Als wär' es Abba

Heimsheim - Die Revivalband Abalance begeistert beim 100. Geburtstag des TSV Heimsheim. Egal, ob mit Turnschuhen, Sandalen oder Highheels, die knapp 600 Besucher im Festzelt ließen sich gerne wieder in ihre Jugend zurückversetzen und packten den Discofox aus.

Von Nicole Theuer

Heimsheim - Revivalbands schießen aus dem Boden wie Pilze. Mal ist die Nähe zum Original größer, mal kleiner. Eine Revivalband der Extraklasse hatte der TSV Heimsheim am Samstagabend im Festzelt zu Gast. Abalance, eine der derzeit besten Abba-Interpreten-Gruppe der Musikszene, machte dem Jubilar zu dessen 100. Geburtstag ihre Aufwartung.

Volltreffer

Dass den Heimsheimer Machern mit der Verpflichtung der dem Original auch sehr ähnlich sehenden Musiker ein Volltreffer gelungen war, zeichnete sich schon früh ab. Knapp 600 Besucher strömten in das Festzelt und ließen sich zunächst von der Formation Just for Fun einheizen.

"Die haben querbeet gespielt", berichtete eine sichtlich zufriedene Vorsitzende Gundi Störner. "Für einen Moment haben wir sogar geglaubt, wir hätten uns Abalance sparen können." Doch erst die vier Sachsen machten den Abend endgültig zum Erfolg.

Zahlreiche Paare bewegten sich zu den bekannten Rhythmen vor der Bühne, auch Oberbürgermeister Hans-Heribert Blättgen und Gattin Maike hielt es nicht auf der Bank. Egal, ob mit Turnschuhen, Sandalen oder Highheels, die Besucher im durchweg gesetzteren Alter ließen sich gerne wieder in ihre Jugend zurückversetzen und packten den Discofox aus. Als der Welthit "Mamma Mia" erklang, hielt es auch Gundi Störner nicht mehr aus: Schnell einen Tanzpartner geschnappt und rein ins Vergnügen!

Wer die Tanzfläche nicht enterte, musste einfach nur die Augen schließen − und schon stellte sich das Gefühl der siebziger und achtziger Jahre wieder ein. Abalance imitieren die vier erfolgreichen Musiker aus Skandinavien nicht, sondern sie vermitteln dem Besucher das Gefühl, sie sind Abba. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass sich Iris Mossbauer rein äußerlich in Agne-tha verwandelt, während ihre Schwester Kathrin der Norwegerin Anni-Frid zum Verwechseln ähnlich sieht. Selbstredend wurden die Musiker nach ihrem Programm nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen. Mit einer deutschen Version von "Waterloo" mit dem Titel "Ich komme mir vor wie Napoleon" verabschiedeten sich die vier in Richtung ihres Heimatorts Brumby.

Erfolgswelle

Seit 1993 treten die Bandgründer Iris und Jürgen Mossbauer in die Fußstapfen ihrer Vorbilder. Erstmals standen sie unter dem Namen Abba 2000 auf einer Eventmesse in Ostdeutschland auf der Bühne. Das war 1994, exakt 20 Jahre nach dem grandiosen Grand-Prix-Erfolg des schwedischen Erfolgsquartetts im englischen Seebad Brighton. Seit dieser Zeit schwimmen die vier Sachsen-Anhaltiner auf der Erfolgswelle. Kathrin Alex, die Schwester von Iris Mossbauer, und Wolfgang Strasburg komplettieren die Formation. Im Frühjahr 2002 bekamen Mitglieder einer der dienstältesten Abba-Revivalbands das Angebot, eine Produktion über das musikalische Schaffen ihrer Vorbilder zu machen. Zu einer Zeit, als das Original längst eine Bilderbuchkarriere hingelegt und beendet hatte, startete Abalance durch und hält die Musik der Skandinavier eindrucksvoll lebendig.