Ottilienberg-Anlage fit für die nächsten Jahrzehnte

Eppingen  Die Sanierung der mittelalterlichen Anlage bei Eppingen ist nun offiziell abgeschlossen. Wichtigste Maßnahmen waren die Sicherung des Mauerwerks gegen eindringendes Regenwasser. Die Maurer haben dabei Refugien für Eidechsen gelassen.

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Das Luftbild zeigt die Ottilienberg-Kapelle samt historischer Steinmauer, die sich rings um das Gebäudeensemble zieht.

Foto: Matthias Bitsch

Die Sanierung der Ottilienberg-Anlage ist nach sechs Jahren nun offiziell beendet. Das Ergebnis wurde den Mitgliedern des Technischen Ausschusses der Stadt Eppingen auf dessen jüngster Sitzung im Rahmen der Schlussabrechnung vorgestellt.

Mit dem Ergebnis zeigen sich Vertreter der Stadt, die Eigentümerin des mittelalterlichen Gebäudeensembles ist, zufrieden. Das sei jetzt für die nächsten Jahrzehnte gesichert, so zumindest die Auffassung von Eppingens Bürgermeister Peter Thalmann und dem städtischen Architekten Thomas Frey. Die Gesamtkosten der drei Bauabschnitte belaufen sich auf rund 228 000 Euro. Das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg hat einen Zuschuss in Höhe von rund 43 000 Euro? ausgezahlt. Eine weitere Förderung erfolgte durch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg in Höhe von rund 22 000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt Eppingen beläuft sich demnach auf rund 162 000 Euro.

Warum Öffnungen absichtlich nicht verfugt wurden

Die Qualität der Sanierung erschließt sich beim Blick in die Details. So haben die Handwerker Öffnungen in der Natursteinmauer an Stellen, die für die Statik unproblematisch sind, bewusst nicht verfüllt. Lebensräume für die üppige Eidechsen-Population bleiben auf diese Weise gewahrt.

Wie Thalmann erläutert, gab es bei der Sanierung zwei Schwerpunkte. Zum einen sei es darum gegangen, die Mauern der Kapelle und des Ringwalls zu sanieren. Der zweite Schwerpunkt war die Abdichtung des Mauerwerks gegen eindringendes Regenwasser. Dies betraf vor allem die Kapelle, den Langhausrest sowie die Mauerkronen. Die Sanierung wurde in drei Bauabschnitten vorgenommen.

Warum der Fugenmörtel größtenteils ersetzt wurde

Beim ersten Bauabschnitt, der von Mai 2014 bis April 2015 dauerte, wurde die Fassade der Kapelle instandgesetzt. Dabei zeigte sich, dass einzelne Werksteine am Kranzgesims, an den Gewänden und an den Sohlbänken waren so stark geschädigt waren, dass sie im Rahmen der Natursteinarbeiten erneuert werden mussten. Im zweiten Bauabschnitt, der vom Oktober 2018 bis April 2019 dauerte, ging es um die Instandsetzung der Fassade des Langhausrests. Hier war der Fugenmörtel teilweise nicht mehr vorhanden oder ungeeignet, so dass ein Großteil der Fugen im Rahmen der Natursteinarbeiten mit geeigneten Fugenmörtel erneuert werden musste.

Seit Oktober vorigen Jahres wurden im dritten Bauabschnitt die Umfassungsmauer saniert und die Gewölberippen der Kapelle instandgesetzt. An den Mauerkronen wurde der zementhaltige schadhafte oberseitige Glattstrich entfernt und neu verfugt, so heißt es in dem Anschlussbericht. Die Ottilienberg-Kapelle sei eines der bedeutenden Baudenkmale in Eppingen, das jahrhundertelang überdauert hat, sagte Thalmann. "Es ist unsere Pflicht als Stadt, dies alles der Nachwelt zu erhalten."


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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