Vereine bedauern den Ausfall des Gemminger Parkfests

Gemmingen  Vergangenes Wochenende hätte das Gemminger Parkfest stattfinden sollen. Die Absage trifft vor allem die Vereine: Für viele ist das Fest, das ohnehin nur alle zwei Jahre stattfindet, die Haupteinnahmequelle.

Von Nicole Theuer
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Andreas Wild (Blaskapelle, v.l.), Martin Lang (Gesangverein Gemmingen) und Bürgermeister Timo Wolf im Schlosspark am Teich, wo am Wochenende unzählige Besucher das Parkfest besucht hätten.

Foto: Franz Theuer

Es wäre das Highlight des Jahres 2020 gewesen. Das Parkfest im Gemminger Schlosspark findet nur alle zwei Jahre statt und zieht Tausende Besucher aus nah und fern an. Am vergangenen Wochenende wäre es soweit gewesen, doch die Pandemie machte der Gemeinde, den Besuchern und den Vereinen einen Strich durch die Rechnung. Welche Bedeutung der Ausfall des Fests hat, beleuchten der Vorsitzende des Gesangvereins Gemmingen, Martin Lang, der Vorsitzende der Blaskapelle, Andreas Wild, und Bürgermeister Timo Wolf im Gespräch mit der Kraichgau Stimme.

Timo Wolf spricht aus, was Gemminger, Stebbacher und Besucher denken: "Wir bedauern den Ausfall sehr. Das Parkfest ist das gesellschaftliche Ereignis für die Vereine und die Bevölkerung", weiß der Rathauschef. Für die Vereine seien die Einnahmen, die sie an beiden Tagen generieren, ein finanzieller Grundstock; für manche ist das Parkfest eine der Haupteinnahmequellen. Knapp 25 Vereine, so schätzt Wolf, hätten beim Fest mitgemacht.

Darum ist die Absage alternativlos

"Es gab zur Absage keine Alternative", macht Wolf deutlich. "Wir haben abgewogen, aber wir hätten den Park abriegeln müssen und den Einlass kontrollieren müssen. Die Besucher hätten Masken tragen müssen und wir hätten Pfeile für eine Einbahnstraßenregelung auf den Wegen aufbringen müssen." Wolf ist überzeugt: "Das wäre kein Fest gewesen. Vermutlich hätte es sich auch für die Vereine weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich rentiert."

Die Einschätzung teilen Martin Lang und Andreas Wild. Sie bedauern, dass derzeit keine gemütliche Gemeinschaft möglich ist. Deshalb fehle das Parkfest als gesellschaftliches Ereignis ganz besonders, so Martin Lang. Dem kann Andreas Wild nur zustimmen. Er ergänzt: "Das Geld fehlt auch allen Vereinen." Momentan, so Lang, seien die Finanzen des Gesangvereins noch nicht dramatisch. "Doch auf lange Sicht fehlen uns die Einnahmen." Viel mehr Verdienstquellen hat der Gesangverein nämlich nicht. Die Einnahmen des Parkfests, so Lang, "sind bei uns der finanzielle Grundstock, von Parkfest zu Parkfest". Er hofft, dass nach den Sommerferien wenigstens das Singen wieder erlaubt wird: "Sonst können wir unser Adventskonzert absagen." Eine kleine Hoffnung hat Lang, dass der Gemminger Weihnachtsmarkt stattfinden kann. Bei dem stünden die Stände immer weit auseinander.

Die Musikvereine kämpfen noch mit weiteren Problemen

Auch Andreas Wild bedauert den Ausfall des traditionellen Fests sehr. "Es wäre ein Novum gewesen", so Wild: das erste Parkfest mit dem restaurierten Gärtnerhaus. Vor zwei Jahren, beim bislang letzten Parkfest, war das neue Schmuckstück der Gemeinde noch eine Großbaustelle gewesen. Für die Musiker der Blaskapelle wäre das Parkfest die Möglichkeit gewesen, "von den vielen Anschaffungen, die wir im letzten Jahr getätigt haben, zu profitieren". Darunter ist nämlich auch die neue Bühne.

Das Parkfest, so Wild, sei aber nur eine von vielen Veranstaltungen, auf die die Blaskapelle verzichten muss. "Wir hätten in diesem Jahr viele Auftritte gehabt, hätten bei den Jubiläumsfeiern des SV Gemmingen und des 1. FC Stebbach gespielt." Kleinere Auftritte mit wenigen Musikern gab es in den vergangenen Wochen, aber das gemeinsame Musizieren fehlt. Die erste Probe nach dem Lockdown fand im Freien statt. "Jeder hat sich gefreut, dass es wieder möglich ist."

Doch das Fest fehlt trotzdem. Wild weiß: "Das Parkfest ist das Fest in Gemmingen, zu dem viele Gäste von auswärts kommen. Man trifft alte Bekannte und viele Freunde."

Für das Fest wird es keinen Ersatztermin geben

Das Parkfest wird im kommenden Jahr nicht nachgeholt. Er bleibt beim Zwei-Jahres-Turnus. Diese Entscheidung hat die Verwaltung getroffen, und Bürgermeister Timo Wolf bekräftigt sie. Als Gründe führt Wolf an: "2021 ist in Ittlingen wieder Dorffest, das auch nur alle zwei Jahre stattfindet, und dazu wären wir in Konkurrenz getreten." Zudem ist in Eppingen Gartenschau. Außerdem geht er davon aus, dass im kommenden Jahr ohnehin mehr Veranstaltungen als sonst stattfinden werden - zusätzlich zu den beiden verschobenen Jubiläen des SV Gemmingen und des 1. FC Stebbach.


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