Prioritäten beim Schienenausbau

Abgeordnete betonen Zusammenarbeit beim Verkehr - Wilhelm: zu viel Harmonie

Auf dem Podium sitzt offenbar die Ampelkoalition in Sachen Verkehr. „Wir drei Abgeordnete stehen zusammen“, sagt Richard Drautz, der den öffentlichen Nahverkehr sehr unterschiedlich bewertet. Optimismus pur, wenn es um die Stadtbahntrasse über Bad Rappenau nach Sinsheim geht. Beim Zabergäu winkt er ab: „Da ist die Zabertalstraße das Vordringlichste.“ Er wirbt für das Vorgehen der Landesregierung, die einen Zeitplan für den Ausbau aufgelegt hat. Kommunen können warten oder den Straßenausbau selbst finanzieren. Die Zuschüsse fließen dann später - entsprechend dem festgelegten Ablauf.

Für Friedlinde Gurr-Hirsch ist „sehr bedenklich“, wenn Kürzungen „das Erfolgsmodell“ Stadtbahn treffen. Zumal es beim Ausbau einen „unberechenbaren Partner“ gebe - die Bahn AG. Die Abgeordnete erinnert an die Trasse von Heilbronn nach Öhringen, die um 80 Millionen Euro teurer wurde. Sie setzt sich für Prioritäten ein: Der Landkreis habe sich für die Trasse nach Rappenau entschieden. Ihrer Ansicht nach müssen ebenfalls Strecken aufgewertet werden, die gut laufen - wie die Elsenztalbahn.

Ingo Rust erkennt keine „drastischen Kürzungen“, das Land müsse aber mit weniger Zuschüssen sehr gut haushalten. Er sieht gute Chancen für die Region, wenn sich alle drei Abgeordnete stark machen.

„Das war mir zu sehr harmonisch“, kritisiert Friederike Wilhelm. Ihr fehlt, dass deutlich über mögliche Folgen gesprochen wurde: dass einzelne Trassen wohl überhaupt nicht gebaut werden. Sie fordert ebenfalls die Zabergäu-Strecke, um die Mobilität älterer Menschen zu wahren und um das Klima zu schützen. Anstatt in ländlichen Regionen zu bauen, werde aber für Stuttgart 21 gespart. Gurr-Hirsch entgegnete: Man brauche eine starke Metropole.