Sind die Verkehrsprobleme in der Heinsheimer Straße gelöst?

Bad Rappenau  Mit verschiedenen Maßnahmen versucht die Stadt Bad Rappenau, die Verkehrsprobleme in der viel befahrenen Heinsheimer Straße in den Griff zu bekommen. Jetzt zeigen sich erste Erfolge.

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Durch die Sperrung der Parkplätze auf einer Fahrbahnseite fließt der Verkehr in der Heinsheimer Straße gleichmäßiger. Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Die Tempo-30-Zone an der Verbundschule wurde Richtung Zimmerhof verlängert, eine Blitzersäule wurde aufgestellt, Parkplätze auf einer Fahrbahnseite stillgelegt und ein Schutzstreifen für Radfahrer aufgemalt. Noch kann das Ordnungsamt keine genauen Zahlen vorlegen. Doch es gibt eine Tendenz: "Der Radweg wird genutzt", sagt Andreas Lämmle als stellvertretender Ordnungsamtsleiter. Anwohner Fritz Kroiher sagt: "Wir sind voll und ganz zufrieden: Die Maßnahmen der Stadt haben eine erhebliche Verbesserung gebracht."

Erfolgreiches Engagement

Kroiher hatte sich schon vor zwei Jahren für die Sperrung der Parkplätze auf einer Fahrbahnseite stark gemacht.

Die Bremswirkung für den Verkehr, die man sich bisher von parkenden Autos versprach, sorgte vor allem für mehr Lärm durch wieder anfahrende Fahrzeuge. Anwohner beklagten die ständigen Rückstaus in der Heinsheimer Straße. Der Verkehr floß nicht.

Nun könne durchgefahren werden, "ohne Stopp and Go", sagt Fritz Kroiher zufrieden: "Der Lärm ist wesentlich geringer geworden." Auch das Ordnungsamt berichtet von positiven Rückmeldungen der Anwohner. Bewusst habe man sich bei der Sperrung der Parkplätze für sogenannte Flexipoller entschieden. Die würden nachgeben, sollte ein Fahrzeug doch einmal ausweichen müssen.

Zugleich können die Poller auch wieder entfernt werden, sollte die Erfahrung nach einem Jahr zeigen, dass die Parkplatzsperrung nichts bringt.

Mit Spannung erwartet das Ordnungsamt die Zeit, wenn die Verbundschule wieder normal geöffnet hat: "Wir haben bereits an die Eltern appelliert, dass sie ihre Kinder dann auf dem Parkplatz am Kurhaus rauslassen müssen", sagt Andreas Lämmle.

In einem Jahr wird Bilanz gezogen

Mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger
Vor Ort: Der stellvertretende Ordnungsamtsleiter der Stadt Bad Rappenau, Andreas Lämmle (links), und der Leiter des Vollzugsdienstes, Jürgen Sitzler. Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Bleibt es aber bei dem halbseitigen Parkverbot, werden die Parkbuchten, die mit unterschiedlichen Pflastersteinen markiert sind, an den Gehweg angeglichen. Mit täglich 10- bis 11.000 Fahrzeugen ist die Heinsheimer Straße eine der meist befahrenen Straßen in Bad Rappenau.

Anfang Mai wurde der Radwegstreifen eingerichtet. Wer dort anhält oder parkt, riskiert ein Bußgeld zwischen 55 und 100 Euro. Die jüngste Verschärfung der Straßenverkehrsordnung, die dem Schutz von Radfahrern und Fußgängern einen höheren Stellenwert einräumt, spielt den Befürwortern des halbseitigen Parkens in die Hände.

"Das war Zufall", sagt Andreas Lämmle. Dennoch wolle man Radfahren in Bad Rappenau bewusst fördern. Der Schutzstreifen in der Heinsheimer Straße endet in Höhe Frauenstraße, von wo aus Radler sicher auf die parallel verlaufende Grünspange kommen.

Unmittelbar vor der Inbetriebnahme der Blitzersäule wurden Verkehrsdaten in der Heinsheimer Straße erfasst. Im Juli findet eine weitere Zählung statt. Die Erkenntnisse, die die Stadt aus dem einjährigen Pilotversuch gewinnt, fließen in weitere Verkehrsplanungen ein.

Messergebnisse und Bußgelder

96 Geschwindigkeitsüberschreitungen hat die Stadt Bad Rappenau seit der Inbetriebnahme der Blitzersäule in der Heinsheimer Straße im Mai gemessen: "95 Prozent davon lagen im Bereich der Verwarnungen", sagt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter, Andreas Lämmle.

Seit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung Ende April dieses Jahres gibt es ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 16 Stundenkilometer einen Punkt im Flensburger Verkehrsregister. Innerorts ist bei 21 statt bisher 31 Stundenkilometern zu viel der Führerschein weg.


Ulrike Plapp-Schirmer

Ulrike Plapp-Schirmer

Autorin

Ulrike Plapp-Schirmer ist seit 1993 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist für Bad Rappenau und Gemmingen zuständig, gehört dem Thementeam Gesundheit an und rezensiert regelmäßig Bücher.

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