Sulzfeld eröffnet weiteres Urnenstelenfeld auf dem Friedhof

Sulzfeld  Die Begräbnisformen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Seit 2012 bietet Sulzfeld auch Baumbestattungen im Friedpark auf dem Alten Friedhof an. Nun wird das Platzangebot für Einäscherungen erweitert.

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Optisch gut eingegliedert: Die neuen Urnengrabfelder (rechts) erhöhen die Kapazität des Friedhofs um 76 Grabstellen.

Foto: Gemeindeverwaltung

Die Gemeinde Sulzfeld hat eine zusätzliche Urnenstelelanlage in Betrieb genommen. Sie verfügt über eine Kapazität von 76 Bestattungen und befindet sich gegenüber der bestehenden Urnenstelenanlage aus dem Jahr 2006. "Eigentlich hatten wir eine kleine Einweihungszeremonie am Volkstrauertag geplant, wegen Corona haben wir es nun ganz still eingeweiht", berichtet die Bürgermeisterin der Gemeinde. Sarina Pfründer.

Die 2006 errichtete Anlage ist voll belegt

Die 2006 errichtete Anlage, an die die neue spiegelbildlich angefügt wurde, hat ebenfalls 76 Plätze. Sie ist zwischenzeitlich voll belegt, so dass eine Erweiterung notwendig wurde. Der Gemeinderat hat diese im letzten Jahr bewilligt. Die Planung erfolgte durch das Ingenieurbüro Ralf Krauß aus Knittlingen. Die Bauarbeiten durch die Firma Hagenbucher Bau, Sulzfeld. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 98.700 Euro.

Die Stelenanlage fügt sich ins Gesamtbild des Sulzfelder Friedhofes ein. Insgesamt zehn Einzelstelen mit je sechs Grabkammern sowie eine Urnenwand mit 40 Kammern sind auf dem ehemaligen Reihen-Gräberfeld im Zentrum des Friedhofs errichtet worden. Für die Beläge wurden Pflaster in Erdbraun verwendet, für die Einfassungen Pflaster mit Granitvorsatz, für die Stelen ein Vorsatz in Kronitgelb und die Verschlussplatten der Urnenkammern aus dazu passendem Naturstein.

Die Sulzfelder Friedhofsgeschichte geht zurück bis in den Übergang vom sechsten zum siebten Jahrhundert. Aus dieser Zeit wurden in Sulzfeld fränkische Reihen-Gräberfelder gefunden. Daraus kann man schließen, dass es damals bereits eine Besiedlung gegeben haben muss.

Ins Zentrum der Gemeinde - und wieder heraus

Später wurde der Friedhof dann im Zentrum der Gemeinde angelegt, bei der Kirche. Nachdem der Platz dort nicht mehr gereicht hat, musste man 1574 heraus aus dem Zentrum. Am Ortsrand wurde damals eine neue Anlage geschaffen, die über Jahrhunderte hinweg genutzt wurde und erst in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus räumlichen Gründen eingestellt wurde. Der Alte Friedhof wird seit 2012 für Baumbestattungen genutzt. Er verfügt über einen parkähnlichen Baumbestand. Zudem sind hier einige erhaltenswerte Sandsteinmonumente aufbewahrt.

Ab den 60er Jahren wurde der Neue Friedhof schräg gegenüber der alten Anlage in Betrieb genommen. Eine erste Erweiterung erfuhr er in den 90er Jahren. Die letzte Erweiterung fand vor über zehn Jahren mit der Fläche für Sarg-Bestattungen statt.

Die Begräbnisformen haben sich in den letzten 15 Jahren verändert: 2006 gab es 37 Bestattungen, davon 26 Beerdigungen und elf Einäscherungen. 2019 waren es 43 Bestattungen, davon zwölf Sargbestattungen und 31 Einäscherungen. Davon neun in Urnengräbern, acht in Stelen, sieben in bestehenden Erdgräbern, drei im Gärtnerbetreuten Grabfeld. Hinzu kommen vier Baum-Beerdigungen im Friedpark auf dem Alten Friedhof.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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