Radweg zwischen Eppingen und Richen muss Hochwasserpuffer weichen

Eppingen  Die Elsenzaue wird zum natürlichen Überschwemmungsgebiet umgestaltet. Dafür ist eine Flurneuordnung im Wert von 925.000 Euro erforderlich. Ein 1,4 Kilometer langes Teilstück des Radwegs wird um zehn Meter verschoben.

Email

Der Elsenzauen-Radweg ist eine im Sommer hoch frequentierte Strecke. Der Weg soll künftig zehn Meter weiter westlich verlaufen, also in Richtung Feldrand.

Fotos: Jörg Kühl

Zwischen Eppingen und Richen fließt die Elsenz in einem besonders harmonischen Abschnitt. Das Gewässer wird beidseitig durch Ufergehölze gesäumt, wobei die Erle dominiert: eine klassische Flussauenlandschaft. Am westlichen Ufer zieht sich der Elsenzauen-Radweg entlang. Weil der Weg gleichzeitig auch als landwirtschaftliche Hauptverbindung ausgebaut ist, können sich Radfahrer wie auf einer schmalen Autobahn fühlen.

Nun wird der Radweg auf einer Länge von knapp 1,4 Kilometern um zehn Meter nach Westen verschoben. Geregelt ist dies in dem Flurneuordnungsverfahren Elsenzauen, das in dieser Woche offiziell gestartet ist. Ziel ist, die Elsenzaue zwischen Richen und Eppingen als natürliches Rückstau-Becken zu nutzen. Die Maßnahme erstreckt sich entlang der Elsenz auf einer Länge von 2,8 Kilometern. Das Gebiet reicht nördlich von den Stebbacher Feuchtwiesen bis zur Kläranlage im Süden. Östlich ist der Bahndamm die Grenze, westlich der dann um zehn Meter verlegte Radweg. 130 Hektar werden neu geordnet, 75 Flächeneigentümer sind betroffen. Sie sind in der Teilnehmergemeinschaft zusammengefasst.

Welche Gemarkungen betroffen sind

Zentrale Vorhaben ist der Bau eines Rückstaubeckens. Dafür sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erforderlich. Weil nicht nur das Stadtgebiet Eppingens, sondern auch ein Teil der Gemarkung Gemmingen tangiert werden, nahmen an der Eröffnung des Verfahrens unter anderem Eppingens OB Klaus Holaschke und Gemmingens Bürgermeister Timo Wolf sowie weitere Vertreter der Verwaltungen beider Kommunen teil.

Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin für den ländlichen Raum, überreichte einen Förderbescheid in Höhe von 676.000 Euro, die Gesamtmaßnahme kostet 925.000 Euro. "Ein gewaltiges Paket", fasste Holaschke zusammen. Den Eigenanteil bezahlt die Stadt Eppingen, der Gemeinderat hatte in seiner Februarsitzung dem Vorhaben sein grünes Licht gegeben.

Bauherrin ist die Teilnehmergemeinschaft Flurneuordnung Elsenzauen unter Vorsitz von Ulrich Gebhard. Die Flurbereinigung hatte der Zweckverband Hochwasserschutz im Januar 2015 beantragt. Koordiniert wird die Maßnahme vom Flurneuordnungsamt des Landkreises Heilbronn.

Welche Ausgleichsflächen vorgesehen sind

Radweg zwischen Eppingen und Richen muss Hochwasserpuffer weichen

Rainer Steidl vom Flurneuordnungsamt des Landkreises Heilbronn zeigt den Verlauf des Radwegs am westlichen Rand der Maßnahme.

Weil der Radweg teilweise auf der künftigen Überschwemmungsfläche liegt, muss er verlegt werden. Zehn Meter weiter westlich bedeutet angesichts der Hanglage der angrenzenden Äcker, dass der Radweg danach etwas höher liegen wird. Den Bauern gehen auf diese Weise rund 1,8 Hektar Land verloren. Sie erhalten als Ersatz Flächen aus der Landes- und bundeseigenen Landsiedlungsfläche.

Es gehe darum, eine ungünstige Gemengelage zu entschärfen, sagte die Staatssekretärin. Das Verfahren sei notwendig, damit sich die Region landwirtschaftlich und touristisch weiterentwickeln könne und gleichzeitig der Natur mehr Raum gegeben werde. Der neue Radweg wird auf einer Breite von 3,5 Metern ausgebaut und soll damit Begegnungsverkehr zwischen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Radfahrern ermöglichen. Bei der Maßnahme gebe es nur Gewinner, kommentiert Holaschke. Im Herbst beginnen dieBauarbeiten. Ziel ist es, bis zum Beginn der Gartenschau im Frühjahr kommenden Jahres den neuen Radweg fertigzustellen.

 

Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

Kommentar hinzufügen