Dreh für Kinofilm auf Bad Rappenauer Hof

Bad Rappenau  Der Eppinger Regisseur Felix Hassenfratz dreht derzeit mit seinem Team in der Region - unter anderem auch in Ittlingen oder in Sinsheim.

Von Gabriele Schneider
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Autor und Regisseur Felix Hassenfratz (Zweiter von rechts) mit Hauptdarstellern und weiteren Personen, die an der Produktion beteiligt sind.Foto: Gabriele Schneider

Johann steigt die Treppe hoch, bleibt vor einer Tür stehen und sagt: "Mach die Tür auf. Komm, ich will mit dir reden. Wir haben uns was versprochen." Und ein, zwei kurze Sätze mehr. Ab und zu klopft er. Dann geht er die Treppe hinunter.

Jemand sagt: "Noch einmal." Das ist Felix Hassenfratz. Insgesamt sieben Mal wird die Szene für den Film "Blutsschwestern" des mehrfach preisgekrönten Eppinger Regisseurs gespielt und aufgezeichnet. Produzent Max Frauenknecht lacht: "Zehn bis 15 Mal sind noch ganz normal."

Besitzer haben das Haus für den Dreh verlassen

Clemens Schick, der Johann spielt, wiederholt klaglos. Mit feinen Nuancen. Einige Fenster des Hauses sind verhängt, denn Zuschauer sollen später im Kino glauben, dass draußen Nacht ist. Das Haus ist ein Hof am Rande von Bad Rappenau. Die Crew will nicht, dass der Name in der Zeitung steht. Die Besitzer haben es für den Dreh verlassen. Sogar die Möbel wurden ausgelagert.

Insgesamt 50 Höfe schaute sich das Team an, bis jemand auf der Suche nach einer Waldhütte in der Gegend zufällig den Hof entdeckte. Der Film spielt in der Gegenwart, ist ein Drama über den Übergang von der Jugend ins Erwachsensein. Es geht um ein Familiengeheimnis, um Liebe, Realität und darum, auch an schlimmen Dingen festhalten zu wollen oder zu müssen, die gerade das gar nicht wert sind.

Dreharbeiten auch in der Kirche in Ittlingen

Am Set ist meist ein Team von ungefähr 35 Personen, dazu etwa fünf Darsteller. Und manchmal auch Statisten, wie neulich bei der Szene der Ostermesse in der evangelischen Kirche in Ittlingen mit 80 Komparsen. Um Drehorte zu finden, müssen die Filmemacher erfinderisch sein und oft mehrere Quellen anzapfen: Brauchten die "Blutsschwestern"-Macher doch eine Kirche, die gerade Baustelle ist, weil am Dachstuhl gearbeitet wird. Sie erfuhren von der Ittlinger Kirche, wo sich genau das abspielte. Auch Stellen wie die Film-Kommission Heilbronn, die zur Wirtschaftsförderung Heilbronn-Franken gehört, vermitteln Kontakte in der Region.

Zehn Drehtage wirbeln Schauspieler und Crew auf dem Rappenauer Hof, Freitag wird der letzte sein. Komplett standen für den Film 24 Drehtage in Baden-Württemberg und zwei in Nordrhein-Westfalen auf dem Programm. Die ganze Zeit über wohnen alle in Hotels in Eppingen. Das "Büro auf Zeit" von Produzent Max Frauenknecht ist in Sulzfeld.

Das Team bewegt sich in einem Radius von etwa 25 Kilometern um Eppingen herum. Sie kommen auch nach Sinsheim-Steinsfurt, Tiefenbach oder zum Hamberger See bei Vaihingen/Enz, erzählt Produzent Frauenknecht.

 


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