Marktbummel in Bad Rappenau verläuft auch mit Maske diszipliniert

Bad Rappenau  Die Pflicht, auch auf dem Wochenmarkt einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, hat in Bad Rappenau am ersten Wochenende keine merklichen Auswirkungen auf die Besucherzahl. Viele kennen die Regel noch gar nicht - auch, weil Hinweise zu klein sind.

Von Gabriele Schneider
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Markttag mit Maske: "Michaels Garten" und Verkäuferin Henrike Schütt (links) schauen, dass der Standbesuch möglichst risikoarm ist.

Foto: Gabriele Schneider

Viele Rappenauer kaufen samstags auf dem Wochenmarkt ein. Dieses Wochenende galten nun neue Regelungen. Auf der Basis der Änderung der Corona-Verordnung ordnete die Verwaltung an, dass ab sofort während des Wochenmarkts in der Fußgängerzone vom Kirchplatz bis zum Stadtcarré eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist. Von den meisten Marktkunden wurde die Änderung umgesetzt.

Alles wie immer - fast

"Es war ein Markttag wie immer", sagten die beiden Verkäuferinnen am Eierstand gutgelaunt. Die Maskenpflicht auf dem Marktplatz habe keine merklichen Auswirkungen auf den Ablauf gehabt. Es seien nicht weniger Kunden gekommen als sonst. Während Corona habe die Zahl generell ein wenig abgenommen, und der Beginn der Herbstferien wirke sich ebenfalls traditionell auf die Zahl der Kunden aus "Die Leute fahren ja trotz Corona weg."

Gerlinde Horn kauft regelmäßig auf dem Wochenmarkt ein. "Er liegt sehr zentral und es gibt hier viele frische Sachen", freut sie sich. Allerdings empfand sie es als "erschreckend, wie viele Leute keinen Mundschutz tragen". Viele andere Besucher lobten indes das disziplinierte Verhalten der Leute. Kaum einer halte sich nicht an die Regelung. Einige bemängelten jedoch, die wenigen Hinweisschildchen auf die neue Regel seien viel zu klein und überhaupt nicht auffallend.

Dies bemerkte auch Stamm-Marktkunde Rainer Schwab aus dem benachbarten Hohenstadt. Er trug keine Maske. Keiner habe ihn darauf angesprochen, erzählte er, erst die Reporterin der Kraichgau Stimme. Schwab informiert sich viel über Corona und die aktuell geltenden Regeln, nicht zuletzt, weil er als stellvertretender Vorsitzender des Vereins Wald-Netzwerk Verantwortung für andere trage. In der aktuellen Verordnung stehe, dass auf öffentlichen Plätzen Maske getragen werden müsse, wenn der Abstand von anderthalb Metern nicht gewährleistet sei, wovon er beim Markt aber ausgegangen wäre. Von der speziellen Rappenauer Regel habe er nichts gewusst. "Wenn ich irgendwo Hinweise gesehen hätte, wäre ich natürlich sofort zum Auto zurück und hätte meine Maske geholt", betonte er.

Und als eine Dame mit ihrer Tochter ebenfalls ohne Masken vorbeikam, sprach er sie sogleich darauf an. Auch diese beiden Bad Wimpfenerinnen wussten nichts von der Pflicht, zogen aber umgehend ihre Masken aus den Jackentaschen und legten sie an.

Nur ein Stand weist klar auf die Maskenpflicht hin

Der Obst- und Gemüsestand von "Michaels Garten" war vermutlich der einzige Marktstand, der unübersehbar und explizit mit Schildern auf Abstandsregeln hinwies, sogar die Laufrichtung der Kundschaft regelte und am Eingang Desinfektionsmittel aufstellte. "Das ist allerdings nicht neu bei uns, wir machen das schon seit Beginn von Corona so", betonte Henrike Schütt.


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