Kultiviert gestritten, viel erreicht

Region  Markus Herrera Torrez hört als Juso-Landeschef auf.

Von Christian Gleichauf
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Markus Herrera Torrez aus Lauffen und Andreas Lanio aus Gemmingen-Stebbach sind beide im Juso-Landesverband aktiv.Foto: Christian Gleichauf

Stark ist die Region für einige Monate bei den Jusos im Land vertreten gewesen. Seit März ist Andreas Lanio aus Gemmingen-Stebbach Landesgeschäftsführer, Markus Herrera Torrez seit drei Jahren Landesvorsitzender. Doch der Lauffener Herrera Torrez stellt sich an diesem Wochenende nicht zur Wiederwahl. Im Gespräch mit dererklären die zwei, wie es für sie persönlich und politisch weitergehen soll.

Rückschlag Eine Abwahl war für Herrera-Torrez vor neun Jahren der Anstoß, in die Politik zu gehen. Als Schülersprecher des Lauffener Hölderlin-Gymnasiums hätte er damals gerne weitergemacht. Den Rückschlag nahm er sportlich, trat 2006 in die SPD ein, 2008 wurde er bei den Jusos in Heilbronn in den Vorstand gewählt, 2012 dann Vorsitzender der Südwest-Jusos.

Dass er Anfang des Jahres nicht als Vertreter von Hans-Heribert Blättgen im Wahlkreis Eppingen zum Zweitkandidaten für die Landtagswahl gewählt wurde, habe nun aber gar nichts damit zu tun, dass er aufhöre als Juso-Chef. "Das war eine knappe Entscheidung und damit auch ein Signal der Wertschätzung." Deshalb blicke er zuversichtlich auf den Herbst, wenn die mögliche Wiederwahl als stellvertretender Kreisvorsitzender ansteht. Für den Landtagswahlkampf stehe er bereit.

Die Landtagswahl wird auch Andreas Lanio beschäftigen. Als Geschäftsführer ist er kein politischer Impulsgeber, aber ein Organisator, der Kontakt in die Ortsvereine hält. "Die SPD war der inhaltliche Motor der Koalition in Stuttgart", sagt der 33-Jährige. Die Jusos sollten dazu beitragen, das deutlich zu machen.

Dabei helfen könnte auch Herrera Torrez, der mit seinen Erfahrungen als Ratgeber bereitstehe − "wenn ich gefragt werde". Aufdrängen werde er sich nicht. Die Bilanz seiner Amtszeit bewertet er allerdings ausgesprochen positiv. In den drei Jahren hatten die Jusos (mit den Grünen) erfolgreich für den NSU-Ausschuss gekämpft, gegen ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, für die Kennzeichnungspflicht für Polizisten.

Bei allen drei Punkten war die Auseinandersetzung nicht nur mit der großen Mutter SPD, sondern auch mit Innenminister Reinhold Gall nicht ganz einfach. "Mit ihm kann man sich kultiviert streiten." Er und Gall hätten ein "besonderes Verhältnis", sagt Herrera Torrez vieldeutig. Keinen Zweifel möchte der 27-Jährige aber daran lassen, dass der Obersulmer für die Sozialdemokraten und für die Jusos in der Region "unser Mann in der Landespolitik" sei.

Kontakt Wie geht es weiter? Persönlich konzentriert sich Herrera Torrez erst einmal auf sein Trainee-Programm bei der IG Metall, für das er in ganz Deutschland unterwegs ist. Natürlich bleibe er als Stadtrat in Lauffen aktiv. Ein wichtiges Vorhaben für die Jusos sei die Absenkung des Mindestalters bei Landtagswahlen auf 16 Jahre.

Zudem vorfolge der SPD-Nachwuchs genau, was beim NSU-Ausschuss herauskommt. Der Kontakt zu den Jusos ist für den Lauffener über den derzeitigen Vize-Landeschef Leon Hahn (24) aus Friedrichshafen, der als sein Nachfolger gehandelt wird, möglich. Und natürlich über Andreas Lanio. Mit ihm verbinde ihn ein "freundschaftliches Verhältnis".

 


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