Schiffsanleger am Heinsheimer Neckarufer wird ausgetauscht

Bad Rappenau  Über 40 Jahre alt ist der Schiffsanlager in Heinsheim. Nach einer Kontrolle wurde klar: Die Konstruktion rostet und sollte ausgetauscht werden. Der Schwimmkörper wird hingegen saniert und in eigen Wochen wieder zu Wasser gelassen.

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Mit einem Mobilkran wird der mehrere Tonnen schwere Anleger samt Schwimmkörper aus dem Wasser gehoben und verladen.

Foto: Elfi Hofmann

Die Luft riecht feucht am Dienstagmorgen, kurz nach 8 Uhr. In den Bäumen zwitschern die Vögel. Die Idylle am Heinsheimer Neckarufer wird allerdings von einem mehrere Meter hohen und 36 Tonnen schweren Mobilkran unterbrochen. Das schwere Gerät wurde in den Bad Rappenauer Ortsteil gebracht, um den Bootsanleger, der seit über 40 Jahren direkt hinter der Sporthalle ankert, anzuheben und auf einen bereitstehenden Anhänger zu verladen.

40 Zentimeter hoch steht das Wasser

Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn im Schwimmkörper steht Wasser. "Ungefähr 40 Zentimeter hoch", ruft Adrian Holzwarth von der gleichnamigen Firma nach genauer Inspektion. Die dafür benötigte Tauchpumpe haben er und sein Kollege nicht dabei. Also ruft Holzwarth Junior seinen Vater an, der wenige Minuten später mit dem Gerät vor Ort ist.

Woher das Wasser kommt, kann Kuno Holzwarth nur vermuten. "Die Klappe wird nur aufgelegt, wahrscheinlich war das der Regen der vergangenen Tage", mutmaßt er. Dass Wasser im Schwimmkörper steht, könne man an den trägen Bewegungen erkennen. Rund 20 Minuten lang wird direkt in den Neckar abgepumpt. Währenddessen flext Kuno Holzwarth das Tor zum Anleger ab. Auch einem der beiden Widerlager, durch die der Steg mit dem Ufer verbunden ist, rückt er mit dem Werkzeug zu Leibe. An dem anderen hat der Zahn der Zeit genagt - er ist bereits gerissen.

Nachdem auch die Taue gelöst sind und das Wasser abgepumpt ist, werden vier Ketten an dem Anleger befestigt, um ihn in Richtung Anhänger zu heben. Wie stark die Feuchtigkeit der Konstruktion zugesetzt hat, wird jetzt erst sichtbar. Unterhalb der Wasseroberfläche hat der Schwimmkörper zahlreichen Pflanzen ein neues Zuhause geboten. Die werden allerdings bald entfernt. "Wir zerlegen die Konstruktion und befreien den Körper von Rost und Lack", erklärt Adrian Holzwarth. Im Anschluss werde alles neu gestrichen.

Steg wird neu gebaut

Der rund drei Tonnen schwere Steg selbst wird allerdings nicht wieder zurück nach Heinsheim gebracht, sondern komplett neu gebaut. Drei bis vier Wochen dauere das, kalkuliert Adrian Holzwarth ein. Da es aber auch in diesem Bereich momentan Lieferverzögerungen gebe, könne es auch etwas länger dauern, bis der Bootsanleger fertig sei. "Im Moment sind alle heillos überlastet."

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf rund 17.500 Euro. Nötig geworden war der Austausch, da bei einem Tauchgang durch den Tüv Rost an den Trägern entdeckt wurde. "Das ist zwar nichts Akutes", heißt es vom Hochbauamt, "aber wir wollten es erledigen, bevor es akut wird."


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

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