Mit dem Weihnachtsesel durch Mühlbach

Eppingen  Im Ortsteil Mühlbach ist Pfarrer Marcus Rensch an Heiligabend von Haus zu Haus gezogen, um einen kirchlichen Weihnachtsgruß vor die Tür zu legen. Die Aktion kam gut an.

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Mit dem Esel in Eppingen - Mühlbach unterwegs an Heilig Abend zur Corona-Zeit. Foto: Ralf Seidel

Statt Krippenspiel und Gottesdienst gab es in Eppingen-Mühlbach schon am Nachmittag des Heiligen Abends  einen Weihnachtsgruß frei Haus. Der evangelische Pfarrer Marcus Rensch hatte einiges an Anregung für eine christliche Weihnacht in ein Kuvert gesteckt: etwas zum Malen, einen Predigttext und die Broschüre „Heiligabend 2020 für Zuhause oder sonst wo“, die die evangelische Landeskirche Baden und die Erzdiözese Freiburg gemeinsam herausgegeben haben, die Noten von „Stille Nacht“ inklusive.

Rensch kam allerdings nicht allein zu den Kindern: Er hatte Peppino dabei, einen Esel vom Eppinger Archehof. 

Weihnachtsgrüße für 54 Haushalte

Ursprünglich habe man Tiere vom Archehof für das Krippenspiel eingeplant gehabt, erzählte der junge und kreative Pfarrer. Jetzt steckten in den Packtaschen des Esels Weihnachtsgrüße für 54 Haushalte.

Nachdem der Rat der evangelischen Kirchengemeinde Mühlbach alle Gottesdienste über die Feiertage abgesagt hatte, musste Rensch umplanen. „Das war keine leichte Entscheidung“, betonte er. Zumal man wisse, dass sich die Gemeindeglieder auf die besonders feierlichen Gottesdienste an Weihnachten freuten.

„Wenn die Menschen nicht in die Kirche gehen können, muss die Kirche zu ihnen kommen“, sagte sich Marcus Rensch -  und fand in Franz Kiefer einen Mitstreiter: „Ich habe genau fünf Sekunden überlegt“, sagte der Besitzer des Esels, er sei dabei, „um den Kindern eine Freude zu machen“.

Aktion kam gut an

Seit April sind Marcus Rensch, seine Frau Melanie und ihre zwei Töchter in Mühlbach, „ein normales Gemeindeleben haben wir bisher noch gar nicht erlebt“, sagte er bedauernd. Die Kirche war in diesem Jahr über die Festtage „als Raum des Gebets und vielleicht auch ganz persönlich als Raum der Ruhe und der Gemeinschaft mit Gott“ offen. 

Die Aktion mit dem Esel kam gut an: „Ich finde einen gemeindenahen Pfarrer sehr wichtig“, sagte etwa Kerstin Sachsheimer, die zusammen mit ihrer vier Jahre alten Tochter den ersten Gruß entgegen nahm. 

Weihnachten im Corona-Jahr: Das wird vielen noch lange im Gedächtnis bleiben.


Ulrike Plapp-Schirmer

Ulrike Plapp-Schirmer

Autorin

Ulrike Plapp-Schirmer ist seit 1993 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist für Bad Rappenau und Gemmingen zuständig, gehört dem Thementeam Gesundheit an und rezensiert regelmäßig Bücher.

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