Altes Amtsgericht wird Kindergarten

Eppingen - Das ehemalige Amtsgericht an der Kaiserstraße wird für eine Million Euro umgebaut, um Platz für zwei Kindergartengruppen zu schaffen und so den Bedarf an Ganztagesbetreuung zu decken. Als privater Träger ist das benachbarte Kindernest im Gespräch.

Von unserem Redakteur Alexander Hettich

Altes Amtsgericht wird Kindergarten
Rückansicht des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes in Eppingen: Im Erdgeschoss sollen von 2013 an 40 Kinder toben und spielen.Foto: Alexander Hettich

Eppingen - Wo einst Recht gesprochen wurde, geht es bald recht fröhlich zu: Das ehemalige Amtsgericht an der Kaiserstraße wird für eine Million Euro umgebaut, um Platz für zwei Kindergartengruppen zu schaffen und so den Bedarf an Ganztagesbetreuung zu decken. Als privater Träger ist das benachbarte Kindernest im Gespräch. Die Außenstelle des Forstamts soll im Erdgeschoss Platz machen. Sie zieht einen Stock höher.

Umzug

Die Stadt solle sich auf Immobiliensuche begeben, um Raum für eine Ganztagesgruppe zu finden − so lautete der Auftrag, als der Gemeinderat vor knapp einem Jahr über Kinderbetreuung in der Fachwerkstadt diskutierte.

Jetzt ist die Verwaltung in einem markanten Gebäude fündig geworden. In der Kaiserstraße war hundert Jahre lang das Amtsgericht untergebracht, bevor Eppingen 1974 im Zuge der Verwaltungsreform auf die Institution verzichten musste (siehe Hintergrund). Im Gerichtsgebäude ist die Außenstelle des Forstamts Heilbronn untergebracht. Deren Leiter Martin Rüter und seine drei Mitarbeiter müssen im kommenden Jahr die Umzugskisten packen. Der Weg ist aber nicht weit. "Der erste Stock hat genau die gleiche Fläche", hat Rüter kein Problem mit dem Etagenwechsel. Das Obergeschoss war bisher als Wohnung vermietet, ist aber kürzlich frei geworden.

"Dann haben wir Aussicht auf den Wald", sieht es Rüter positiv. Wichtig sei, dass die Förster die Garagen im Hof weiter nutzen könnten. Forstamt und Kindergarten haben nach den Umbauarbeiten getrennte Eingänge. Ein Teil des Hofes wird zur Spielfläche umgestaltet. Im Parterre sollen 40 Kinder in zwei Gruppen toben, spielen und lernen. Als Träger hat die Stadt den Verein Kindernest im Blick, der nur ein einen Steinwurf entfernt an der Ludwig-Zorn-Straße sein Domizil hat.

Bedarf

Konkrete Vereinbarungen sind noch nicht unterschriftsreif. Demnächst soll es Gespräche geben. Das neue Angebot wird sich an Drei- bis Sechsjährige richten und soll eine ganztägige Betreuung der Kinder zwischen 6.30 und 18 Uhr gewährleisten.

"Die Nachfrage in diesem Bereich ist enorm", weiß Bürgermeister Peter Thalmann. Eltern haben dann künftig die Möglichkeit, die Betreuungszeiten individuell so zusammenzustellen, wie sie es brauchen. Ganztagesbetreuung bieten in Eppingen nur der Kindergarten St. Bernhard und eben das Kindernest. Der Verein wurde auf private Initiative 2003 gegründet und hat sein Angebot seither stetig ausgebaut.