bad Rappenau, weil es hier übersichtlicher und ruhiger ist.“


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