Private Kredite für Immobilien weiter stark gefragt

Sinsheim  Nach der online durchgeführten Vertreterversammlung der Volksbank Kraichgau präsentiert das Kreditinstitut positive Geschäftszahlen. Das hat auch Auswirkungen für die Anteilseigner der genossenschaftlich geführten Bank.

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Vorstandstreffen zum letzten Mal in dieser Zusammensetzung: Matthias Zander, Klaus Bieler und der scheidende Thomas Geier (von links)

Foto: Voba Kraichgau

Alle Mitglieder der Volksbank Kraichgau erhalten eine Dividende von vier Prozent. Darüber hinaus wird eine Bonuszahlung von ebenfalls vier Prozent ausgeschüttet. Diese "wesentlichen Feststellungen" hat der Vorstand der genossenschaftlich geführten Bank auf der Vertreterversammlung verkündet. Das Gremium verabschiedete den Jahresabschluss 2020 einstimmig und entschied auch über die Verwendung des Jahresüberschusses. Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat wurden durch die Vertreterversammlung einstimmig entlastet.

Nummer 18 der Volksbanken in Deutschland

Die drei Vorstandsmitglieder Matthias Zander, Klaus Bieler und Thomas Geier zeichneten ein insgesamt positives Bild des Geschäftsjahrs 2020. Matthias Zander sagte, mit einer Bilanzsumme von 4,8 Milliarden Euro zähle die Volksbank Kraichgau zu den großen Volksbanken in Baden-Württemberg und belege in diesem Jahr Platz drei. "Auch auf Bundesebene sind wir mit Rang 18 unter den 814 Instituten auf den vorderen Rängen zu finden". Die Bank habe auch 2020 Verantwortung für die Region übernommen. Dies zeigten Spenden in der Größenordnung von etwa 300 000 Euro an Einrichtungen der Bereiche Sport, Kinder, Jugendliche und Bildung sowie Kultur und Soziales. Seitens der Volksbank Kraichgau Stiftung seien zusätzliche 17 Projekte mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 20 000 Euro gefördert worden. Aus dem Nachhaltigkeitsfonds der Bank seien weitere 40 000 Euro geflossen. Hier gebe die Bank 25 Prozent der Verwaltungsvergütung zur Förderung regionaler Projekte weiter.

Private Kredite auf Rekordhöhe

Zanders Vorstandskollege Thomas Geier präsentierte weitere Zahlen des vergangenen Geschäftsjahrs. Demnach stieg das Volumen der Kundenkredite um 126 Millionen Euro auf 3,3 Milliarden Euro. Ein sattes Plus von 10,6 Prozent, verzeichnet demnach das Breitengeschäft: Das bedeutet einen Zuwachs von 310 Millionen Euro. Das Kreditvolumen im privaten Segment liege mit 506 Millionen Euro auf Rekordhöhe. "Im Geschäftsjahr war eine ungebrochene rege Nachfrage nach langfristigen Immobilienkrediten zu verzeichnen", so das Vorstandsmitglied. Erfreulich sei auch die Inanspruchnahme der Vermögensverwaltung.

Ein weiterer Meilenstein werde die Ausrichtung des Filialgeschäfts auf die Zukunft sein. "Hier haben wir eine echte Herausforderung zu meistern", so Geier mit Blick auf die fortschreitende Neigung der Kunden, ihre Bankgeschäfte digital zu erledigen. Die Schließung der Filiale in Adelshofen aufgrund rückläufiger Kundenfrequenz hatte im Frühjahr für Aufmerksamkeit gesorgt. "Selbstverständlich bleiben wir eine ländliche Flächenbank, deren Zweigstellennetz immer noch ausgeprägt vorhanden sein wird", verspricht Geier. Der Banker wird Ende 2021in die passive Phase der Altersteilzeit eintreten. Thomas Geier war mehr als 20 Jahre lang im Vorstand engagiert. Sein Nachfolger wird ab Oktober Holger Neubauer, der seit 17 Jahren Verantwortung im Kreditbereich trägt.

Corona-Krise erweist sich für das Institut bisher nicht als größere Belastung

Klaus Bieler berichtete über den Ertrag im Geschäftsjahr 2020. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen sind wir mit unserem Ergebnis vor Bewertung von 33,1 Millionen Euro zufrieden." Die Volksbank Kraichgau habe bisher keine größeren Belastungen aus der Corona-Krise und dem konjunkturellen Umfeld. "Wir beobachten die Situation dennoch mit kritischem Blick und erwarten auch Belastungen im Kreditgeschäft in den kommenden Monaten", so das Vorstandsmitglied. "Selbstverständlich sollen auch unsere Mitglieder an der weiterhin positiven Entwicklung unserer Bank teilhaben, so dass Vorstand und Aufsichtsrat die im aktuellen Zinsumfeld weit überdurchschnittliche Dividende sowie einem Bonus quasi als nachgeholte Dividende für das Geschäftsjahr 2019 in diesem Jahr ausschütten möchten."


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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