Siegelsbacher Mühle erwacht mit jungen Pächtern zu neuem Leben

Siegelsbach  Neue Pächter bereiten die Wiedereröffnung der Siegelsbacher Mühle vor. Mit Eventgastronomie und Biergarten wollen die jungen Betreiber künftig punkten - auch das Wasserrad spielt bei den Überlegungen eine Rolle.

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Philip Oles (rechts) und Sophie Bauer sind die neuen Pächter der Siegelsbacher Mühle. Die Küchenleitung übernimmt Volker Böhm.

Foto: Elfi Hofmann

Im Januar des vergangenen Jahres hatte der Bad Rappenauer Unternehmer Manfred Bauer die Mühlenschenke gekauft und an Christof Konrad Ruttinger und Jörg Ruttinger verpachtet. Ferienwohnungen waren genauso geplant wie umfangreiche Umbaumaßnahmen in dem historischen Landgasthof. Doch Mitte Mai wurde der Pachtvertrag aufgelöst.

Jetzt haben Sophia Bauer und Philipp Oles das Ruder übernommen und wollen aus dem Landgasthof eine Eventgastronomie machen. Den Biergarten soll es aber weiterhin geben.

Mit der Veränderung beim Namen geht es los

Beim Namen fangen die Veränderungen an. Aus dem Landgasthof soll in Zukunft einfach die Siegelsbacher Mühle werden. Außerdem wollen sich die beiden Junggastronomen in Zukunft auf die Ausrichtung von Hochzeiten und andere Feierlichkeiten konzentrieren. Unbekannt ist ihnen das Restaurant nicht. "Wir haben immer mal wieder mitgearbeitet", erzählt Philipp Oles.

Im vergangenen Jahr sind er und Sophia Bauer auf Weltreise gegangen. Die mussten sie allerdings im März wegen Corona abbrechen. Zu diesem Zeitpunkt stand Manfred Bauer vor der Entscheidung, ob er die Gebäude weitergeben sollte oder ob sie in der Familie bleiben. Bauer entschied sich für letzteres.

Wie das gastronomische Konzept aufgeht

Obwohl beide mit 19 Jahren noch sehr jung sind, legen sie großen Wert darauf, dass sie ihr eigenes Unternehmen führen. "Wir sind natürlich gut vernetzt", räumt Oles ein. "Aber trotz des guten Grundgerüsts müssen wir schwarze Zahlen schreiben."

Damit das neue Konzept funktioniert, haben sie sich mit Volker Böhm einen erfahrenen Küchenchef mit an Bord geholt. "Wir wollen unseren Fokus auf die Feiern legen", erklärt Böhm. Unter den alten Pächtern gab es à la carte-Gerichte, die Mühle war eher auf Laufkundschaft ausgelegt. "Es wäre sträflich, so einen schönen Biergarten nicht zu bewirtschaft", sagt Böhm.

Der Biergarten soll am Fronleichnamwochenende wieder eröffnet werden. Die Tische stehen bereits in großem Abstand zueinander. "Trotzdem könnten bis zu 100 Personen kommen", sagt Philipp Oles. Ab dem langen Wochenende werden die neuen Pächter auch Picknickkörbe anbieten, mit denen die Gäste sich auf dem rund zehn Hektar großen Areal zurückziehen können. Dort leben auch Ziegen und Schafe. Bald sollen auch noch Rehkitze dazu kommen. Alpakas, die sich die Pächter vor Bauer und Oles gewünscht hatten, wird es allerdings nicht geben.

Wann es los geht

Die 13 Ferienwohnungen sind noch nicht fertiggestellt. "Wir denken, dass es damit im Herbst losgehen kann", sagt Sophie Bauer. Zwischen zwei und sechs Personen könnten dann umgeben von Bäumen und dem Plätschern des Bachs pro Wohnung schlafen.

"Es muss auf jeden Fall alles Neue wachsen. Wir können uns nicht auf ein altes Raster verlassen", sagt Volker Böhm. Ein neuer Koch soll noch eingestellt werden, einige Servicekräfte aus dem alten Team werden übernommen. Auch das Mühlrad soll wieder in Betrieb genommen werden. "Wir sind auf jeden Fall positiv aufgeregt", sagt Sophie Bauer.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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