Welle der Hilfsbereitschaft nach Hausbrand bei Adelshofen

Eppingen  Wohnungen, Kleidung, Trost: Die Angebote der Mitbürger an die Opfer des Großfeuers in der Adelshofener Siedlung Dammhof beweisen einmal mehr, dass die Eppinger, Adelshofener und Bewohner anderer Orte sehr hilfsbereit sind.

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Nach der Beendigung des Löscheinsatzes zeigt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung am historischen Ensemble des Dammhofs. Foto: Franz Theuer

Wenige Tage nach dem verheerenden Feuer in der Siedlung Dammhof in Adelshofen bietet sich ein trauriger Anblick auf die Brandruine. Das mittlere der drei betroffenen Gebäude ist komplett ausgebrannt, die beidseitig angrenzenden Wohnhäuser haben schwere Schäden erlitten. Bewohnbar ist der Komplex nicht mehr.

Kurz nach 5 Uhr wurde der Brand Freitagmorgen bemerkt. Weil sich das Feuer vom mittleren Haus aus schnell ausbreitete, konnten die Feuerwehrleute nur noch verhindern, dass nicht der gesamte Komplex niederbrannte. 16 Bewohner verloren nicht nur ihr Hab und Gut in den Flammen, sondern zumindest vorläufig auch ihr Zuhause. Nach Angaben der Polizei wurde bei dem Unglück kein Mensch verletzt.

Wie die Ausgebrannten ein Dach über dem Kopf erhalten

Der Hausbrand hat eine Hilfskette in Gang gesetzt: Das Ordnungsamt der Stadt Eppingen, Ortsvorsteher Steffen Gomer, der Inhaber der Immobilie, Horst von Gemmingen, und andere hilfsbereite Privatleute brachten fertig, dass bis Mittag des Unglückstags alle Betroffenen eine vorläufige Bleibe hatten, berichtet der Ortsvorsteher. Sie sind nun in Privatwohnungen und kommunalen Wohnungen der Stadt Eppingen einquartiert.

Kompliziert war die Unterbringung einer Bewohnerin, die schwer pflegebedürftig ist. Die katholische Sozialstation Eppingen schaffte es nach einigen Schwierigkeiten, der Frau einen Kurzzeit-Pflegeplatz zu beschaffen. Von Gemmingen selbst hat zwei vom Brand betroffene Familien aufgenommen. Der Adelshofener ist dankbar, dass bei dem Unglück kein Mensch verletzt wurde. Dennoch ist er persönlich betroffen. Der Gutshof mit dem betroffenen Gebäudeensemble befindet sich seit mehr als 800 Jahren im Familienbesitz.

Die Siedlung sei nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut worden. Er selbst habe als kleiner Junge in dem nun abgebrannten Gebäude getobt. Was aus der Brandruine jetzt wird, weiß von Gemmingen noch nicht. Im Lauf der Woche würden die Versicherung und Bausachverständige den Unglücksort unter die Lupe nehmen. Brandgutachter der Polizei waren schon vor Ort. Das Hausensemble sei denkmalgeschützt, berichtet von Gemmingen. Schnellstmöglich will er dafür sorgen, dass ein Regenschutz über die Brandruine gezogen wird.

Welche Hilfe die Mitbürger anbieten

Die Polizei wollte sich am Montag zur Brandursache nicht äußern. Hierzu seien noch mehrere Vernehmungen und Ermittlungen vor Ort notwendig, berichtet ein Polizeisprecher.

Ortsvorsteher Steffen Gomer möchte den Hausbrand in der am Mittwoch stattfindenden Sitzung des Ortschaftsrats im nicht-öffentlichen Teil erörtern. Die Bereitschaft zu helfen, sei in dem Dorf stark ausgeprägt. Es seien mehr Wohnungen von Privatleuten als Zwischenunterkunft angeboten worden, als benötigt wurden, so Gomer. Bereits Freitagvormittag hätten sich Mitbürger bereit erklärt, den Verunglückten, die teilweise im Schlafanzug gerettet wurden, Kleidung zu spenden.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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