Mit dem umgebauten Linienbus nach Kroatien

Siegelsbach  In Eigenregie haben Janosch Zepek und seine Freundin Mona einen ausrangierten Linienbus zum Wohnmobil umgebaut. Die Jungfernfahrt auf den Balkan hat das Fahrzeug mit Bravour bestanden.

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Janosch Zepek und seine Freundin Mona haben den Bus in Eigenregie umgebaut und damit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Foto: Elfi Hofmann

Janosch Zepek und Freundin Mona haben einen turbulenten Sommer hinter sich. Zum ersten Mal sind die beiden mit ihrem zu einem Wohnmobil umgebauten Linienbus in den Urlaub gefahren. "Wir sind erst vier Stunden vor dem Start fertig geworden", erzählt Mona. Ziel der Premierenreise: Novigrad im kroatischen Istrien.

Doppelt so groß wie ein gewöhnlicher Camper

Einen geeigneten Campingplatz zu finden, sei nicht einfach gewesen, sagt Janosch Zepek. Denn der Bus ist zwölf Meter lang und damit ungefähr doppelt so groß wie ein handelsübliches Mobil. Einige Anbieter haben im Vorfeld gesagt, dass ihre Anlagen dafür nicht geeignet seien.

Bereits bei der Fahrt von Deutschland auf den Balkan war der Bus, von den beiden auf den Namen Patronus getauft, eine Attraktion. "An der Grenze wollten uns die Beamten nicht glauben, dass wir wirklich nur zu zweit unterwegs sind", sagt Zepek. Am Zielort angekommen hatten die beiden, die mit Freunden den Urlaub verbracht haben, regelmäßig Besuch von anderen Gästen des Campingplatzes. Fast täglich hätte es an der Tür geklopft. Vor allem Kinder und deren Väter wollten sich den in Eigenregie umgebauten Bus anschauen. "Sogar beim Schwimmen haben uns die Leute angesprochen", erinnern sich die beiden.

Klimaanlage wurde nachgerüstet

Der Grund ist offensichtlich, denn einen Linienbus zum Camper umzubauen, ist nichts Gewöhnliches. Das Fahrzeug wurde komplett entkernt. Im hinteren Teil steht ein großes Bett, vorne hat Janosch Zepek eine Küche mit einer Essecke eingebaut. Auch ein voll ausgestattetes Bad gibt es. Außerdem einen Fernseher und seit einigen Wochen auch eine Klimaanlage. "Das war bitter nötig bei über 40 Grad", erklärt Mona. Der Dachlüfter, der die heiße Luft aus dem Bus herausdrücken sollte, sei einfach nicht ausreichend gewesen.

Mit dem umgebauten Linienbus nach Kroatien

Der ehemalige Linienbus heißt jetzt Patronus und ist ein fahrendes Zuhause. Einen geeigneten Stellplatz zu finden, ist nicht unkompliziert.

Foto: privat

Zwei Wochen blieben die Bad Rappenauer in Kroatien, dann ging es mit einem Zwischenstopp am Wörthersee zurück nach Siegelsbach, wo das Fahrzeug in einer Scheune untergestellt ist. Neben einem Ausflug nach Speyer und ins französische Colmar konnten Janosch Zepek und seine Freundin noch keine weiteren Fahrten unternehmen. Jetzt ist der Bus bis kommenden April abgemeldet.

Das eigene Zuhause auf mehreren Rädern

"Ich möchte im Winter auf jeden Fall noch eine Dachterrasse bauen", sagt Zepek. Im kommenden Jahr ist dann eine ausgedehnte Deutschlandtour geplant. Dafür sind sie noch auf der Suche nach geeigneten Plätzen. "Es ist toll, wenn man einfach wegfahren kann, am Ziel ankommt und praktisch sein eigenes Zuhause dabei hat", sagt Mona. Schließlich können sie dank eines Wassertanks fast autark ihren Urlaub verbringen. Sogar einen Internet-Hotspot haben sie eingerichtet. "In Colmar hat es stark geregnet, da habe ich Fernsehen geschaut und Janosch hat geschlafen", erzählt seine Freundin. Ob der versenkbare Fernseher in Zukunft aber auch für eine Play-Station genutzt werden wird, darüber sind sie sich bisher noch nicht einig.

Wer einen Bus oder Transporter zum Camper umbauen will, sollte nicht nur handwerklich geschickt sein und viel Zeit haben. Es gibt auch einige Dinge zu beachten, um nach Fertigstellung durch den TÜV zu kommen. Das eingebaute Mobiliar muss bis auf den Tisch dauerhaft und fest mit dem Wagen verbunden, also nur mit Werkzeug entfernbar sein. Die Möbel dürfen keine scharfen Kanten haben, das Kochfeld muss fest eingebaut sein. Unter patronusderbus.de kann man den weiteren Umbau mitverfolgen.

 


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld.

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