Beim Jubiläum sollen "die Chorken" knallen

Sängerbund Fürfeld feiert 150-jähriges Bestehen − Generationenumschwung

Von unserem Redakteur Steffan Maurhoff

Beim Jubiläum sollen "die Chorken" knallen
Gruppenbild zum 100-Jährigen: 1962 entstand dieses Foto für die Vereinschronik des Sängerbunds Fürfeld.Foto: privat

Sängerbund Fürfeld - Hartmut Hofmann und Christoph Steinhoff vom Vorstand des Sängerbunds Fürfeld sind sich einig: "Für uns bedeutet der Chor nicht nur miteinander zu singen. Das ist auch ein gesellschaftliches Miteinander." Dieses Miteinander pflegt der Verein seit nunmehr 150 Jahren. Der Auftakt des Festjahres ist am Wochenende, 21. und 22. Januar.

Rettende Idee Dabei sah es vor gar nicht allzu langer Zeit danach aus, als ob der Niedergang des Sängerbunds begonnen hätte. Im Jahr 2004 war es, da konnten die Fürfelder keine Delegation mehr zum alljährlichen Treffen der Chöre aus dem sogenannten Dreiländereck − dem einst hessischen Bad Wimpfen, Württemberg und Baden − entsenden. Weniger als 20 aktive Sänger hatte der Verein damals.

Doch dann kam dem damaligen Vorsitzenden Hermann Borth bei der Weihe der neuen Glocken der evangelischen Kirche die rettende Idee: Er engagierte Tatjana Sujakova, die erst wenige Monate zuvor nach Fürfeld gekommen war, als Chorleiterin. Schon bald darauf verzeichnete der Sängerbund Zugänge: "Es sind einige Frauen beigetreten", erinnert sich Steinhoff. Er arbeitet im Vorstand mit, seit Hermann Borth 2009 den Vorsitz abgab. Hartmut Hofmann beschreibt den Trendwechsel so: "Es gab eine Verjüngungskur, was das Repertoire angeht." Gospel und englischsprachige Titel seien zum Brückenschlag geworden zwischen traditionellem Chorgesang und der jüngeren Generation.

Inzwischen hat der Sängerbund vier Chöre: den gemischten Chor mit Mitgliedern zwischen 30 und 80 Jahren, den jungen Chor "Unterwegs", dessen Mitglieder zwischen 17 und 73 Lenze zählen, sowie die Jugendgruppen Liederbande mit Grundschulkindern und Take Ten mit mittlerweile elf Teenies. "Wir sind stolz darauf, dass wir den Generationenumschwung geschafft haben", sagt Christoph Steinhoff. Heute zählt der Verein etwa 45 aktive Mitglieder.

Der Sängerbund hat sogar Anziehungskraft über Fürfeld hinaus. "In den vergangenen zwei Jahren haben wir acht bis zehn neue Sänger gefunden, auch von außerhalb." Und das bevorstehende Jubiläum gibt offenbar noch einmal einen Impuls fürs Gemeinschaftsleben. "Es herrscht ein toller Teamgeist", freut sich Steinhoff. "Da helfen plötzlich Leute mit, die in den vergangenen Jahren kaum zu sehen waren."

Vorbereitungen Die 150-Jahr-Feier musste natürlich erst einmal arrangiert werden. Zur Vorbereitung haben sich die Mitglieder im Februar 2011 zu einer Klausurtagung ins Kloster nach Bad Wimpfen zurückgezogen. Heraus gekommen sind zwei Höhepunkte im Jahr, der Auftakt Ende Januar sowie ein Festwochenende im Juli. Fürs Auftaktkonzert am Samstag, 21. Januar, in der Brunnenberghalle versprechen die Fürfelder ein vielseitiges Programm: "Die Spannung steigt", berichtet Steinhoff und greift schmunzelnd zu einem Wortspiel: "Wir wollen die Chorken knallen lassen." Weitere Veranstaltungen sind in Vorbereitung. Christoph Steinhof möchte "das Jahr mit weiteren Terminen schmücken".

Die ermutigende Entwicklung des Sängerbundes bestärkt die Vorstandsmitglieder: "Wir wollen den Dialog aufrecht erhalten", blickt Hartmut Hofmann nach vorn. Wie im Vereinsleben sollen sich die Stimmen durchaus auch mal aneinander reiben, aber dann doch eine Harmonie bilden und "ein Repertoire finden für den gemeinsamen Weg".

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