24 Grad warmes Wasser für die Rappsodie

Bad Rappenau  In der Rappsodie soll künftig niemand mehr frieren. Der Gemeinderat spricht sich mehrheitlich dafür aus, Kinder-, Wellen und Sportbereich des Schwimmbades zu erhitzen. Das kostet rund 20.000 Euro mehr im Jahr - mit Folgen für die Besucher.

Von Simon Gajer
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24 Grad warmes Wasser für alle Freibad-Becken
Sehr gut besucht ist das Rappsodie-Freibad an heißen Tagen: Nach der Sanierung sollen Schwimmer auch an kühlen Tagen ein wärmeres Wasser haben.Foto: Simon Gajer

24 Grad warm soll das Wasser in allen Bad Rappenauer Rappsodie-Freibad-Becken sein. Das hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Im Zuge der Sanierung, die nach der Saison 2017 beginnt, kommt ein dafür benötigter Fernwärme-Anschluss. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die zusätzlichen Heizkosten in der Zeit zwischen Anfang Mai bis Mitte September bei etwas über 20.300 Euro liegen werden. Zurzeit wird über eine Solaranlage vor allem das Wasser im Kinderbereich erwärmt.

Mehr Badespaß für Kinder

Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen hatte sich dagegen ausgesprochen, die Becken zusätzlich zu erwärmen. In der Beratungsvorlage an die Stadträte schreibt die Stadtverwaltung unter anderem, dass in Vorjahren im Gremium über den Zuschussbedarf des Rappsodie diskutiert worden sei. Mehr Geld über den Verkauf von Eintrittskarten erwartet das Rathaus nicht. Es sei denn, man erhöhte die Preise.

Eine konstante Wassertemperatur hatten CDU- und GAL-Fraktion im März beantragt. Die Stadt stellte nun die Kosten gegenüber, würde man zusätzlich zur Solaranlage das Wasser mit Gas oder Fernwärme erhitzen. Die CDU favorisierte Fernwärme. Fraktionssprecher Klaus Hocher erwartet, dass die jährlichen Mehrkosten bei unter 20 000 Euro liegen werden. Die konstante Temperatur habe Vorteile: Sie biete mehr Badespaß für Kinder. Außerdem stehe man in Konkurrenz zu Freibädern in Nachbarorten. Zugleich bat Klaus Hocher, für die Einrichtung stärker zu werben. Im Vergleich zur Saunalandschaft im Rappsodie werde das Freibad stiefmütterlich behandelt.

Moderate Anhebung der Preise

GAL-Stadtrat Robin Müller geht davon aus, dass Badegäste eine moderate Anhebung der Preise mittragen würden. Die Investition komme den Bad Rappenauern zugute: "Was wir hier tun, tun wir für die Bevölkerung." Bernd Hofmann (FW) berichtete von seinem Besuch an einem warmen Tag: Es seien nur 20 Schwimmer da gewesen. Trotzdem sagte er, dass man Wellen- und Kinderbecken erwärmen könne.

Klaus Ries-Müller (ÖDP) sprach sich für die zusätzliche Erwärmung aus. Er erwartete, dass aber nur im Frühjahr oder Herbst zugeheizt werde. Die neue Solaranlage werde den Großteil übernehmen. Zugleich betonte er, dass es auch zu einem attraktiven Bad gehöre, defekte Teile zügig zu reparieren. "Hier brauchen wir einen Kümmerer, der das Bad in Schuss hält."

Die SPD lehnte es ab, die Becken zu erhitzen. Das Freibad sei aufgewertet worden, betonte Stadtrat Andreas Gailing. Er will zunächst abwarten, wie die neue Solaranlage funktioniere. Zu den weiteren Gründen gehört, dass es noch keine Konzessionsvereinbarung mit der Firma Bauer über das Fernwärmenetz gebe. Außerdem müssten die Bürger für das zusätzliche Defizit aufkommen. Gailing schlug vor, das Wellenbecken nachts mit der vorhandenen Plane abzudecken. Als Kompromiss regte er an, im Zuge der Sanierung bereits die Fernwärmeleitung zu verlegen.

 


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