Sonderausstellung "Auf den Spuren der Gletscher" in der Klima-Arena eröffnet

Sinsheim  Der Landschaftsfotograf Fabiano Ventura dokumentiert mit seinen Bildern der Gletscherschmelze den Klimawandel. Er stellt historischen Aufnahmen aktuelle Fotos gegenüber. Vom "Ewigen Eis" ist nicht mehr viel übrig geblieben.

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Fabiano Ventura fotografiert Gletscher und vergleicht die Bilder mit historischen Aufnahmen. Vom "Ewigen Eis" ist meistens nicht mehr viel zu sehen.

Foto: Elfi Hofmann

"Wir müssen nicht den Planeten retten, sondern uns." Wenn Fabiano Ventura von seinen Reisen und Expeditionen der vergangenen Jahre erzählt, können ihm wohl nur noch Muttersprachler folgen, so schnell wird sein Tempo, so leidenschaftlich erzählt er von seiner Arbeit. Der Italiener ist nicht nur Landschaftsfotograf, sondern auch Initiator und Leiter des Projekts und der gleichnamigen Ausstellung "Auf den Spuren der Gletscher".

Unwiderrufliche Veränderungen

Auf drei Kontinenten hat Ventura gemeinsam mit seinem Team den Zustand des "Ewigen Eises" festgehalten und mit Bildern, die vor über 100 Jahren an exakt der gleichen Stelle gemacht wurden, verglichen. Herausgekommen sind nicht nur beeindruckende Aufnahmen. "Durch die Fotografien wird greifbar gemacht, was der Klimawandel bewirkt hat und dass die Veränderung unwiederbringlich ist", beschreibt Dr. Bernd Welz, Vorstandsvorsitzender der Klimastiftung für Bürger, die daraus entstandene Ausstellung, die bis Ende Mai in der Klima-Arena in Sinsheim und damit zum ersten Mal in Deutschland zu sehen ist.

Welz und Fabiano Ventura sehen eindeutige Parallelen zwischen dem Projekt und den Zielen der Klima-Arena: Beide sollen zeigen, was mit welchen Konsequenzen passiert und was die notwendigen Maßnahmen sind, um das Schlimmste zu verhindern. "Wir Menschen hängen vom Klima wegen vieler Faktoren ab", sagt der Italiener. Schmilzt ein Gletscher, hebt das den Meeresspiegel an. Und das Eis kommt nicht zurück, sondern ist für immer verschwunden.

Damit geht nicht nur die Artenvielfalt verloren, auch die Vegetation wächst höher, Bergsteigen wird unter Umständen gefährlicher. Denn das Eis hält auch Steine und Geröll zusammen, die sich nun lösen können.

Gleiche Bedingungen wie auf historischen Fotos

Für die Bilder haben Ventura und seine Begleiter nicht nur die exakt gleichen Orte aufgesucht wie auf den historischen Aufnahmen. "Wir waren auch zur gleichen Jahres- und Tageszeit dort, um das Licht- und Schattenspiel so ähnlich wie möglich einzufangen", erklärt der in Rom lebende Italiener.

Fotoplatten, wie bei den meisten alten Archiv-Bildern, nutzt er zwar nicht, setzt aber trotzdem auf analoge Fotografie und orientiert sich beispielsweise an Steinen, die in den oftmals schwer erreichbaren Gebieten seit Jahrzehnten am gleichen Ort liegen. Die Punkte werden im Anschluss georeferenziert.

Auch ein Stromanbieter finanziert das Projekt mit

Unterstützt wird die Arbeit durch unterschiedliche Geldgeber, zu denen ein italienischer Stromanbieter zählt. Dadurch können in Schulen didaktische Projekte angeboten werden, um die Auswirkungen des Klimawandels greifbarer zu machen.

Wie wichtig das ist, zeigt eine Anekdote: Wenn Fabiano Ventura Vorher-Nachher-Bilder in Schulen präsentiert, die heute blühende Landschaften zeigen wie im Tviberi-Tal im Kaukasus, sei die Reaktion meistens gleich: "Das Grün finden die Schüler natürlich schöner." Dabei ist die Botschaft eindeutig: "Dank der Gletscher können wir verstehen, wie Klima früher war, heut ist und sein wird."


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

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