Parteiübergreifendes Bündnis für mehr Klimaschutz gestartet

Eppingen  Neue Interessengemeinschaft will konstruktive und umsetzbare Lösungen für mehr Klimaschutz in der Region Eppingen erarbeiten. Mit dem Radwegenetz hat sich die Initiative bereits befasst. Am Montag lädt das Bündnis alle interessieten Bürger ein.

Email

Gemeinsam für mehr Klimaschutz: Lennart Dröge, Gerda Sicko, Tatjana Hilker, Ralf Baumgärtner, Bettina Pacius-Kistler und Friedrich Weissert (von links).

Foto: Franz Theuer

In Eppingen hat sich eine Interessengemeinschaft (IG) gebildet, die sich um die regionale Umsetzung von Ideen für mehr Klimaschutz einsetzt. Sie trägt den Titel "Interessengemeinschaft Klima und Natur der Region Eppingen". Am Montag findet das nächste öffentliche Treffen statt. Mitinitiatorin Tatjana Hilker ist zwar im Eppinger Gemeinderat für die Grünen engagiert. Das Selbstverständnis des Bündnisses sei jedoch ausdrücklich, überparteilich an die Sache heranzugehen. "Es geht um die besten Ideen, jeder ist herzlich eingeladen, mitzuwirken."

Nach welcher Methode die Interessengemeinschaft vorgeht

Dies unterstreicht auch Mitinitiator Ralf Baumgärtner. Für ihn ist der konstruktive Ansatz entscheidend. "Es geht nicht darum, gegen etwas zu sein, sondern darum, positive Vorschläge zu machen." Methodisch wollen die Mitglieder der IG gemeinsam Themen aufrufen. Anschließend wollen sie Informationen zu einem bestimmten Thema zusammentragen und diese am konkreten regionalen Gegenstand durchdenken.

Erst dann will die Gruppe mit ihren Ideen an die Verwaltung und die kommunalpolitischen Gremien herantreten. "Unser Ansinnen ist also, ein Thema bereits eingehender beleuchtet zu haben, um so fundierte und umsetzbare Vorschläge unterbreiten zu können", unterstreicht Tatjana Hilker.

Wo Pop-up-Radwege sonst noch möglich wären

Innerhalb der IG könnten sich auch kleine Expertenteams ergeben, die sich auf ein Thema spezialisieren. "Wir haben zum Beispiel eine Radfahrergruppe. Die hat das 2014 von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten zur Fahrradinfrastruktur beleuchtet. Dann haben wir evaluiert, was bereits umgesetzt ist und was mit relativ geringem Aufwand umsetzbar wäre", so Baumgärtner. Die Ergebnisse habe man dem Baubürgermeister präsentiert. "Wir sind damit bei Herrn Thalmann auf offene Ohren gestoßen." So habe man festgestellt, dass Radwegemarkierungen, wie in der Heilbronner Straße, auch andernorts möglich sein könnten. Am Montag ist das nächste öffentliche Treffen geplant. "Wir laden dazu jeden interessierten Bürger herzlich ein", so Baumgärtner. Thema sei die Bewirtschaftung öffentlicher Flächen.

In der Region schlummert viel Expertise

Das erste Treffen der IG fand im Mai diesen Jahres noch unter dem Arbeitstitel "offene Diskussionsplattform" online statt. Das zweite Treffen war, wie bereits geschildert, dem Radwegenetz gewidmet und fand im Juni statt. Im Juli trafen sich die Mitglieder zum Thema "Biotope und Artenschutz" im Nabu-Vereinsheim Elsenz.

"Es war schon länger von uns geplant, die Klima- und Naturschutz-Köpfe der Region für bestimmte Themen an einen gemeinsamen Tisch einzuladen", berichtet Tatjana Hilker. In Eppingen und der Region gebe es zu vielfältigen Klima, Umwelt und Naturschutz-Themen sehr viel Expertise, ist sie überzeugt. "Unser Anliegen ist es, diese zu verbinden und die Synergien im gemeinsamen Interesse zu nutzen."

Wo das nächste Treffen stattfindet

Für Baumgärtner ist der überparteiliche konstruktive Ansatz, den die IG verfolgt, auch ein geeignetes Mittel, um der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. "Die Sozialen Medien lassen vieles auseinanderdriften. Mit dem gemeinsamen Engagement wollen wir dagegenwirken."

Die IG ist nach Auskunft von Baumgärtner seit dem ersten Treffen, an dem zehn Personen teilnahmen, stetig gewachsen. Inzwischen seien 28 Bürger Mitglied. "In unsrem E-Mail-Verteiler haben wir 46 Adressaten." Das nächste Treffen der Interessengemeinschaft Klima und Natur der Region Eppingen findet am Montag um 19 Uhr in der Villa Waldeck in Eppingen statt.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

Kommentar hinzufügen