Startschuss für das grüne Herzstück der Gartenschau

Eppingen  Galabauer bereiten auf dem Ausstellungsgelände in Eppingen die Schaugärten vor. Fünf Betriebe aus der Region beteiligen sich. Demogärten zeigen neue Trends der Grünflächengestaltung. Wie die Themen Artenvielfalt und Klimaschutz umgesetzt werden:

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Mit dem Spatenstich weihen die Vertreter der Stadt Eppingen sowie der Garten- und Landschaftsbaubetriebe die Baustelle für die Schaugärten ein.

Foto: Jörg Kühl

Die Schaugärten sind das Herzstück jeder Gartenschau. Mit dem Spatenstich für die Demonstrationsflächen der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauer ist am Mittwoch "ein Meilenstein" auf dem Weg zur Großveranstaltung im kommenden Jahr gelegt worden, wie es Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke formuliert.

Auf fünf Flächen zeigen die "Galabauer", so die gängige Abkürzung, über welche Fähigkeiten sie verfügen. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg wird sich am "Treffpunkt Grün" präsentieren. Ein Pavillon des Verbands wird an allen 129 Veranstaltungstagen besetzt sein.

Warum öffentliche Grünflächen dem Allgemeinwohl dienen

In den Schaugärten und beim Verband können sich Gartenbesitzer über neue Trends informieren und Informationen etwa zur Pflanzung von Blumen und Gehölzen, sowie zur Gestaltung von Wegen und Flächen einholen. Auch über die Frage, wie man die in die Kritik geratenen Schottergärten in naturnahe Vorgärten umgestalten kann, werde es Antworten geben, verspricht der Geschäftsführer des Verbands, Reiner Bierig. Er hebt die Bedeutung öffentlicher Grünanlagen für Menschen ohne eigene Gärten hervor. Auch zeige die Corona-Krise, wie wichtig öffentliche Rückzugsorte an der frischen Luft seien. Nicht zuletzt seien begrünte Parks ein wichtiger Beitrag für das Klima in den Städten und für den Klimaschutz allgemein.

Fünf Betriebe aus der Region gestalten die Schaugärten. Diese sind als asymetrische Vierecke, jedes 100 Quadratmeter groß, angelegt und können individuell gestaltet werden. Einen "Kraichgaugarten" gestaltet die Firma Soares Landschaftsbau aus Bad Rappenau. Zum Einsatz kommen regionaler Naturstein, wie zum Beispiel Muschelkalk und Sandstein, wie er in den Trockenmauern überall im Kraichgau zu finden ist. Komponiert wird das Ganze mit einer Mischung heimischer Nutz- und Ziergehölze. Ein windschiefes Holzhäuschen und ein Wasserspiel im Sandsteinbrunnen runden den Ausstellungsbeitrag ab.

Tresen im Freien und Entspannungsmusik

Im Garten der Sinne, gebaut von der Bietigheimer Gartengestaltung aus Tamm, summt, brummt und plätschert es, wie der Verband ankündigt. Eine üppige farbenfrohe Staudenvegetation werde von Insekten angeflogen, die nebenan im "Gartenhotel" leben. Dabei handelt es sich um einen alten Holzschuppen, der begrünt und mit passenden Nisthilfen ausgestattet wird. An einem Outdoor-Tresen können Gäste bewirtet werden.

"Geschützt, behütet und wohlig eingebettet in eine ausgewählte Naturstein- und Pflanzenvielfalt": So präsentiert sich der Schaugarten der Firma Ostberg aus Gundelsheim nach Angaben des Verbands. Mauern aus Kalkstein und Sandstein werden nicht nur als Sichtschutz dienen, sondern auch zum gemütlichen Verweilen einladen. "Ein zentrales Wasserspiel sorgt mit seiner dezenten Intonierung für ideale Entspannungsmusik und lässt den Garten zum Relax-Zentrum der Familie werden", heißt es in der Ankündigung.

Firma zeigt, wie man das eigene Grün zum idealen Urlaubsort machen kann

Eine schlanke Spalierhecke friedet den Schaugarten der Firma Biegert aus Leingarten ein. Zwei Heckenfenster erlauben den Einblick ins Innere und eröffnen unterschiedliche Gartengemälde durch die verschiedenen Blickachsen. Ein erhöhtes Holzdeck grenzt an einen Hain aus vielen schlanken jungen Gehölzen, die dem Garten die dreidimensionale Struktur geben. "Dieser Garten ist ein Beispiel, wie man das eigene Grün zum idealen Urlaubsort umgestalten kann", so beschreibt der Verband die Idee.

Die sportliche Gartenvariante der Firma Becker aus Zuzenhausen repräsentiert den Sportplatzbau. Hier entdeckt der Betrachter auf 15 mal 30 Meter eine ungepflegte sowie eine top gepflegte Spielhälfte. Bis zu 80 Zentimeter hohe Hügel, abgemähte Kuppen sowie eine eingesäte Blumenwiese überzeichnen, was ohne professionellen Landschaftsgärtner schnell passiert. Krumm und schief sind auch das Tor, die Linierung und die Bande. Hier dürfen Kinder Spiele kleiner Mannschaften austragen, so der Plan der Zuzenhausener.

Startschuss für das grüne Herzstück der Gartenschau

Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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